Lycoris

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Dieser Artikel behandelt die Computersoftware. Für die gleichnamige Pflanzengattung siehe Spinnenlilien. Der römische Dichter Gaius Cornelius Gallus nannte die Hetäre Volumnia in seinen Werken Lycoris.

Lycoris war ein Linux-Desktop-Umgebung und ein Unternehmen. Lycoris ist griechisch für Dämmerung.

Firmengeschichte[Bearbeiten]

Joseph Cheek arbeitete zuvor bei Microsoft und Linuxcare. 2000 gründete er Redmond Linux. Ende 2001 ging er mit der „Embedded systems“ Firma DeepLinux zusammen und nannte seinen Betrieb in Redmond Linux Corporation um. Das erste Produkt hieß „Redmond Linux Personal“, ein für jeden einfach genug zu bedienendes Betriebssystem. Im Januar 2002 firmierte das Unternehmen unter den Namen Lycoris. Das Privatunternehmen hat seinen Sitz in Maple Valley, Washington, USA. Das bekannteste Produkt ist der Lycoris Desktop/LX, basierend auf „Redmond Linux Personal“. Am 16. Juni 2005 wurde bekannt gegeben, dass Lycoris von Mandriva übernommen wurde. Im Anschluss wurde der Lycoris Desktop/LX in Mandriva eingearbeitet und Lycoris als eigenständige Distribution eingestellt.

Produkte[Bearbeiten]

Lycoris Desktop/LX beruht ursprünglich auf Calderas Workstation 3.1 (Kefk.net: Debian GNU/Linux). Desktop/LX bietet Internetzugang, OpenOffice.org-Pakete, Multimedia und mehr. Der Lycoris-Desktop und seine Applikationen sehen absichtlich wie das Microsoft-Produkt Windows XP aus bis hin zum Hintergrundbild (eine Rasenlandschaft mit wolkigem Himmel). Ein Nachteil von Lycoris ist, dass jegliche Entwicklungswerkzeuge grundsätzlich fehlen. Enthalten sind z. B. KDE, ein Foto-Editor, Mediaplayer sowie Mozilla und ein PDA-Synchronisations-Tool für Palm-Geräte. Seit Februar 2003 wird Lycoris neben Mandriva und Linspire bei der Handelskette Wal-Mart angeboten. Man vergleiche das Prinzip von Lycoris mit Xandros oder Linspire.

Installation[Bearbeiten]

Lycoris packte alle aktuellen Anwendungen für den Alltags-Bedarf auf nur eine DVD. Die Installation erfolgt in ca. 30 Minuten, ein Reboot ist nicht erforderlich. Dass Lycoris auch an den Komponenten gespart hat, merkt man sofort: Um die Benutzerfreundlichkeit zu steigern und um den Linuxanfänger nicht mit haufenweise Applikationen zu einem Thema zu überfordern, gibt es nur eine Applikation für eine Aufgabe. Zum Update des Systems wird der von Lycoris entwickelte Update-Assistent benötigt. Auch an Windows-Umsteiger wurde gedacht: Wine ist bereits vorkonfiguriert installiert und man muss nur noch auf die gewünschte Anwendung klicken. Auf FTP-, Web- oder Datenbankserver wurde zugunsten der Bootgeschwindigkeit komplett verzichtet.

Versionen[Bearbeiten]

Lycoris Desktop/LX
Version Build-Nr. Datum
Amethyst Build 43 10. Dezember 2001
Update1 Build 44 11. Januar 2002
Update2 Build 46 27. Juli 2002
Update3 Build 168 18. Februar 2004
Version 1.4 Build 212 13. September 2004