Makibär

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Makibär
Systematik
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Kleinbären (Procyonidae)
Gattung: Makibären (Bassaricyon)
Art: Makibär
Wissenschaftlicher Name
Bassaricyon alleni
(Thomas, 1880)

Der Makibär (Bassaricyon alleni) oder eigentlicher Makibär, ist eine Art Makibären, die zu den Kleinbären gehören.

Merkmale[Bearbeiten]

Die Art unterscheidet sich äußerlich wenig von anderen Makibären. Wie die übrigen Arten der Gattung besitzt er ein graubraunes Fell und einen schwach geringelten, leicht buschigen Schwanz, der sich allerdings nicht wie beim ähnlichen Wickelbären zum Greifen eignet. Nach Kays (2009), der allerdings Bassaricyon beddardi nicht vom eigentlichen Makibären unterscheidet, andererseits eine Unterart des Buschschwanz-Olingo (B. g. medius) hinzurechnet, erreicht die Art eine Kopfrumpflänge von 30-50 cm, eine Schwanzlänge von 35-53 cm und ein Gewicht von 0,9-1,6 kg.[1] Weiterhin bestehen Unterschiede im Schädelbau. Genetische Analysen mitochondrialer DNA sprechen ebenfalls dafür, den eigentlichen Makibären und den Buschschwanz-Onlingo als getrennte Arten aufzufassen.[2]

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Verbreitungsgebiet des Makibären (ohne die jüngeren Nachweise Ostbrasiliens)

Das Verbreitungsgebiet des Makibären erstreckt sich über Teile Boliviens, Ecuadors (östlich der Anden) und Perus, wo er westwärts bis in die Cusco-Region vordingt. Unklar ist ob die Art auch in Venezuela vorkommt. Die Makibären, die in den Teilen Venezuelas, in Guyana und angrenzenden Teilen Brasiliens vorkommen, werden von der IUCN als eigene Art Bassaricyon beddardi aufgefasst[3]. Anderen Quellen Zufolge werden diese Vorkommen zum eigentlichen Makibären gerechnet.[1] Neue Nachweise aus dem östlichen Amazonasbecken sprechen zudem dafür, dass der eigentliche Makibär auch im östlichen Brasilien bis hin zum Madeira-Fluss vorkommt, was bisher unbekannt war.[2]

Lebensweise und Ökologie[Bearbeiten]

Über den Makibären ist wenig bekannt. Er bewohnt feuchte Wälder und scheint nachtaktiv, baumlebend und einzelgängerisch zu sein. Die Nahrung besteht aus Früchten und Insekten.[3]

Systematik[Bearbeiten]

Der eigentliche Makibär bildet eine Art der Makibären (Gattung Bessaricyon), die derzeit meist in fünf Arten unterteilt wird.[4][3] Dabei besteht momentan keine Sicherheit über die tatsächliche Anzahl der Arten und in der Vergangenheit wurden von verschiedenen Wissenschaftlern auch nur zwei oder gar nur eine Art der Makibären anerkannt.[3]

Gefährdung und Schutz[Bearbeiten]

Die Art wird von der IUCN als „nicht gefährdet“ (Least concern) eingeschätzt. Sie kommt in verschiedenen geschützten Gebieten vor.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b R. Kays: Family Procyonidae (Racoons). In: Don E. Wilson , Russell A. Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. Volume 1: Carnivores. Lynx Edicions, 2009, ISBN 978-84-96553-49-1, (S. 525).
  2. a b R. Sampaio, D. P. Munari, F. Röhe, A. L. Ravetta, P. Rubim, I. P. Farias, M. F. F. da Silva, M. Cohn-Haft: New distribution limits of Bassaricyon alleni Thomas 1880 and insights on an overlooked species in the Western Brazilian Amazon. Mammalia. Volume 74, Issue 3, Pages 323–327, ISSN (Online) 1864-1547, ISSN (Print) 0025-1461, DOI: 10.1515/mamm.2010.008, May 2010
  3. a b c d e Bassaricyon alleni in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2011.2. Eingestellt von: Reid, F. & Helgen, K., 2008. Abgerufen am 26. April 2012
  4. Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder (Hrsg): Bassaricyon alleni in Mammal Species of the World. A Taxonomic and Geographic Reference (3rd ed).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bassaricyon alleni – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Bassaricyon alleni in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2011.2. Eingestellt von: Reid, F. & Helgen, K., 2008. Abgerufen am 26. April 2012