Dresdner Striezelmarkt

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578. Dresdner Striezelmarkt 2012
Blick auf den Striezelmarkt vom Turm der Kreuzkirche aus
Weltgrößte erzgebirgische Stufenpyramide
Der Striezelmarkt von oben
578. Dresdner Striezelmarkt mit Riesenrad und Nachbildung von Hoflößnitz

Der Dresdner Striezelmarkt ist einer der ältesten Weihnachtsmärkte Deutschlands. Er wird seit 1434 regelmäßig im Advent auf dem Altmarkt in Dresden veranstaltet. Vom 27. November bis 24. Dezember 2014 findet der 580. Striezelmarkt statt. Ergänzt wird der Dresdner Striezelmarkt seit einigen Jahren durch die in unmittelbarer Nähe gelegenen, aber nicht zum eigentlichen Markt gehörenden Weihnachtsmärkte auf der Prager Straße, der Hauptstraße sowie von den nördlich benachbarten Weihnachtsmärkten „Advent auf dem Neumarkt“ vor der Frauenkirche und dem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt im Stallhof.

Der Name des Striezelmarktes leitet sich vom Dresdner Stollen ab, der im Mittelhochdeutschen Strutzel oder Striezel genannt wird. Der Dresdner Striezelmarkt zieht heute jährlich ca. 2,5 Millionen Besucher an.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Dresdner Striezelmarkt geht zurück auf ein Privileg, das der sächsische Kurfürst Friedrich II. am 19. Oktober 1434 ausstellte.[1] Ursprünglich handelte es sich um einen eintägigen Fleischmarkt, auf dem sich die Bewohner nach den vorweihnachtlichen Fastentagen ihren Weihnachtsbraten auswählen konnten. Später kamen weitere Verkaufswaren hinzu. Das Christbrot, auch Striezel oder Stollen genannt, gab dem am Montag vor Weihnachten stattfindenden Markt um 1500 den Namen Striezelmontag.[1]

Im 16. Jahrhundert lockte die steigende Nachfrage immer mehr Handwerker und Händler aus benachbarten Ortschaften, aus dem Erzgebirge, der Oberlausitz und sogar aus Böhmen an. Nach 1700 wurde die Marktdauer verlängert. Mit der zeitlichen Verlängerung zählte der Dresdner Striezelmarkt bald neben dem Nürnberger Christkindlesmarkt und dem Frankfurter Christkindchesmarkt zu den bedeutendsten deutschen Weihnachtsmärkten. Parallel dazu wurde das Angebot deutlich erweitert. Neben Töpferwaren bestimmten ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zunehmend Spielzeugausladen mit gedrechselten und geschnitzten „Puppenwerk“ das Bild des Marktes.[1]

Gegenwart[Bearbeiten]

Seit 2004 beginnt der Striezelmarkt mit einem ökumenischen Gottesdienst in der benachbarten Kreuzkirche, welcher musikalisch durch den Dresdner Kreuzchor und die Dresdner Kapellknaben gestaltet wird.

Seit mehreren Jahren öffnet der „Weihnachtsmann“ täglich für die Kinder eine Tür im Adventskalender, hinter denen sich Bilder befinden. Als Höhepunkt des Marktes feiert man am Samstag vor dem 2. Advent seit 1994 das Dresdner Stollenfest, für das ein Riesenstollen gebacken wird. Dieser wird in einer Zeremonie dann auf dem Dresdner Striezelmarkt angeschnitten. Der Erlös kommt einem guten Zweck zugute.

In der Mitte des Platzes steht mit 14,62 Meter Höhe die weltgrößte erzgebirgische Stufenpyramide. 1999 wurde sie in das Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen. Das Tor zum Dresdner Striezelmarkt bildet der größte begehbare erzgebirgische Schwibbogen der Welt. Er ist 13,5 Meter breit und mehr als fünf Meter hoch.

Auf dem Markt wird unter anderen Holzschnitzerei aus dem Erzgebirge angeboten (Erzgebirgische Volkskunst). Ebenso kann man Pulsnitzer Pfefferkuchen, Dresdner Stollen und Pflaumentoffel kaufen. Letzteres sind kleine Männchen aus Backpflaumen, die erstmals 1801 erwähnt wurden. Der Glücksbringer ist den kleinen, oft erst sieben Jahre alten Schlotfegerjungen mit Umhang und Leiter nachgebildet, die mit ihren Kehrbesen in die Kamine kletterten, um diese von innen zu reinigen.[2]

Besonderheiten[Bearbeiten]

Die fortlaufende Zählung des seit 1434 regelmäßig im Advent auf dem Altmarkt in Dresden veranstalteten Striezelmarktes lässt ein Jahr vermissen. Welches genau das war, ist jedoch nicht bekannt.

Weitere Advents- und Weihnachtsmärkte in Dresden[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c H. Wozel: Der Dresdner Striezelmarkt. Geschichte und Tradition des ältesten deutschen Weihnachtsmarktes. Husum Verlag, Husum 2009, S. 7-10
  2. R. Hanusch: Sächsische Pflaumentoffel: Schwarz, klebrig und zuckersüß. Husum Dr.- und Verl.-Ges., Husum 2011

Literatur[Bearbeiten]

  • Heidrun Wozel: Der Dresdner Striezelmarkt. Geschichte und Tradition des ältesten deutschen Weihnachtsmarktes. Husum Verlag, Husum 2009, ISBN 978-3-89876-455-1.
  • Monika Grützner: Der Dresdner Striezelmarkt - Impressionen. (Fotografische Impressionen, aufgenommen von erfahrenen Freizeitfotografen des Fotoklub EXAKTA Dresden), Verlag edition nordwest, Dresden 2010, ISBN 978-3-9813657-2-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dresdner Striezelmarkt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien