Märjelensee

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Märjelensee
Aletschgletscher und Märjelensee
Aletschgletscher und Märjelensee
Geographische Lage am linken, östlichen Rand des
Aletschgletschers
Daten
Koordinaten 650209 / 14347846.4407666666678.09199166666672348Koordinaten: 46° 26′ 26,8″ N, 8° 5′ 31,2″ O; CH1903: 650209 / 143478
Märjelensee (Wallis)
Märjelensee
Höhe über Meeresspiegel 2'348 m ü. M.
Fläche 0,32 haf5
Maximale Tiefe 45 mf10
Besonderheiten

im 19. Jahrhundert entstandener Eisstausee

Der Märjelensee ist ein See im Kanton Wallis in der Schweiz, am östlichen Rand des Aletschgletschers auf einer Höhe von 2'348 m ü. M. Er liegt in einer Senke zwischen dem Eggishorn (2'927 m) und dem Strahlhorn (3'026,5 m).

Geschichte[Bearbeiten]

Der Märjelensee wurde im 19. Jahrhundert beim Hochstand des Aletschgletschers auf natürliche Weise zu einem Eisstausee (oder: „Gletscherrandsee“) aufgestaut.

Die Ausbrüche des Sees durch ein plötzliches Abfliessen des aufgestauten Wassers durch Gletscherspalten verursachten in dieser Zeit immer wieder starke Schadenshochwässer unterhalb des Aletschgletschers im Tal der Massa.

Gletscherberichte vermerken Ausbrüche zu folgenden Zeitpunkten: August 1813, Juli 1820, Juli 1822, Juli 1828, Herbst 1840, August 1848, 1858, 1859, Juli 1864, 1871, 1872, 1873, 1874, 1875, 1876, 19. Juli 1878, 9./10. Juni 1882, Januar 1883, August 1884, 4. September 1887, 24. Juni 1889, 25. Juli 1890, 1892, 1894, 24. September 1895.

Neben diesen Ausbrüchen kam es im 19. Jahrhundert auch zu Schadenshochwässern ins Weisswasser im Fieschertal.

Um weitere Schäden durch Eisstausee-Ausbrüche zu verhindern, wurde im Sommer 1895 für den Märjelensee ein Entlastungsstollen nach Fiesch angelegt, mit dem die maximale Staukote begrenzt werden sollte.

Bedingt durch den Gletscherrückzug im 20. Jahrhundert war dieser Entlastungsstollen jedoch nur ein einziges Mal in Betrieb. Seit 1901 läuft der heute deutlich kleinere Märjelensee mit wenigen Ausnahmen jährlich aus. Die Staukote befindet sich heute deutlich unterhalb des alten Entlastungstunnels. Da zusätzlich auch der Stausee Gibidum angelegt wurde, können die Massa-Hochwässer das Tal der Rhône nicht mehr überschwemmen. Durch den alten Entlastungsstollen, den heutigen Tälligrattunnel, führt nun ein Wanderweg.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Märjelensee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien