Mayon

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Mayon (Begriffsklärung) aufgeführt.
Mayon
Der Mayon am 13. Dezember 2006

Der Mayon am 13. Dezember 2006

Höhe 2462 m
Lage Bicol-Region, Philippinen
Koordinaten 13° 15′ 24″ N, 123° 41′ 6″ O13.256666666667123.6852462Koordinaten: 13° 15′ 24″ N, 123° 41′ 6″ O
Mayon (Philippinen)
Mayon
Typ Schichtvulkan
Letzte Eruption Mai 2013
Pyroklastische Ströme beim Ausbruch des Mayon am 23. September 1984

Pyroklastische Ströme beim Ausbruch des Mayon am 23. September 1984

Lage des Mayon in der Provinz Albay, Bicol

Lage des Mayon in der Provinz Albay, Bicolbdep2

Der 2462 Meter hohe Mayon ist ein Vulkan auf den Philippinen, etwa 330 Kilometer östlich der Hauptstadt Manila. Er befindet sich in der Bicol-Region am südöstlichen Ausläufer der Hauptinsel Luzón unweit der Stadt Legazpi und der Stadtgemeinde Daraga.

Lage und Aufbau[Bearbeiten]

Der Mayon liegt westlich des Philippinengrabens, einer Subduktionszone, in der die philippinische unter die Eurasische Platte taucht. Die oberen Hänge des aus andesitischer Lava und Pyroklastika aufgebauten Schichtvulkans haben Neigungen von 35 bis 40°. Der 100 Meter tiefe Vulkankrater hat einen Durchmesser von 500 Meter. Wegen seines nahezu perfekt geformten Kegels wird er vielfach als der schönste Vulkan weltweit bezeichnet.[1]

Ausbrüche[Bearbeiten]

Der Mayon brach in den letzten 400 Jahren über 50 Mal aus und ist damit der weitaus aktivste Vulkan der Philippinen. Die Ausbrüche der vergangenen 300 Jahre konzentrierten sich auf den Südosthang, so dass der Süd- und Osthang kahl und die anderen Hänge mit Vegetation bedeckt sind. Ursache ist das Bonga Gully, eine im Südosten des Gipfels eingetiefte Schlucht. In ihr sammelt sich das Auswurfsmaterial des Gipfelkraters. Wenn das Fassungsvermögen der Schlucht erschöpft ist oder weitere Eruptionen Erschütterungen verursachen, stürzen sich Glutwolken und Glutlawinen den Südosthang hinab.[1]

Der verheerendste Ausbruch ereignete sich am 1. Februar 1814. Damals starben 1200 Menschen, überwiegend durch pyroklastische Ströme und Lahars.[2] Die Stadt Cagsawa wurde zerstört. Weitere Eruptionen, die eine hohe Zahl an Opfern forderten, waren in den Jahren 1897 (circa 350 Tote durch Aschefall, pyroklastische Ströme und Lahars) und 1993 (75 Tote durch pyroklastische Ströme).[3]

Im August 2006 wurden etwa 40.000 Menschen aus der Umgebung des Vulkans vorübergehend evakuiert, nachdem es seit dem Vormonat zu Ascheeruptionen und dem Austritt von Lava gekommen war. Die Eruptionen flauten im September ab; Anfang Oktober 2006 endete der Lavaaustritt.[4]

In der Nacht zum 1. Dezember 2006 lösten heftige Regenfälle des Taifuns Durian riesige Schlammströme, sogenannte kalte Lahars, aus. 1266 Menschen starben oder werden seitdem vermisst.[5] Bereits im Juni 1981 waren mindestens 200 Menschen durch kalte Lahars getötet worden.[6]

Im Dezember 2009 wurden rund 47.000 Menschen drei Wochen lang evakuiert. Grund waren Ascheeruptionen des Mayon, die im September 2009 begonnen hatten und sich im Dezember verstärken. Zudem trat Lava aus.[7]

Am Morgen des 7. Mai 2013 kamen mindestens fünf Menschen – Touristen und Bergführer, darunter drei Deutsche – am Mayon durch fallende Steinbrocken ums Leben.[8][9] Das Philippinische Institut für Vulkanologie und Seismologie stufte diese Aktivität des Vulkans als phreatische Explosion ein und nahm von einer Warnung vor einem Ausbruch mit Magmaausfluss Abstand. Dennoch wurde die Öffentlichkeit vor dem Betreten einer sechs Kilometer breiten Sicherheitszone gewarnt, da jederzeit mit derartigen Ausbrüchen zu rechnen sei.[10]

Das Gebiet um den Mayon wurde im Jahr 2000 zum Mayon Volcano Nationalpark auf einer Fläche von 58 km² erklärt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Hans Pichler: Vulkangebiete der Erde. Elsevier, München 2007, ISBN 978-3-8274-1475-5, S. 204.
  2. Eintrag in The Significant Volcanic Eruption Database der NOAA (englisch, abgerufen am 22. Februar 2013).
  3. Einträge 1897 und 1993 in The Significant Volcanic Eruption Database der NOAA (englisch, abgerufen am 23. Februar 2013).
  4. Monatsberichte 03/2006 bis 05/2007 im Global Volcanism Program (englisch, abgerufen am 23. Februar 2013).
  5. Eintrag in The Significant Volcanic Eruption Database der NOAA (englisch, abgerufen am 22. Februar 2013).
  6. Eintrag in The Significant Volcanic Eruption Database der NOAA (englisch, abgerufen am 23. Februar 2013).
  7. Monatsberichte 10/2009 und 12/2009 im Global Volcanism Program (englisch, abgerufen am 23. Februar 2013).
  8. Drei Deutsche bei Vulkanausbruch getötet Tagesschau 7. Mai 2013, abgerufen am 7. Mai 2013
  9. Fünf Tote, eine Österreicherin verletzt ORF.at, vom 7. Mai 2013
  10. Mayon Volcano Advisory 7. May 2013, 8:30 a.m Philippine Institute of Volcanology and Seismology abgerufen am 7. Mai 2013. Am 15. September 2014 wurden mehr als 12.000 Menschen evakuiert, nachdem das Mayon Philippine Institute of Volcanology and Seismology die Gefährdungsstufe im Umfeld des Vulkans von 2 auf 3 auf einer 5-stelligen Skala angehoben hatte. Der Evakuierung waren mehrere Felsstürze und verstärkte Erdbebentätigkeit vorausgegangen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mayon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien