Logger (Schiffstyp)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lugger
Luggertakelung

Logger (auch Lugger oder Lougre) bezeichnet ursprünglich einen historischen Schiffstyp des 18. Jahrhunderts mit unterschiedlichster Verwendung, später auch einen verwandten Fischerbootstyp auf der Nordsee.

Im 18. Jahrhundert[Bearbeiten]

Der Logger des 18. Jahrhunderts wurde als schnelle Post-, Kaper-, Lotsen- oder Küstenfrachtschiffe eingesetzt. In der Fischerei wurde der "Lougre" bzw. "Chasse Marée" von den französischen Kanalfischern bei ihrer Islandfischerei eingesetzt[1] .

Typischerweise war der Logger dreimastig, wobei die beiden vorderen Masten umklappbar waren und der kleine Besanmast extrem weit nach hinten versetzt war. An allen drei Masten war der Logger mit sogenannten Luggersegeln, eine Art Rahsegel (Schrägsegel), deren Rahen nicht in der Mitte, sondern auf einem Drittel ihrer Länge am Mast befestigt waren, ausgestattet. Diese Segel können auch als vereinfachte Gaffelsegel angesehen werden.

Der Fischereilogger[Bearbeiten]

Werftzeichnung eines typischen Fischereiloggers, des Segelloggers "Stör" der Glückstädter Heringsfischerei, gebaut 1893 bis 1894

Im 19. Jahrhundert entstand daraus der im Nordseeraum verbreitete Fischereilogger. 1866 kam der niederländische Reeder Adrien Eugène Maas[2] zur Überzeugung, dass die schnellen französischen Logger zur Heringsfischerei mit den Heringstreibnetzen besser geeignet sein sollten als die bisher im Gebrauch gewesenen, vergleichsweise langsamen und trägen Buisen und Hoeker. Er kaufte in Boulogne-sur-Mer einen dreimastigen Logger und ließ ihn als "Scheveningen SN 1" von Vlardingen aus die Heringsfischerei aufnehmen. Auf Grund guter Fangerfolge ließ er im Folgejahr in Vlardingen zwei weitere Logger bauen, die "Hollander" und "Arnoldine Marie". Die Schiffe waren 17 m lang und 5,55 m breit bei einer Tiefe von 2,40 m[3]. Vollständig verändert wurde die Besegelung: das Schiff war nunmehr wie eine Ketsch getakelt, nämlich zweimastig mit einem Großmast und einen weit nach hinten versetzten wesentlich kleineren Besanmast, jeweils mit Gaffelsegeln und drei- oder viereckigen Großtop- bzw. Besantopsegeln. Es wurde vorgeschlagen, diesen Fischereischiffstyp als "Maaskutter" zu bezeichnen, was sich aber nicht durchsetzte. Stattdessen blieb es bei der Bezeichnung "Logger", obwohl dieses Schiff mit dem französischen Lougre außer seiner Herkunft kaum noch etwas gemein hat.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Wilfried Brandes (Hrsg.): Logger-Jantjes. Die Bremen-Vegesacker Fischereigesellschaft und der Heringsfang, S. 32 f. Edition Tammen, Bremen, 2. Aufl., 1996
  2. Niederländische Wikipediaseite "Adrien Eugène Maas" (aufgerufen am 29. Juli 2010)
  3. Niederländische Wikipediaseite "Logger" (aufgerufen am 27. Juli 2010)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Logger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien