Marksman (Flugabwehr)

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Finnischer ItPsv-90-Flugabwehrpanzer

Marksman ist ein britisches Flugabwehr-Waffensystem, bestehend aus einem Gefechtsturm mit Marconi Series 400 Radar und zwei Oerlikon 35-mm-KDA-Maschinenkanonen. Das System wurde von Vickers entwickelt und ist dem deutschen Flugabwehrpanzer Gepard ähnlich.

Der Gefechtsturm kann auf viele Panzerfahrgestelle montiert werden, womit sehr einfach ein Flugabwehrpanzer gebaut werden kann. Der einzige Anwender dieses Waffensystems ist Finnland, das 1990 sieben Einheiten bestellte. Die Gefechtstürme wurden dabei auf polnische T-55AM-Panzerfahrgestellen montiert. Dieses System erhielt die Bezeichnung ItPsv 90 (Ilmatorjuntapanssarivaunu 90, Flugabwehrpanzer 90; die Zahl 90 bezieht sich auf das Jahr der Einführung). Es ist als sehr präzises Flugabwehrkanonen-Waffensystem mit einer dokumentierten Trefferwahrscheinlichkeit von 52,44 Prozent bekannt.[1]

Einsatz[Bearbeiten]

Der finnische ItPsv 90 Marksman wird hauptsächlich zur Luftsicherung der Panzereinheiten eingesetzt, entspricht also eher der Einsatzdoktrin des Kalten Krieges. Die Flugabwehrpanzer sind normalerweise mit dem Einsatz-Hauptquartier verbunden und bilden eine Gruppe von zwei Einheiten. Die Fahrzeuge sind allwetterkampffähig und gewährleisten durch eine zweite Besatzung eine höhere Überlebensfähigkeit im Kampf. Mit dem ItPsv 90 Marksman werden vorrangig Hubschrauber, tieffliegende Flugzeuge und UAV bekämpft. Zusätzlich ist es auch möglich, weiche und gepanzerte Bodenziele zu bekämpfen.

Das Fahrgestell des finnischen ItPsv 90 Marksman ist ein polnischer T-55AM-Panzer, der zur Aufnahme des Gefechtsturms modifiziert wurde. Die AM-Version wurde aufgrund des hohen Gewichts des Gefechtsturms (ein T-55AM wiegt 36 Tonnen, ein T-55AM Marksman wiegt 41 Tonnen) und wegen der im Vergleich zum normalen T-55 höheren Motorleistung der AM-Version (620 PS) gewählt. Das Waffensystem wird durch ein britisches Marconi-Luftraumüberwachungs- und Folgeradar mit einer Reichweite von zwölf Kilometern im Suchmodus und zehn Kilometern im Folgemodus geführt. Der Laserentfernungsmesser misst Ziele ab acht Kilometern Entfernung. Der Kommandant und der Richtschütze haben jeweils kreiselstabilisierte optische Zielgeräte. Diese werden vor allem bei der manuellen Bedienung der Waffe für Bodenzielbekämpfung benötigt.

Bewaffnung[Bearbeiten]

Die Bewaffnung besteht aus einer Oerlikon 35-mm-Zwillingskanone mit einer Feuerrate von 18 Schuss pro Sekunde. Die Flugabwehr-Munition hat eine Mündungsgeschwindigkeit von 1175 m/s. Die effektive Reichweite beträgt 4000 Meter. Das Fahrzeug verfügt des Weiteren über eine 76-mm-Nebelmittelwurfanlage von Wegmann mit acht Rohren. Der Gefechtsturm kann sich um 360° drehen und der Höhenrichtbereich der Waffen ist −10 bis +85 Grad. Als Munition werden 460 Patronen Flugabwehrmunition und 40 Patronen panzerbrechende Munition mitgeführt.

Ausrüstung/Besatzung[Bearbeiten]

Im Fahrzeug sind weiterhin drei Funkgeräte für die Feuerkontrolle und Kommunikation eingebaut. Die dreiköpfige Besatzung besteht aus dem Kommandanten, dem Richtschützen und dem Fahrer. Um eine Einsatzbereitschaft rund um die Uhr sicherzustellen, wird im Kampfeinsatz abwechselnd eine zweite Besatzung eingesetzt.

Versionen[Bearbeiten]

  • Centurion Marksman: Marksman-Gefechtsturm auf einem Centurion (×)
  • Chieftain Marksman: Marksman-Gefechtsturm auf einem Chieftain-Fahrgestell (×)
  • Challenger Marksman: Marksman-Gefechtsturm auf einem Challenger-1-Fahrgestell (×)
  • G6 Marksman: Marksman-Gefechtsturm auf einem G6-Fahrgestell (×)
  • Leopard 1 Marksman: Marksman-Gefechtsturm auf einem Leopard-1-Fahrgestell (×)
  • M48 Marksman: Marksman-Gefechtsturm auf einem M48-Patton-Fahrgestell (×)
  • T-55 Marksman: Marksman-Gefechtsturm auf einem T-55-Fahrgestell. In Finnland auf Basis vorhandener T-55AM-Fahrgestelle mit der Bezeichnung ItPsv 90 Marksman eingeführt.
  • Type 59 Marksman: Marksman-Gefechtsturm auf einem Typ-59-Fahrgestell (×)
  • Vickers Marksman: Marksman-Gefechtsturm auf einem Vickers-Mk-3-MBT-Fahrgestell (×)

(×) mögliche Version, bisher nicht gebaut

Verwendung[Bearbeiten]

Technische Daten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ilmatorjuntaupseeri: Panssari-ilmatorjuntakoulutus Hämeen Ilmatorjuntapatteristossa