Intelsat

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Intelsat
Logo
Rechtsform S.A.
Gründung 1964
Sitz Luxemburg
Leitung David McGlade (CEO)
Umsatz 2,6 Mrd. US-Dollar (2011)
Branche Telekommunikation
Website www.intelsat.com
Ein Intelsat-IVA-Satellit

Intelsat ist ein 1964 gegründetes Technologieunternehmen mit Sitz in Luxemburg. Es bietet die Übertragungskapazität für nationale und internationale Kommunikation, wie Sprach-, Datenübertragung, Internetanbindung und Fernsehübertragung mittels geostationärer Kommunikationssatelliten gegen Entgelt an. Der vollständige Name lautet Intelsat General Corporation. Seit dem Start des bahnbrechenden Intelsat I wurden diese Satelliten ständig weiterentwickelt und in der Übertragungskapazität gesteigert. Intelsat-Satelliten senden in den C-Band- und Ku-Band-Frequenzen.

Geschichte[Bearbeiten]

Start von Early Bird am 6. April 1965
Ein Intelsat IV Satellit auf einer Centaur Oberstufe, Abwurf der Nutzlastverkleidung
Intelsat1 Early Bird

Intelsat I war der erste kommerzielle Nachrichtensatellit auf einer geostationären Umlaufbahn. Er wurde am 6. April 1965 auf der Spitze einer Delta-D-Rakete in den Weltraum gebracht.

Der Satellit wurde von der New York Times mangels eines griffigen Namens Early Bird (Frühaufsteher) getauft. Er wurde von der US-Nachrichtengesellschaft Comsat erworben und Jahre später an die weltweit tätige Nachrichtensatellitenorganisation Intelsat weiter veräußert. Early Bird übertrug von seiner Position 35.800 km über dem Äquator am 28° westlichen Längengrad am 2. Mai 1965 die Fernsehunterhaltungssendung „Premiere im Weltraum“ auf beide Seiten des Atlantiks.

Early Bird konnte 240 Telefongespräche oder eine Fernsehsendung übertragen. Ohne Antrieb wog er nur 38 Kilogramm. Die Sendeleistung betrug 40 Watt und die Lebensdauer 1,5 Jahre. Er hatte einen Durchmesser von 72 Zentimetern und war 59 Zentimeter lang.

Die Betreiberorganisation wurde am 20. August 1964 von elf teilnehmenden Ländern als International Telecommunications Satellite Consortium gegründet. 1973 mit 80 teilnehmenden Staaten wurde der Name auf International Telecommunications Satellite Organization (ITSO) geändert. Am 18. Juli 2001 wurde Intelsat nach 37 Jahren als zwischenstaatliche Organisation privatisiert, und der Name wird seitdem als Intelsat geschrieben. Im August 2004 wurde das Unternehmen für 3,1 Milliarden US-Dollar an vier US-amerikanische und britische Private-Equity-Firmen verkauft: Madison Dearborn Partners, Apax Partners, Permira and Apollo Global Management. Eine Fusion mit PanAmSat wurde eingeleitet.

2004 kaufte Intelsat eine Reihe von Satelliten für den amerikanischen Markt (Telstar 5, 6, 7, 8 und 13) von dem kanadischen Unternehmen Loral Skynet. Diese wurden unter dem Namen Intelsat Americas in die Flotte eingereiht.

Im Juni 2007 kaufte der Finanzinvestor BC Partners 76 Prozent an dem Unternehmen. Dafür wurden fünf Milliarden US-Dollar an Intelsat bezahlt.

Intelsat hatte bis Dezember 2010 seinen Firmensitz auf Bermuda, danach wurde er nach Luxemburg verlegt.[1] Der Großteil der Mitarbeiter ist jedoch in Washington DC (USA) stationiert.

Intelsat Satellitengenerationen[Bearbeiten]

Seit dem Start von Intelsat-1 wurde die Leistung der einzelnen Generationen der Intelsat Satelliten stets weiter gesteigert. Einen Überblick der Leistungsentwicklung bietet die folgende Liste:[2][3]

Intelsat Anzahl Jahr Masse Größe (Durchmesser, Höhe)
mit Antennen
Transponder C-Band Transponder Ku-Band Primärleistung Trägerraketen
Intelsat-1 1 1965 68 kg 0,61m*0,59m 1 0 46 W Delta-D
Intelsat-2 4 1966 76 kg 1,42m*0,67m 2 0 100 W Delta-E1
Intelsat-3 8 1968 151 kg 1,42m*1.08m 2 0 150 W Delta-M
Intelsat-4 8 1971 1414 kg 2,7m*2,74m 12 0 540 W Atlas Centaur
Intelsat-4A 8 1975 1515 kg 2,5m*2,74m 20 0 540 W Atlas Centaur
Intelsat-5 9 1980 1860 kg 1,8m*2,0m
(6,6m*15,9m)
21 4 1800 W Atlas Centaur, Ariane-1
Intelsat-5A 6 1985 c.a. 2000 kg 2,1m*2,8m
(15,9m)
26 6 1800 W Atlas Centaur, Ariane-2
Intelsat-6 5 1989 4330 kg 3,6m*11,8m 38 10 2250 W Ariane-4, Titan-3
Intelsat-K 1 1993 2836 kg 2,2m*2,8m (24m) 0 16 4850 W Atlas-2A
Intelsat-7 6 1993 3695 kg 26 10 3,6 kW Ariane-4, Atlas-2AS
Intelsat-7A 3 1995 4180 kg 26 14 4,8 kW Ariane-4, Langer Marsch-3B
Intelsat-8 4 1997 3245 kg 38 6 Ariane-4
Intelsat-8A 2 1998 3524 kg 28 3 Atlas-2AS
Intelsat-9 7 2001 4725 kg 44 12 8 kW Ariane-4, Proton
Intelsat-10 1 2004 5575 kg 45 16 8 kW Proton
Intelsat-11[4] 1 2007 2500 kg 16-für-12 (redundant) 2 * 12-für-9 (redundant) 4,5 kW Ariane-5
Intelsat-14 1 2009 40 22 Atlas-5
Intelsat-15 1 2009 2550 kg 0 30 für 22 (redundant) 4,6 kW Zenit

Laut Medienberichten von 2005 gibt Intelsat für den Start eines Satelliten und seinen Betrieb im ersten Jahr etwa 200 Millionen US-Dollar aus, hinzu kommen Versicherungskosten.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Intelsat – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. Intelsat verlegt Firmensitz nach Luxemburg - Bessere Rahmenbedingungen im Großherzogtum
  2. Mission And Spacecraft Library. NASA JPL, abgerufen am 3. Dezember 2009 (englisch).
  3. Gunter Dirk Krebs: Intelsat-1. In: Gunter's Space Page. 27. September 2009, abgerufen am 3. Dezember 2009 (englisch).
  4. Fact Sheet Intelsat 11. Orbital Sciences Corporation, 28. Februar 2010, abgerufen am 22. Mai 2010 (PDF; 1,3 MB, englisch).