Memphis Group

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Die Mailänder Gruppe Memphis war ein 1980 [1] gegründeter Zusammenschluss von Möbel-, Textil und Keramikdesignern.[2] Ebenso bezeichnet Memphis die Kollektion der Gruppe sowie deren Firma (1981-88). Ähnlich der Vorgängerbewegung Studio Alchimia brach Memphis mit den vorherrschenden Regeln des Funktionalismus. Im Gegensatz zu Alchimia wollte Mempis jedoch aus der internationalen Anerkennung des Italienischen Anti-Designs Profit schlagen und seine Produkte gewinnbringend vermarkten.[3]

Merkmale[Bearbeiten]

Objekte der Memphis Group

Die ehemaligen Studio Alchimia Mitglieder Michele De Lucchi und Ettore Sottsass wandten sich, erbost über die Selbstherrlichkeit der Industrieauftraggeber mit ihrer Gruppierung gegen die gängige Praxis, dass allein Auftraggeber über das Was, Wann und Wie von Produkten bestimmen konnten. Mit ihrem individuellen künstlerischen Impulsen, die dennoch von einer gestalterischen Systematik und Regelhaftigkeit gebrochen wurde, irritirete und verstörte die Mailänder Designgruppe die internationale Szene nachhaltig.

Die vordergründige Funktionalität von Designobjekten stellte Memphis radikal in Frage. Alltagsformen wurden positiv, lustvoll und phantasievoll interpretiert. Im Vordergrund steht das Möbel als Ikone mit hohem Wiedererkennungswert. Möbel wurden aus elementaren Formen (Kegel, Kugeln, Pyramiden, Würfel) zusammengesetzt und mit grellen Kunststofflaminaten beschichtet. Die unverwechselbare Optik der Memphis-Entwürfe sorgte für eine weltweite Verbreitung, die meist auf Hochglanz-Magazine, Museen und Privatsammlungen begrenzt war.

Memphis versuchte verschiedenste, internationale, kulturelle Einflüsse in sein Design zu integrieren. Die stilistisch vielfältig gestalteten Objekte sollten überall auf der Welt Absatzmöglichkeiten finden. So wurde Memphis auch, in Bezug auf die Designrichtung der 30er Jahre, ironisch als New International Style bezeichnet.[4]

Namensgebung und Geschichte[Bearbeiten]

Im Dezember 1980 organisierte Ettore Sottsass in seiner Wohnung ein Treffen mit einigen befreundeten Jungdesignern, bei dem sich die Gruppe Memphis gründete. Unter den Anwesenden befanden sich unter anderen Michele De Lucchi, Matteo Thun und Barbara Radice. Während des Treffens lief der Bob Dylan-Song Stuck Inside of Mobile with the Memphis Blues Again.[5] Sottsass schlug "Memphis" als Namen für die neue Formation vor, da Memphis einerseits für die alte Ägyptische Herrscherstadt unter Pharao Ptah stehe, andererseits für die Stadt in Tennessee, USA, die untrennbar mit Rock’n’Roll und dem Namen Elvis Presley verbunden sei.

Am 18. Dezember 1981 wurde die erste Memphis-Kollektion in Mailand präsentiert und vom Publikum begeistert aufgenommen. Die Ausstellung umfasste insgesamt 31 Möbelstücke, elf Keramiken, drei Uhren und zehn Lampen.[6] Neben den ehemaligen Alchimia Mitgliedern Sottsass, de Lucchi und Andrea Branzi steuerten zahlreiche internationalen Architekten und Designer, unter anderen Matteo Thun, Arata Isozaki, Michael Graves, Shiro Kuramata, Javier Mariscal, Nathalie du Pasquier und Hans Hollein Entwürfe zu Memphis' Kollektionen bei.[7]

Im Jahr 1986 formierte sich die 2. Generation von Memphis Designern 12 New bestehend aus 12 unbekannten jungen Designern, unter Ihnen Massimo Iosa Ghini und Shuji Hisada. Da die Popularität unter dem negativen Einfluss von vielen schlechten Kopien spürbar abnahm löste sich die Gruppe 1988 auf.

Michele de Lucchi, Stuhl First für Memphis, 1983
Martine Bedin, Lampe Super für Memphis, 1981

Werke[Bearbeiten]

In dem von Ettore Sottsass 1981 designten Regal Carlton (ital. mobile divisorio) vereinen sich zahlreiche typische Stilelememnte Memphis'. Die bunt laminierten Regalbretter, der fast völlige Verzicht auf rechte Winkel, die verspielte Ästhetik und das unzweckmäßige Design verwischen die Grenze zwischen Möbelstück und Plastik. Das vollständig zerlegbare Regal ist eines der bekanntesten Memphis Designobjekte und wird bis heute hergestellt. [8]

Kritik und Bedeutung[Bearbeiten]

Die Entwürfe Memphis' markieren das Ende und den Höhepunkt der Italienischen Anti-Funktionellen Designbewegung seit den 60er Jahren. Die Gruppe etablierte eine ungekannte stilistische Beliebigkeit und brach endgültig mit, den im Design vorherrschenden Doktrinen Form Follows Function oder less is more. [9]

Vor allem in Deutschland, dessen professionelle Designszene damals vorwiegend durch Absolventen der Hochschule für Gestaltung Ulm geprägt war, stieß der "Abweg" der "Memphis"-Designer zunächst auf blankes Entsetzen. Nach der ersten Phase erbitterter Ablehnung versuchten einige Ex-Ulmer jedoch eine vorsichtige Annäherung, in dem sie die Elementar-Formen und Schockfarben in abgeschwächter Form für eigene Entwürfe nutzten. Andererseits ermutigte "Memphis" eine ganze Generation von deutschen Jungdesignern, die als Neues Deutsches Design ebenfalls nach alternativen Inhalten, Produktions- und Vertriebsformen suchten.

Wichtigste Vertreter[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Beat Schneider: Design - Eine Einführung. Entwurf im sozialen, kulturellen und witschaftlichen Kontext, Basel: Birkhäuser, 2005, S. 147-160.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. Bernhard E. Bürdeck: Design. Geschichte, Theorie und Praxis der Produktgestaltung, Basel: Birkhäuser, 2005, S. 137.
  2. vgl.Georg C. Bertsch: Euro - Design - Guide. Ein Führer durch die Designgeschichte von A-Z, München: Heyne, 1991, S. 142.
  3. vgl. Bernhard E. Bürdeck: Design. Geschichte, Theorie und Praxis der Produktgestaltung, Basel: Birkhäuser, 2005, S. 139.
  4. vgl. Bernhard E. Bürdeck: Design. Geschichte, Theorie und Praxis der Produktgestaltung, Basel: Birkhäuser, 2005, S. 139.
  5. vgl. Bernhard E. Bürdeck: Design. Geschichte, Theorie und Praxis der Produktgestaltung, Basel: Birkhäuser, 2005, S. 137-139.
  6. vgl. Bernhard E. Bürdeck: Design. Geschichte, Theorie und Praxis der Produktgestaltung, Basel: Birkhäuser, 2005, S. 139.
  7. vgl. Thomas Hauffe: Design. Schnellkurs, Köln: Dumont, 2000, S. 154.
  8. Carlton. Abgerufen am 2. September 2014.
  9. vgl. Bernhard E. Bürdeck: Design. Geschichte, Theorie und Praxis der Produktgestaltung, Basel: Birkhäuser, 2005, S. 139-141.