Martianus Mineus Felix Capella

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Martianus Mineus Felix Capella (5. Jahrhundert, Lebensdaten sind unsicher), - meist kurz: Martianus Capella - war ein römischer Enzyklopädist und Rechtsanwalt.

Capella lebte in Karthago. Sein Hauptwerk De nuptiis Philologiae et Mercurii - Die Hochzeit der Philologie mit Merkur - (Datierung umstritten), eine allegorische Enzyklopädie, in welcher der Fächerkanon der sieben freien Künste erstmals verbindlich formuliert wurde, widmete er seinem Sohn. In der 2. Hälfte des 9. Jahrhunderts wurde diese Schrift durch Abschriften und Kommentare weit verbreitet.

Sein Hauptwerk wurde wie folgt gegliedert:

  • Bücher III-V : das (sprachliche) Trivium Grammatik, Rhetorik, Logik
  • Bücher VI-IX : das (mathematische) Quadrivium Arithmetik, Geometrie, Musiktheorie, Astronomie

Das Buch VI zur Geometrie behandelt vorwiegend geographische Themen nach Plinius dem Älteren und Solinus. Die 'Elemente' von Euklid werden nur kurz gezeigt auf der Grundlage einer lateinischen Bearbeitung.

Das Buch VII zur Arithmetik behandelt Elemente der Zahlentheorie, hauptsächlich an Nikomachos angelehnt. Es war nach der Arithmetik von Boethius das wichtigste zahlentheoretische Werk im Unterricht während des frühen lateinischen Mittelalters. Buch VII stellt die besterhaltene Arbeit in lateinischer Sprache auf dem Gebiet der Astronomie dar. Kopernikus erwähnt Capella wegen der heliozentrischen Darstellung von Venus und Merkur.

In seinem Werk zeigte er einen Abriss der aristotelischen Logik und der Logik der Stoa. Capella zeigte die Lehre des Aristoteles vom Urteil und dem Syllogismus. Die Urteile wurden nach der Quantität in allgemeine, unbestimmte, partikuläre unterschieden. Nach der Qualität unterschied er die Urteile in bejahende und verneinende.

Weiterhin gab er Regeln der Transformation und Kontraposition von Urteilen an. In dem Teil bezüglich des Syllogismus zeigte er die Modi der drei Figuren des kategorischen Syllogismus und die Regeln und Modi des bedingten Syllogismus. Weiterhin untersuchte er die Operationen des Folgerns.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Werke

  • De nuptiis philologiae et mercurii, edidit Adolfus Dick, 2. Aufl. 1925, 3. Aufl., Teubner, Stuttgart 1978

Übersetzungen:

  • Notker von Sankt Gallen, De nuptiis Philologiae et Mercurii, althochdeutsche Übertragung
  • Williams Harris Stahl und Richard Johnson, New York 1977, englisch
  • Hans Günter Zekl, Würzburg 2005, deutsch

Zur Problematik der Datierung und bezüglich weiterführender Literatur siehe Lexikon des Mittelalters, Bd. 6, Sp. 338f.

[Bearbeiten] Literatur

  • Muriel Bovey: Disciplinae cyclicae: L'organisation du savoir dans l'œuvre de Martianus Capella, Trieste, Edizioni Università di Trieste, 2003.
  • Brigitte Englisch: Die Artes liberales im frühen Mittelalter (5.-9. Jahrhundert). Das Quadrivium und der Komputus als Indikatoren für Kontinuität und Erneuerung der exakten Wissenschaften zwischen Antike und Mittelalter. Sudhoffs Archiv, Beihefte 33, Stuttgart 1994 ISBN 978-3-515-06431-6.
  • Sonja Glauch: Die Martianus-Capella-Bearbeitung Notkers des Deutschen, Tübingen 2000 (Münchener Texte und Untersuchungen 116/117) (Max-Weber-Preis der BADW 1999)
  • Sabine Grebe: Martianus Capella, De Nuptiis Philologiae et Mercurii. Darstellung der Sieben Freien Künste und ihrer Beziehungen zueinander, Stuttgart-Leipzig, Teubner, 1999.
  • Mariken Teeuwen: Harmony and the Music of the Spheres. The Ars Musica in Ninth-Century Commentaries on Martianus Capella, Leiden 2002. ISBN 90-04-12525-6

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

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