Masorti

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Masorti (hebräisch ‏ מסורת‎, „traditionell“) ist die in Israel gebräuchliche Bezeichnung für die in den USA und Kanada Conservative Judaism genannte Denomination des Judentums. Sie fasste in den 1970er Jahren in Israel Fuß dank der Einwanderung US-amerikanischer Juden, besonders auch Rabbiner, die der konservativen Richtung des Judentums angehörten.

Die gut 60 Masorti-Gemeinden mit gesamthaft rund 50.000 Mitgliedern (Stand 2012) sind in der 1979 gegründeten Masorti Foundation for Conservative Judaism in Israel (התנועה המסורית, „Masorti-Bewegung“) zusammengeschlossen.[1] 1984 wurde in Jerusalem das Seminary for Judaic Studies (Beit Midrash) errichtet, in dem Israelis als Masorti Rabbiner und Lehrer ausgebildet werden. Daneben gibt es seit den 1970er Jahren die Jugendbewegung NOAM (Noar masorti) und die Tali-Schulen. Bereits 1962 hatte das Jewish Theological Seminary of America (JTS) einen Campus in Jerusalem eröffnet. 1984 wurde der Kibbutz Hanaton gegründet.[2]

Die in Israel gebräuchliche Bezeichnung Masor(a)ti, Plural Masor(a)tiim (מסורתיים) für traditionalistische, aber nicht streng orthodoxe Juden, die etwa einen Drittel der Bevölkerung ausmachen, hat dagegen nichts mit der Bewegung der Masorti-Gemeinden zu tun.[3]

In der zweiten Hälfte des 20. und Anfang des 21. Jahrhunderts haben sich Masorti-Gemeinden in Lateinamerika, Australien und Europa – besonders in Großbritannien, vereinzelt auch in Deutschland – etabliert.[4] Sie sind in der internationalen Organisation für Masorti Gemeinden Masorti Olami zusammengeschlossen.[5]

In Israel, wo das orthodoxe Judentum Staatsreligion ist und nur orthodoxe Rabbiner vom Religionsministerium besoldet werden, können seit dem Jahr 2012 in einem beschränkten Umfang auch Rabbiner und Rabbinerinnen der nicht-orthodoxen Richtung vom Staat bezahlt werden, jedoch nicht vom Religions- sondern vom Kultur- und Sportministerium.[6]

Hauptartikel: Konservatives Judentum

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Homepage des Masorti/Conservative Movement in Israel
  2.  John S. Ruskay: Introduction. In: John S. Ruskay, David M. Szonyi (Hrsg.): Deepening The Commitment. Zionism and the Conservative/Masorti Movement. Papers from a conference of Conservative/Masorti Movement Leadership held September 7-8, 1988 at the Jewish Theological Seminary of America, New York City. Jewish Theological Seminary of America, New York 1990, ISBN 0-87334-059-0, S. viif..
  3.  Yaacov Yadgar: Judaism, Israeli Forms of. In: Judith Reesa Baskin (Hrsg.): The Cambridge Dictionary of Judaism and Jewish Culture. Cambridge University Press, Cambridge 2011, ISBN 978-0-521-82597-9, S. 342.
  4.  David Golinkin, Michael Panitz: Conservative Judaism. In: Michael Berenbaum, Fred Skolnik (Hrsg.): Encyclopaedia Judaica. 2. Auflage. Band 5, Macmillan Reference USA, Detroit 2007, S. 171-177 (Online: Gale Virtual Reference Library).
  5. Masorti International
  6. Religiöse Vielfalt in Israel. Erfolg für Reformjuden Livenet 31. Mai 2012