Liste von Katastrophen der Raumfahrt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Challenger-Unglück (28. Januar 1986)

Dies ist eine chronologische Auflistung von Katastrophen der Raumfahrt oder Katastrophen, die im Zusammenhang mit der Raumfahrt stehen, bei welchen Menschen verletzt, getötet oder beinahe getötet wurden.

Chronik[Bearbeiten]

22. März 1961[Bearbeiten]

Während eines mehrtägigen Trainingsaufenthalts in einer mit reinem Sauerstoff gefüllten Isolationszelle verbrennt der Kosmonaut Walentin Wassiljewitsch Bondarenko. Bei dem Versuch, einige Sensoren von seinem Körper mit einem in Alkohol getränkten Wattebausch zu entfernen, wirft er diesen unachtsam beiseite. Der Wattebausch fällt auf eine glühende Heizspirale und fängt sofort Feuer. In der Zelle breitet sich das Feuer rasend schnell aus. Bondarenko kann zwar noch lebend gerettet werden, stirbt aber am nächsten Tag an seinen schweren Verletzungen.

14. Dezember 1966[Bearbeiten]

Das zweite angefertigte Exemplar des neuen Sojus-Raumschiffs soll zu einem unbemannten Testflug gestartet werden. Da die Triebwerke nicht korrekt arbeiten, wird der Start noch auf der Startrampe abgebrochen. 27 Minuten später, während des Enttankens, zündet der Rettungsturm, worauf die Rakete in Brand gerät und kurz darauf explodiert. Mindestens eine Person kommt dabei ums Leben. Siehe dazu: Kosmos 133

27. Januar 1967[Bearbeiten]

An Bord einer Apollo-Kommandokapsel bricht während einer Startsimulation der auf dem Starttisch stehenden Rakete Feuer aus. Die drei Astronauten Virgil Grissom, Edward H. White und Roger B. Chaffee sterben. Siehe dazu: Apollo 1

24. April 1967[Bearbeiten]

Bei Sojus 1 treten im Orbit Stabilisationsprobleme auf. Bei der Landung verbleibt der Hauptschirm im Behälter, der Reserveschirm verfängt sich mit dem nicht abwerfbaren Hilfsschirm, die Landekapsel stürzt ab. Der Kosmonaut Wladimir Komarow stirbt beim Aufprall.

15. November 1967[Bearbeiten]

Ein amerikanisches Raketenflugzeug vom Typ X-15A gerät in 80 km Höhe außer Kontrolle und zerbricht beim Wiedereintritt in die Atmosphäre. Der Pilot Michael Adams wird getötet.

14. April 1970[Bearbeiten]

Bei der amerikanischen Mission Apollo 13 explodiert 55 Stunden nach dem Start ein Sauerstofftank. Die geplante Mondlandung muss abgesagt werden, alle drei Mannschaftsmitglieder werden gerettet. 1995 wurde das Drama verfilmt, siehe Apollo 13 (Film).

29. Juni 1971[Bearbeiten]

Bei der Landung der Rückkehrkapsel des Raumschiffs Sojus 11 ersticken die Kosmonauten Georgi Dobrowolski, Wiktor Pazajew und Wladislaw Wolkow. Ein Frischluftventil hatte sich beim Absprengen des Service-Moduls nach erfolgtem Bremsmanöver noch im All zu früh geöffnet, so dass die Atemluft aus der Rückkehrkapsel entwich. Druckanzüge wurden in der Kapsel nicht getragen.

26. Juni 1973[Bearbeiten]

Bei der Explosion einer startklaren Kosmos-3M-Rakete auf der Startrampe kommen in Plessezk neun Personen ums Leben.

5. April 1975[Bearbeiten]

Bei der Sojus-18-1-Mission versagt die Trennung der dritten Stufe, die Kosmonauten werden durch das normale Landesystem gerettet, erleiden aber innere Verletzungen.

18. März 1980[Bearbeiten]

Während des Auftankens explodiert in der sowjetischen Raumfahrtbasis Plessezk direkt auf der Startrampe eine Wostok-2M-Rakete. 48 Menschen werden getötet.

26. September 1983[Bearbeiten]

Während des Starts gerät die Trägerrakete von Sojus T-10-1 auf dem Starttisch in Brand und explodiert. Das Raumschiff mit den Kosmonauten wird durch das automatisierte Rettungssystem von der Rakete gezogen, die Besatzung bleibt unverletzt.

28. Januar 1986[Bearbeiten]

Die Raumfähre Challenger explodiert 73 Sekunden nach dem Start. Sieben Astronauten (Dick Scobee, Michael Smith, Ronald McNair, Ellison Onizuka, Judith Resnik, Gregory Jarvis und Christa McAuliffe) sterben. Siehe dazu: STS-51-L.

25. Januar 1995[Bearbeiten]

Eine chinesische Trägerrakete vom Typ CZ-2E stürzt nach dem Start ab. Trümmer töten 20 Bewohner eines Dorfes.

15. Februar 1996[Bearbeiten]

Wenige Sekunden nach dem Start vom Kosmodrom Xichang weicht eine chinesische CZ-3B mit einem kommerziellen Intelsat-Kommunikationssatelliten vom Kurs ab und schlägt in einem nur wenige Kilometer entfernten Dorf auf, wo die noch nahezu vollbetankte Rakete explodiert. Medien und westliche Experten werden nicht an den Unfallort gelassen. Offiziell werden von der chinesischen Führung sechs Tote und 57 Verletzte bestätigt, inoffizielle Stellen sprechen sogar von bis zu 500 Toten.

4. Juni 1996[Bearbeiten]

Der Flug Ariane V88 endete etwa 40 Sekunden nach dem Start, als die Rakete nach einer Ausnahmesituation in der Software der Steuereinheit plötzlich vom Kurs abkam und sich kurz darauf selbst zerstörte. Vier Cluster-Forschungssatelliten zur Untersuchung des Erdmagnetfelds gingen dabei verloren.

15. Oktober 2002[Bearbeiten]

Eine Sojus-U-Rakete stürzt nur Sekunden nach dem Start in Plessezk zurück auf die Startplattform und explodiert. Ein Soldat wird durch die Explosionsdruckwelle in einem benachbarten Gebäude getötet.

1. Februar 2003[Bearbeiten]

Bei der Rückkehr zur Erde wird die Raumfähre Columbia aufgrund einer beim Start erfolgten Beschädigung des Hitzeschildes zerstört. Sechs amerikanische und ein israelischer Astronaut sterben (Rick Husband, William C. McCool, Michael P. Anderson, David M. Brown, Kalpana Chawla, Laurel Clark und Ilan Ramon). Siehe dazu: STS-107.

22. August 2003[Bearbeiten]

Eine brasilianische Trägerrakete VLS-1 explodiert bei Startvorbereitungen und tötet 21 Techniker. Siehe dazu: Brasilianische Raketenexplosion

Literatur[Bearbeiten]

  • Matthias Gründer, Horst Hoffmann, Gerhard Kowalski: SOS im All. Schwarzkopf und Schwarzkopf, Berlin 2000, ISBN 3-89602-339-X.
  • Karcev Chazanovskij: Warum irrten die Experten?. 3. Auflage, Verlag Technik, Berlin 1990, ISBN 3-341-00545-5.
  • Volker Neipp: Mit Schrauben und Bolzen auf den Mond – das unglaubliche Lebenswerk von Dr. Eberhard F.M. Rees. Springer, Trossingen 2008, ISBN 978-3-9802675-7-1.
  • David J. Shayler: Disasters and accidents in manned spaceflight. Springer, London 2000, ISBN 1-85233-225-5.

Weblinks[Bearbeiten]