Michel Djotodia

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Michel Am-Nondokro Djotodia (* wahrscheinlich 1949 in Vakaga, Äquatorialafrika, heute Zentralafrikanische Republik) war vom 24. März 2013 bis zum 10. Januar 2014 de facto Präsident der Zentralafrikanischen Republik und Nachfolger von François Bozizé, der nach einem Putsch Djotodias aus dem Land fliehen musste.[1]

Werdegang[Bearbeiten]

Der aus Vakaga im Norden der Zentralafrikanischen Republik stammende Djotodia war in früheren Jahren Konsul in Nyala im Westen des Sudan und Vorsitzender zahlreicher politischer und militärischer Organisationen innerhalb seines Heimatlandes. Während des Bürgerkrieges lebte er zwischen 2004 und 2007 in Cotonou im Süden des Benin.[2]

Ab Dezember 2012 unterstützte er die Séléka, eine Rebellen-Allianz, die auf militärischem Weg die Absetzung Bozizés zum Ziel hatte. Nachdem dieser eine Beteiligung der Rebellen an der Regierung zugesagt hatte, erhielt Djotodia im Februar 2013 den Posten des Verteidigungsministers. Im März des gleichen Jahres kam es in Bangui zum Putsch durch die Rebellen und zur Vertreibung der bisherigen Regierungsvertreter. Djotodia ernannte sich daraufhin selbst zum neuen Präsidenten der Zentralafrikanischen Republik und löste die Séléka auf.[3] Nach einem Treffen mit Vertretern der Zentralafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (CEEAC) kündigte Djotodia am 10. Januar 2014 seinen Rücktritt an.[4] Auch Premierminister Nicolas Tiangaye gab seinen Rücktritt bekannt.[5] Einen Tag später verließ er das Land und begab sich ins Exil nach Benin. [6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kurzbiografie mit Foto, africanaute.com (frz.) Abgerufen am 26. März 2013
  2. Le gouvernement d'union nationale est formé, afriquinfos.com vom 4. Februar 2013 (frz.) Abgerufen am 11. Januar 2014.
  3. Rebellenchef erklärt sich zum Staatschef, Tagesschau.de vom 25. März 2013. Abgerufen am 11. Januar 2014.
  4. Präsident und Regierungschef in Zentralafrika geben Macht ab, Welt.de vom 10. Januar 2014. Abgerufen am 11. Januar 2014.
  5. Krise in Zentralafrika: Präsident Djotodia tritt zurück, Spiegel Online vom 10. Januar 2014. Abgerufen am 11. Januar 2014.
  6. http://orf.at/stories/2213733/2213732/