Lina Medina

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Lina Vanessa Medina (möglicherweise * 23. oder 27. September 1933 in Ticrapo in der Region Huancavelica, Peru) ist als jüngste bekannte Mutter in die Geschichte der Medizin eingegangen.

Leben[Bearbeiten]

Im Alter von fünf Jahren, sieben Monaten und 17 Tagen hat Lina Medina ihren ersten Sohn Gerardo (* 14. Mai 1939 in Lima; † 1979) entbunden – aufgrund der anatomischen Verhältnisse durch Kaiserschnitt. Die Operateure waren Gerardo Lozada und Alejandro Busalleu. Das Kind wog 2700 g bei der Geburt und war normal entwickelt. Gerardo erfuhr erst im Alter von zehn Jahren, dass Lina seine Mutter war, da er dachte, dass sie seine leibliche Schwester sei.

Möglicherweise war Lina Medina zum Zeitpunkt der Geburt ihres Sohnes wesentlich älter als nach offiziellen Angaben. So soll die junge Mutter zum Zeitpunkt der Geburt laut U.S. TIME mindestens 8½ Jahre alt gewesen sein. Belege dafür gibt es nicht. Allerdings ist es in Südamerika durchaus üblich, sich wegen der hohen Kindersterblichkeit die Kosten für die Geburtsurkunde zunächst zu sparen, um das Kind nach der kritischen Frühphase (zwei bis drei Jahre) anzumelden. Weil die Nachmeldung jedoch sehr viel teurer ist, werden die Kinder deutlich jünger gemeldet, als sie tatsächlich sind. Insbesondere in den Andenstaaten ist dies bis heute üblich. Linas Vater wurde mit Verdacht auf Vergewaltigung und Inzest verhaftet, aber aus Mangel an Beweisen wieder entlassen.

Zuerst wurde vermutet, Lina Medina leide an einem Tumor. Nach Einlieferung in ein Krankenhaus wurde dort nach einer Röntgenuntersuchung ein vollständig entwickeltes kleines Skelett entdeckt. Sie war im siebten Monat schwanger.

Sie bekam ihre erste Menstruation mit 3 Jahren, und mit vier Jahren wuchsen ihre Brüste bereits deutlich. Auch ihre Körperbehaarung, Knochenhärte und Körpermaße waren damals schon weiter entwickelt als bei anderen Kindern dieser Altersgruppe. Dies ist nach heutigen Erkenntnissen auf einen Defekt der Hirnanhangsdrüse zurückzuführen. Bei der Kaiserschnittentbindung wurde festgestellt, dass ihre Fortpflanzungsorgane voll ausgereift waren.

Weder über den Vater noch über die Umstände ihrer Befruchtung machte sie jemals Angaben.

Gerardo starb 1979 im Alter von 40 Jahren an einer Knochenkrankheit, es wurden keine Zusammenhänge zwischen dem damals jungen Alter seiner Mutter und seiner Krankheit gefunden. Medinas zweiter Sohn (33 Jahre später, 1972, geboren) lebt heute in Mexiko, ihr Mann, Raul Jurado und sie selbst dagegen in „Chicago Chico“ (Klein-Chicago), einer informellen Siedlung im Umkreis von Lima.

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