Manfred Sondermann

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Manfred Sondermann (* 2. Juli 1938 in Berlin) ist ein deutscher Karikaturist.

Leben[Bearbeiten]

Sondermann wuchs in Berlin und Zeulenroda auf und machte zunächst eine Ausbildung zum Maschinenschlosser, bevor er zwischen 1962 und 1967 ein Studium zum Maschinenbauingenieur absolvierte und als Konstrukteur arbeitete. Seine Tätigkeit als Karikaturist pflegt Sondermann zweitberuflich. Er lebt in Zeulenroda.

Sondermann ist Mitglied des Verbandes Bildender Künstler Thüringen und der e.o. plauen-Gesellschaft.

Werk[Bearbeiten]

In seiner Kindheit zeichnete Sondermann vorzugsweise humoristische Bilder und orientierte sich an Vorbildern wie e.o.plauen und Paul Simmel. Die ersten Karikaturen wurden 1954 in der Lokalzeitung Volkswacht veröffentlicht. Aufgrund seiner Tätigkeit als Maschinenbauingenieur zeichnete Sondermann zunächst vor allem technische Karikaturen, die seit 1977 regelmäßig in der vom Verlag Technik herausgegebenen Zeitschrift Maschinenbautechnik veröffentlicht wurden, und fertigte Illustrationen für technische Fachbücher. In der Novemberausgabe des Magazins stellte Herbert Sandberg 1981 den „Sonderfall Sondermann“, dessen Roboter in der Karikatur nicht etwa Phantasiegebilde seien, „sondern sogar nachprüfbar funktionstüchtig dargestellt werden“, erstmals einem breiten Publikum vor.

1987 erschien im Verlag Technik ein Bändchen mit technischen Karikaturen, die sowohl den übertriebenen Fortschrittsglauben und die Umweltsünden der frühen 1980er Jahre aufs Korn nehmen als auch mögliche Szenarien für die Zukunft entwarfen. In den letzten Jahren der DDR wandte sich Sondermann zunehmend der politischen Karikatur zu. Seine systemkritischen Blätter Verwurzelt oder Das Haus, in dem ich wohne konnten in der DDR nicht veröffentlicht werden, erschienen jedoch unmittelbar nach dem politischen Zusammenbruch im Wendebuch (Berlin 1990).

1991 etablierte sich Sondermann mit der Figur des „Ossikar“ endgültig zum Zeichner von politischen Karikaturen. Zwischen 1991 und 2006 erschienen die in der Regel aus vier Bildern bestehenden Karikaturen regelmäßig in der Hofer Frankenpost sowie in der Thüringenpost. Der Fokus verschob sich dabei allmählich vom Thema 'Wiedervereinigung' zu tagespolitischen Themen. Seit 2004 nimmt Sondermann jährlich an der Rückblende, einem Wettbewerb für politische Karikatur und Fotografie, teil.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Das Küßchen für den Roboter und andere Karikaturen. Berlin (Verlag Technik) 1987 (ISBN 3-341-00331-2)
  • Das Wendebuch. Berlin (Verlag Technik) 1990 (ISBN 3-341-01024-6)
  • Ossikar. Hof (Frankenpost Verlag) 1994

Ehrungen[Bearbeiten]

Die Volkssternwarte in Drebach (Erzgebirge) nennt den am 5. September 1999 entdeckten Planetoiden 1999 RU32 nach Ossikar. Er trägt jetzt die offizielle Bezeichnung (59828) Ossikar.

Literatur[Bearbeiten]

  • Herbert Sandberg: Sonderfall Sondermann. In: Magazin. Heft 11/1981, S. 25–27
  • Heinz Frotscher: Der Erfinder des Ossikar.. In: Grüne Hügel, blaue Täler. Geschichten aus und um Zeulenroda-Triebes. Zeulenroda 2007, S. 271–303

Weblinks[Bearbeiten]