Mezz Mezzrow

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Mezz Mezzrow, ca. November 1946.
Fotografie von William P. Gottlieb.

Mezz Mezzrow (* 9. November 1899 in Chicago als Milton Mesirow; † 5. August 1972 in Paris, Frankreich) war ein amerikanischer Jazz-Klarinettist und Saxophonist.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Mezzrow hatte eine durch die sozialen Umstände geprägte Kindheit und Jugend, die ihn 1917 ins Gefängnis führte. Dort lernte er von einigen Mithäftlingen Klarinette zu spielen, so dass er im Chicago der 1920er Jahre als Mitglied der weißen Jazz-Szene in der Band „Austin High School Gang“ spielte, zeitweise Mitglied der „Chicago Rhythm Kings" war und mit den „Jungle Kings“ Schallplatten aufnahm. 1927 ging Mezzrow nach New York und trat dort mit Eddie Condon auf. 1929 hielt er sich für kurze Zeit in Paris auf, wo er Hugues Panassié kennenlernte. Während der 1930er Jahre machte er Aufnahmen mit seiner eigenen Band, „The Disciples of Swing“ u.a. für das Label Swing, und nahm mit Tommy Ladnier seine Komposition „Really the Blues“ auf. Berühmt ist seine Aufnahme mit Sidney Bechet und Cousin Joe, Weary Blues. Von 1945 bis 1947 besaß er einen eigenen Plattenverlag, das King Jazz Label, in dem u.a. Aufnahmen von Sidney Bechet erschienen. Neben seiner musikalischen Karriere und seinem Einsatz für die Rechte der Farbigen in den USA war er in den 1940ern als Marihuana-Lieferant bekannt.

1948 wanderte Mezz Mezzrow aus nach Frankreich, wo er 1949 auf dem Jazz-Festival Nizza auftrat. Von seinem Wohnsitz in Paris aus unternahm er viele Tourneen in Frankreich, vielfach mit US-Musikern, die Europa besuchten. Schallplatten nahm er in Frankreich u.a. auf mit Lee Collins und Buck Clayton. Mezzrows Klarinettenstil wird als erdig und intensiv beschrieben.

1946 schrieb Mezzrow die Autobiographie Really the Blues, die als ausgezeichnete Schilderung der Chicagoer und New Yorker Milieus während der Prohibitionszeit und der Wirtschaftskrise gilt.

Schriften[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Knaurs Jazz Lexikon, München/Zürich 1957