Max/MSP

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Max/MSP ist eine graphische Entwicklungsumgebung für Musik und Multimedia. Sie wird seit über 15 Jahren von Komponisten, Musikern, Softwareentwicklern und Künstlern eingesetzt, die interaktive Software selbst erstellen möchten. Insbesondere im Live-Betrieb, z. B. bei Laptop-Künstlern oder für zeitgenössische elektronische Musik und Video, ist das System verbreitet.

Max/MSP ist ein modular aufgebautes, objektorientiertes Programm. Die Module existieren entweder als in C geschrieben „externals“ oder als „abstractions“, die aus einer Zusammenschaltung mehrerer „externals“ bestehen. Über visuelle Programmierung lassen sich diese Module, ähnlich den durch Kabel verbundenen Funktionsgruppen eines echten Synthesizers, in vielfältigen Formen zusammenschalten. Max/MSP stellt damit eine Form von Software-Synthesizer dar, kann aber auch für andere Anwendungen, etwa Meßtechnik oder Automatisierung genutzt werden. Neben kommerziell erhältlichen MIDI-Controllern können mit Max/MSP eine Vielzahl von Sensoren benutzt werden, um die Software-Patches zu steuern.

Die ursprüngliche Version Max wurde von Miller Puckette am IRCAM in den 80er Jahren entwickelt. Anfang 1990 wurde eine kommerzielle Version (entwickelt und erweitert von David Zicarelli) von Opcode Systems veröffentlicht. Seit 1999 wird die Software über Zicarellis Firma Cycling'74 vertrieben.

Inzwischen stehen zwei prinzipielle Erweiterungen der Sprache Max als Objektsammlungen zur Verfügung, die ebenfalls über Cycling'74 erhältlich sind:

  • MSP (Max Signal Processing) für Synthese und Audioverarbeitung in Echtzeit (seit 1997)
  • Jitter für Live-Videobearbeitung und 3D-Grafik (seit 2002)

Darüber hinaus finden sich zahlreiche Sammlungen von Externals im Web, nicht wenige davon frei erhältlich.

Max ist nach Max Mathews benannt, und kann als Nachfolger von MUSIC-N angesehen werden, obwohl Max auch für andere Zwecke als Musik eingesetzt werden kann.

[Bearbeiten] Ähnliche Software

Es gibt einige Verwandte des Systems:

  • Pure Data ist eine freie Open-Source-Version, die vom ursprünglichen Programmierer Miller Puckette entwickelt wird. jMax (en) war eine Java-basierte Version, die auch am IRCAM entwickelt wurde, seit 2001 aber nicht weiter gepflegt wurde. Einige Funktionen flossen 2007 in Pure Data ein.
  • Native Instruments schuf mit Reaktor eine Softwareanwendung, die einfacher als Max/MSP handzuhaben ist, jedoch einen ähnlichen Umfang an Modulationsmöglichkeiten beinhaltet. Max/MSP ist als modulare Programmiersprache universeller, während Reaktor im wesentlichen wie ein frei zusammenschaltbares Tonstudio konzipiert ist. Während es mit Reaktor einfacher ist, Klangerzeuger und -prozessoren zu erstellen, ist bei Max/MSP die Echtzeitsteuerung mittels einer Vielzahl von externen Controllern möglich.
  • Die deutsche Firma Meso bietet mit vvvv einen fernen Verwandten von Max/Msp. vvvv ist im Vergleich zu Max eher auf die Verarbeitung von Echtzeit-Videodaten ausgelegt, setzt aber ebenfalls auf eine patchbasierte Entwicklungsoberfläche.
  • SynthMaker ist eine kostenpflichtige Entwicklungsumgebung für VST Instrumente und Effekte, mit der sich ebenso in Echtzeit Objekte einfügen lassen. SynthMaker bietet noch erweiterte Möglichkeiten, auch kompliziertere User Interfaces zu erstellen.
  • Plogue Bidule bietet ebenso ein objektorientiertes System für Audio-, Midi- und OSC-Fluss an. Bidule setzt auch besonders auf spektrale Audiostreamverarbeitung wofür es einige Module gibt.

[Bearbeiten] Weblinks

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