Metropolis (Manga)

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Metropolis (jap. メトロポリス, metoroporisu) ist ein Manga des japanischen Zeichners Osamu Tezuka aus dem Jahr 1949 mit 160 Seiten. Das Werk wurde 2001 als Film umgesetzt.

Handlung[Bearbeiten]

Der Wissenschaftler Charles Laughton forscht nach der Möglichkeit, lebende Zellen künstlich herzustellen. Als er von dem Industriemagnaten Duke Red beauftragt wird, gelingt ihm die Erschaffung eines künstlichen Menschen. Doch befürchtet er, dass Michi, wie er ihn nennt, missbraucht wird, zerstört sein Labor und täuscht seinen und Michis Tod vor. Duke Red ist tatsächlich auch Anführer einer geheimen Organisation, der Red Party, mit der er die Macht in der Stadt Metropolis und auf der Welt an sich reißen will. Dazu manipuliert er mit seiner Technologie die Sonne, so kommt es auf der ganzen Welt zum Wachstum gigantischer Pflanzen und Tiere.

Der geflohene Michi trifft bald auf den Jungen Ken’ichi. Dessen Vater ist der japanische Polizist Shunsaku Ban, der zur gleichen Zeit auf Duke Red trifft, ihn jedoch nicht verhaften kann. Danach erfährt er von Laughton, der kurz darauf stirbt, von der Erschaffung Michis. Als Shunsaku Ban bei seinem Sohn ist, trifft er auch Michi. Sie wollen gegen Reds Machenschaften vorgehen, doch wird Shunsaku Ban gefangen genommen. Ken'ichi und Michi können entkommen, doch gerade Michi wird von Duke Red für die Umsetzung seiner Pläne benötigt. Auch die Polizei wird bereits von der Red Party kontrolliert.

Schließlich kann Shunsaku Ban fliehen, doch wird bald darauf Michi von der Red Party gefangen. Beim Versuch Duke Reds, ihn für seine Zwecke zu missbrauchen, erklärt er ihm, dass er nur eine Maschine ist und kein Mensch. Daraufhin greift Michi die Red Party an, bald verbünden sich die anderen Roboter mit ihm und erklären der Menschheit den Krieg. Zur gleichen Zeit können Shunsaku Ban und Ken'ichi den Sender zerstören, der die Sonne manipulierte und die Red Party löst sich auf. Schließlich kämpf Shunsaku Ban gegen Michi, der bald darauf zusammenbricht. Dies, erklärt der Wissenschaftler Dr. Bell, liegt an den abgeklungenen besonderen Strahlen der Sonne, die Michi auch erst belebt hätten.

Entstehung[Bearbeiten]

Tezuka ließ sich von einer Abbildung der Geburt eines weiblichen Roboters aus Fritz Langs Stummfilm Metropolis inspirieren, das er in einer Ausgabe der Filmzeitschrift Kinema Junpo gesehen hatte, und entwarf den Manga, ohne den Inhalt des Films zu kennen.[1]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Am 15. September 1949 brachte Ikuei Shuppan den vollständigen Manga in Buchform, ohne vorherige Veröffentlichung, heraus. Später erschienen mehrere Neuauflagen, beispielsweise 1979 als Teil der Reihe Gesamtwerk des Osamu Tezuka bei Kodansha.

Der US-amerikanische Verlag Dark Horse Comics veröffentlichte im April 2003 eine englischsprachige Übersetzung des Comics, bei Taifu Comics erschien er auf Französisch, bei Glénat auf Spanisch.

Verfilmung[Bearbeiten]

Filmdaten
Deutscher Titel Robotic Angel
Originaltitel Metropolis
Produktionsland Japan
Originalsprache Japanisch
Erscheinungsjahr 2001
Länge 107 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Rintaro
Drehbuch Katsuhiro Otomo
Produktion Haruyo Kanesaku
Musik Toshiyuki Honda
Kamera Hitoshi Yamaguchi
Synchronisation

Produktion[Bearbeiten]

Im Jahr 2001 wurde der Manga nach einem Drehbuch von Katsuhiro Otomo vom Studio Madhouse als Anime-Kinofilm umgesetzt. Regie führte Rintaro, das Charakterdesign entwarf Yasuhiro Nakura und die künstlerische Leitung übernahm Shuichi Hirata. Die Musik komponierte Toshiyuki Honda, darunter den Vorspanntitel Metropolis. Für den Abspann verwendete man There'll Never Be Goodbye von Minako „Mooki“ Obata. Die Produktionskosten betrugen 1,5 Milliarden Yen.

Veröffentlichung[Bearbeiten]

Der Film kam am 26. Mai 2001 in die japanischen Kinos. Er wurde unter anderem ins Englische, Französische, Spanische und Italienische übersetzt und in Nordamerika, Lateinamerika, Großbritannien, Taiwan und Südostasien im Fernsehen ausgestrahlt.

Aufgrund eines Einspruchs der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, die die Lizenzen an Fritz Langs gleichnamigem Stummfilm hält, musste der Film jedoch im deutschsprachigen Raum in Robotic Angel umbenannt werden. Der Kinostart in Deutschland erfolgte am 31. Oktober 2002, der Film ist auf Deutsch bei Tristar Home Entertainment auch auf DVD erschienen.

Synchronisation[Bearbeiten]

Rolle Japanischer Sprecher (Seiyū) Deutscher Sprecher
Ken’ichi Kei Kobayashi Marc Stachel
Tima Yuka Imoto Sabine Bohlmann
Rock Kouki Okada Philipp Brammer
Shunsaku Ban Kousei Tomita Kai Taschner
Duke Red Tarō Ishida Ekkehardt Belle

Rezeption und Interpretation[Bearbeiten]

Laut Paul Gravett ist der Manga eine frühe Warnung vor dem unkontrollierten technischen Fortschritt.[1] Der Film wurde bei mehreren Filmfestivals gezeigt, darunter beim Future Film Festival in Italien und dem Fantasia Festival in Kanada. Er erhielt mehrere positive Kritiken in amerikanischen Zeitungen.[2][3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Paul Gravett: Manga - Sechzig Jahre Japanische Comics, S. 29. Egmont Manga und Anime, 2004.
  2. Anime News Network über das Presseecho zu einigen Animes 2002.
  3. Anime News Network über die Kritik des Films bei der NY Post

Weblinks[Bearbeiten]