Melische Reliefs

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Odysseus und Penelope, Melisches Relief

Melischen Reliefs oder auch Melischen Tonreliefs wird eine Gattung von dünnen Tonplatten genannt, die im Schnitt 11 × 14 cm groß sind und auf der Vorderseite ein Relief zeigen, das in einer Matrize geformt wurde.

Es sind bis heute ca. 110 Exemplare bekannt, von denen die meisten auf der griechischen Insel Milos gefunden wurden. Sie werden daher nach dieser Insel benannt. Weitere Fundorte reichen von Sizilien bis nach Kleinasien. Die Reliefs waren einst bemalt und datieren in das 5. Jahrhundert v. Chr. Ihr einstiger Verwendungszweck ist unklar. Sie haben meist Löcher, waren also auf andere Objekte angenagelt. Vielleicht zierten sie einst Möbel. Ihre Verbreitung zeigt, dass sie gerne exportiert wurden.

Sie zeigen ein weites Spektrum an Motiven. Es gibt Szenen aus dem Alltagsleben und Szenen aus der griechischen Mythologie, wobei die olympischen Gottheiten keine große Rolle spielten. Gut belegt sind Bellerophon, Perseus und die Meduse, beliebt sind auch die Ilias und Odyssee. Die Reliefs variieren stark im Stil und der Qualität. Sie zeigen wenig Plastizität. Ihre Produktion endete um 420 v. Chr. Dies kann mit dem Jahr 416 v. Chr. verbunden werden. In diesem Jahr wurde die gesamte Einwohnerschaft im Laufe des Peloponnesischen Krieges von Milos von den Athenern beseitigt, die Männer ermordet, der Rest versklavt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Melian reliefs – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien