Leipziger Weihnachtsmarkt

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Eingang zum Leipziger Weihnachtsmarkt (2011)
Leipziger Weihnachtsmarkt (1950)
Nach dem historischen Original wieder aufgebautes Etagenkarusell (2011)

Der Leipziger Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz und den angrenzenden Straßen gehört mit etwa 260 Ständen und über 2 Millionen Besuchern jährlich zu den größten Weihnachtsmärkten in Deutschland.

Geschichte[Bearbeiten]

Seine Geschichte reicht bis ins Jahr 1458 zurück. In Aufzeichnungen von Johann Jacob Vogel von 1714 findet sich der Vermerk:

„Anno 1458. Hat Churfürst Friedrich Marggraff zu Meissen und Hertzog zu Sachsen / den Weynachtsmarckt öffentlich ausgeschrieben / und die Stadt / wegen der geleisteten treuen Dienste / so Ihme von dem Rathe / und der Bürgerschafft erwiesen / damit begnadiget.“[1]

Er ist damit neben dem Bautzener Wenzelsmarkt (1384) und dem Dresdner Striezelmarkt (1434) einer der ältesten Weihnachtsmärkte Deutschlands.

Kultureller Rahmen[Bearbeiten]

Eröffnet wird der Markt durch den Thomanerchor. Täglich 18 Uhr spielen traditionell Turmbläser vom Balkon des Alten Rathauses. Auf der Marktbühne finden weitere Konzerte statt. Alle zwei Jahre findet die erzgebirgische Bergparade statt, ein Zug einer Blaskapelle mit 700 Bergleuten.

Attraktionen[Bearbeiten]

Der Markt bietet mehrere Bereiche, unter anderem ein Märchenland für Kinder auf den Augustplatz, einen historischen Markt auf dem Naschmarkt, eine Weihnachtskrippe mit echten Schafen, eine acht Meter hohe erzgebirgische Weihnachtspyramide auf dem Nikolaikirchhof und ein finnisches Dorf auf dem Augustusplatz. Auf dem Marktplatz befindet sich die etwa 20 Meter hohe Weihnachtstanne, meist eine Fichte aus der Region.

Das historische Etagenkarussell ist eine besondere Attraktion des Weihnachtsmarktes am Salzgässchen. Das in Teilen über 100 Jahre alte Karussell fiel vor der Eröffnung des Marktes im November 2009 einem Brand durch Kurzschluss zum Opfer.[2] 2010 wurde das Etagenkarussel originalgetreu wieder aufgebaut. Seit 2010 existiert die 'Wichtelwerkstatt', in der Kinder basteln können.

Eine spezielle und auch recht groß zelebrierte Leipziger Tradition ist die Ankunft des Weihnachtsmannes in der Stadt. Jedes Jahr am Samstag vor dem ersten Advent um 11 Uhr empfangen zahlreiche Kinder mit ihren Eltern den Weihnachtsmann und sein Gefolge im Hauptbahnhof, wo er mit einem Sonderzug einfährt. Danach geleiten sie seine Kutsche samt Blaskapelle quer durch die Stadt bis zum Marktplatz. Dort hält der Weihnachtsmann dann bis zum Ende des Weihnachtsmarktes jeden Tag seine Sprechstunde ab.[3]

Eine weitere Attraktion auf dem Weihnachtsmarkt war der von 1997 bis 2012 aufgestellte und mit 857 Quadratmetern laut Guinness-Buch der Rekorde, größte freistehende Adventskalender der Welt an der Fassade eines Hauses im Böttchergässchen mit drei mal zwei Meter großen Fenstern. Er wurde von Schülern Leipziger Schulen und der Musikschule Johann Sebastian Bach bespielt. Wegen Vandalismus-Schäden wurde der Kalender ab 2013 nicht mehr aufgebaut.

Angebot[Bearbeiten]

Rund ein Drittel der Stände bietet Back- und Süßwaren wie etwa gebrannte Mandeln, Pulsnitzer Pfefferkuchen oder Dresdner Stollen, andere Speisen und Getränke an. Den größten Anteil bilden qualitativ hochwertige Händler, Schausteller und Handwerker. Angeboten werden unter anderem Holzschnitzereien der Erzgebirgische Volkskunst und anderes Kunsthandwerk.

Bilder[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Johann Jakob Vogel: Leipzigisches Geschicht-Buch Oder Annales, Das ist: Jahr- und Tage-Bücher Der Weltberühmten Königl. und Churfürstlichen Sächsischen Kauff- und Handels-Stadt Leipzig, […]. Friedrich Lankischens sel. Erben, Leipzig 1714, S. 58 (Digitalisat).
  2. Historisches Etagenkarussell auf dem Weihnachtsmarkt abgebrannt. In: LVZ-Online. Archiviert vom Original am 26. November 2009, abgerufen am 22. November 2009 (Meldung vom 22. November 2009).
  3. Der offizielle Leipziger Weihnachtsmann. Abgerufen am 24. Dezember 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Christmas market in Leipzig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien