Leitkegel

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Leitkegel sichern Markierungsarbeiten ab
Eine Pylonengasse im Motorsport

Als Leitkegel, in Österreich Hutterl, wird ein Verkehrszeichen und Absperrgerät bezeichnet, das in erster Linie zur kurzfristigen Warnung und Absicherung von Arbeits-, Einsatz- und Unfallstellen im öffentlichen Straßenverkehr dient und zur optischen Führung der Verkehrsteilnehmer in diesem Bereich genutzt wird. Neben der Verwendung im Straßenverkehr kommt der Leitkegel auch im Sport- und Freizeitbereich, wie etwa für Pylonengassen im Motorsport, zum Einsatz.

Leitkegel werden aus Kunststoff in unterschiedlichen Größen gefertigt und besitzen eine auffällige Farbgebung. Zur Verbesserung der Nachtsichtbarkeit kann die Oberfläche zusätzlich retroreflektierend gestaltet werden. Sie sind leicht transportabel, stapelbar sowie im Kollisionsfall weitgehend ungefährlich, da sie in der Regel fast gefahrlos überfahren werden können.

Begriffsbestimmung[Bearbeiten]

Der Begriff „Leitkegel“ wird in der deutschen Straßenverkehrsordnung festgelegt. Dort gehört er als Zeichen 610 gemäß § 43 StVO i.V.m. Anlage 4 StVO zu den Verkehrseinrichtungen. In Österreich oder in der Schweiz wird der Begriff dagegen nicht eigens in deren Straßenverkehrsordnung definiert.

Es haben sich neben der amtlichen Benennung zahlreiche weitere Bezeichnungen, auch in Abhängigkeit von dem Verwendungszweck, für dieses Absperrgerät eingebürgert. Aufgrund der charakteristischen Formgebung wird der Leitkegel häufig als Pylon oder Verkehrshütchen benannt. Auch der Begriff Warnkegel ist gebräuchlich. An den Ort, an dem der Leitkegel 1952 erfunden wurde, erinnert die Bezeichnung Lübecker Hütchen. Im Jahr 1968 begann die Firma Molan mit der Leitkegelfertigung aus thermoplastischem Kunststoff und prägte auf diese Weise den Begriff Molankegel.[1] In Österreich ist der Begriff Hutterl oder Haberkornhütchen gebräuchlich, der auf den Unternehmer Claus Haberkorn zurückgeht.[2] Die Schweizer benennen den Leitkegel dagegen auch als Verkehrstöggel.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Leitkegel wurde 1952 von Ewald Kongsbak erfunden. Er erhielt darauf einen „Bundesgebrauchsmusterschutz“, aber kein Patent, denn in den USA gab es bereits ein ähnliches Produkt. Bis 1952 wurden für die Fahrbahnabsperrung rot-weiß gestrichene, mit einem Stein beschwerte Fässer verwendet. 1952 gab es einen tödlichen Unfall, bei dem ein Autofahrer gegen solch ein Absperrfass fuhr. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Stein durch die Windschutzscheibe geschleudert und tötete den Fahrer. Dieser Unfall inspirierte Ewald Kongsbak zur Erfindung der Lübecker Hütchen aus Gummi mit roten und weißen Querstreifen.[3]

Form- und Farbgebung[Bearbeiten]

Gestaltungsvorschrift für Leitkegel in Taiwan

Leitkegel werden weltweit verwendet und besitzen oftmals aufgrund der verschiedenen Normen und Standards eine unterschiedliche Form- und Farbgebung. Für die Herstellung kommen verschiedene (Recycling-)Kunststoffe zum Einsatz, wie etwa Gummi, PVC oder PE. Grundsätzlich besteht der Leitkegel aus einer stabilen Fußplatte und einem aufgehenden konisch geformten Körper. Die Fußplatte ist deutlich breiter und schwerer als der aufgehende Körper. Auf diese Weise erhält der Leitkegel einen tieferen Schwerpunkt und die Gefahr, dass der Kegel kippt oder verrutscht, wird reduziert.[4]

Die Oberfläche des Leitkegels besitzt eine Warnfarbe und der aufgehende Körper kann zusätzlich zur Verbesserung des Kontrastes mit einem oder mehreren Streifen versehen sein. Um die Nachtsichbarkeit zu verbessern, werden die Streifen retroreflektierend ausgebildet. Die Fußplatte kann farblich vom aufgehenden Körper abweichen.

Die Größe und das Gewicht des Leitkegels sind von seinem Einsatzzweck abhängig.[5][6] So werden auf Autobahnen und Schnellstraßen Leitkegel mit einer Höhe von 75 bis 100 cm verwendet. Untergeordnete Straßen werden dagegen mit Leitkegeln mit einer Höhe von 30 bis 50 cm abgesichert, wobei bei den kleinsten Leitkegeln auf die Streifen verzichtet werden kann.

Da oft der Platz von nicht verwendeten Leitkegeln eine Rolle spielt, werden auch faltbare Leitkegel hergestellt. Solche werden beispielsweise in Einsatzfahrzeugen mitgeführt.

Normen und Standards[Bearbeiten]

Europa
  • EN 13422 - Vertical road signs. Portable deformable warning devices and delineators. Portable road traffic signs. Cones and cylinders
Deutschland

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Leitkegel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Leitkegel – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: Lübecker Hütchen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Molan Mitarbeiter-Magazin
  2. Vorarlberg online - Claus Haberkorn in die Wirtschaftskurie nominiert
  3. 50 Jahre Lübecker Hütchen
  4.  Graham Booth: World of science, Band 2. Kogan Page Publishers, 1999, ISBN 0-19-914699-3, S. 49.
  5.  Department of Transportation: Manual on Uniform Traffic Control Devices. Claitor's Law Books and Publishing, 2003, ISBN 1-57980-929-4, S. 6F-30.
  6. Leitkegel auf www.rsa-95.de