Masorti

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Masorti oder Masor(a)ti (hebräisch ‏ מסורתי‎, „traditionell“, Plural Masor(a)tiim (מסורתיים)) ist die in Israel gebräuchliche Bezeichnung für das traditionnelle, aber nicht streng orthodoxen — weder Ultraorthodox oder national-religiös — Juden dem etwa ein Drittel der Bevölkerung zugehört. Es hat nichts mit der Konservatives Judentum (auch bekannt als Masorti) zu tun.[1]

Der Begriff Masorti ist eine weitere in Israel und Deutschland gebräuchliche Bezeichnung für das aus den USA und Kanada stammende, Conservative Judaism genannte konservative Judentum. Sie fasste in den 1970er Jahren nach dem Sechstagekrieg in Israel Fuß dank der Einwanderung US-amerikanischer Juden, besonders auch Rabbiner, die dem Konservativen angehörten. Seit dem Mauerfall 1989 faßte sie Fuß auch in Deutschland, aufgrund von US-amerikanischer Investition zum Aufbau deutscher Masorti-Gemeinden für jüdische Kontingentflüchtlinge aus der ehemaligen Sowjetunion. Mit der Ausbildung der deutschen Gesa Ederberg, die vor ihrer Ordination zum Reform-Judentum übergetreten war, gibt es eine amtierende Masorti Rabbinerin der Einheitsgemeinde in Berlin. Im 2013 gegründeten Zacharias Frankel College der Universität Potsdam werden konservative Masorti Rabbiner und Rabbinerinnen ausgebildet.[2][3]

Konservatives Judentum[Bearbeiten]

Die gut 60 Masorti-Gemeinden mit insgesamt etwa rund 50.000 Mitgliedern (Stand 2012) sind in der 1979 gegründeten Masorti Foundation for Conservative Judaism in Israel (התנועה המסורית, „Masorti-Bewegung“) zusammengeschlossen.[4] 1984 wurde in Jerusalem das Seminary for Judaic Studies (Beit Midrash) errichtet, in dem Israelis als Masorti Rabbiner und Lehrer ausgebildet werden. Daneben gibt es seit den 1970er Jahren die Jugendbewegung NOAM (Noar masorti) und die Tali-Schulen. Bereits 1962 hatte das Jewish Theological Seminary of America (JTS) einen Campus in Jerusalem eröffnet. 1984 wurde der Kibbutz Hanaton gegründet.[5]

In der zweiten Hälfte des 20. und Anfang des 21. Jahrhunderts haben sich Masorti-Gemeinden in Lateinamerika, Australien und Europa – besonders in Großbritannien, vereinzelt auch in Deutschland – etabliert.[6] Sie sind in der internationalen Organisation für Masorti Gemeinden Masorti Olami zusammengeschlossen.[7]

Situation in Israel[Bearbeiten]

In Israel, wo das Judentum Staatsreligion ist und nur halachische Rabbiner vom Religionsministerium besoldet werden, können seit dem Jahr 2012 in einem beschränkten Umfang auch nicht-Orthodoxe Rabbiner und Rabbinerinnen vom Staat bezahlt werden, jedoch nicht vom Kultur- und Sportministerium.[8]

Hauptartikel: Konservatives Judentum

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Yaacov Yadgar: Judaism, Israeli Forms of. In: Judith Reesa Baskin (Hrsg.): The Cambridge Dictionary of Judaism and Jewish Culture. Cambridge University Press, Cambridge 2011, ISBN 978-0-521-82597-9, S. 342.
  2. Reformrabbi Prof. Dr. Bradley Shavit Artson: A New Vision of the Rabbinate. Zacharias Frankel College. Abgerufen am 6. Juni 2014.
  3. Eröffnung des Zacharias Frankel College. Masorti e.V.. Abgerufen am 6. Juni 2014.
  4. Homepage des Masorti/Conservative Movement in Israel
  5.  John S. Ruskay: Introduction. In: John S. Ruskay, David M. Szonyi (Hrsg.): Deepening The Commitment. Zionism and the Conservative/Masorti Movement. Papers from a conference of Conservative/Masorti Movement Leadership held September 7-8, 1988 at the Jewish Theological Seminary of America, New York City. Jewish Theological Seminary of America, New York 1990, ISBN 0-87334-059-0, S. viif..
  6.  David Golinkin, Michael Panitz: Conservative Judaism. In: Michael Berenbaum, Fred Skolnik (Hrsg.): Encyclopaedia Judaica. 2. Auflage. Band 5, Macmillan Reference USA, Detroit 2007, S. 171-177 (Online: Gale Virtual Reference Library).
  7. Masorti International
  8. Religiöse Vielfalt in Israel. Erfolg für Reformjuden Livenet 31. Mai 2012