Mobile Architektur

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Mobile Architektur

Mobile Architektur bezeichnet Architektur-konzepte, die sich mit der Mobilität von Strukturen und Behausungen beschäftigen. Dabei lässt sich zwischen bewegbaren Strukturen und modularen Strukturen unterscheiden.

Mobile Bauwerke sind aufgrund der stark funktionalen Anforderungen, der temporären Nutzung und des Kostenrahmens oft sehr einfach gestaltet. Viele Bausysteme lassen Ästhetik mehr oder weniger stark vermissen. Es gibt jedoch auch Beispiele mobiler Bauten, die gestalterische Qualitäten aufweisen.

Bewegbare Strukturen[Bearbeiten]

Wohnwagen

Bewegbare Strukturen werden als Gesamteinheit an verschiedene Standorte geschafft. Beispiele sind Wohnwagen, Mobilheime oder Wohnboote. Die Behausung bleibt dabei kontinuierlich nutzbar, auch während des Ortswechsels.

Modulare Strukturen[Bearbeiten]

Daneben gibt es die modularen Strukturen, die wiederholt demontiert, das heißt in Einzelteile zerlegt und an anderer Stelle wiederaufgebaut werden. Beispiele sind Zelte, Jurten und Containerbauten. Die Mobilität verlangt einen leichtgängigen und raschen Montage- bzw. Demontageablauf. Die einzelnen Module und Bauelemente sind so gestaltet, dass sie viele Male neu aufgebaut werden können, auch in unterschiedlicher Zusammensetzung. Das macht die Bauwerke anpassungsfähig an die verschiedenen Gegebenheiten der jeweiligen Nutzungsstandorte.

Verwendung[Bearbeiten]

Seit Urzeiten ziehen Nomadenstämme mitsamt ihrer Zelte und Modulbauten von Ort zu Ort. Diese Behausungen sind leicht zu transportieren, einfach zusammenzusetzen und boten dennoch alle Annehmlichkeiten einer überdachten Behausung.

Modulare Container- und die zugehörigen Transportsysteme ermöglichen es, in Modulbauweise Gebäude zu erstellen (Containergebäude), die schnell umgesetzt werden können, nahezu beliebige Formen annehmen und auch für viele Nutzungen geeignet sind. Man findet diese Containergebäude heute in allen erdenklichen Einsatzgebieten und mit vielfältiger Ausstattung. Sie bilden vor allem für temporären Raumbedarf eine Alternative zu konventionellen Bauweisen, da sie kostengünstig und wiederverwendbar sind.

  • Baustelleneinrichtung
  • Veranstaltungsbauten, Messebauten
  • Wohngebäude
  • Bürogebäude, Katastrophenschutz- oder Militärbauten sowie Öffentliche Einrichtungen
  • Lagerhallen
  • Industrieanlagen

Transport[Bearbeiten]

Der Weg von einem Nutzungsstandort zum nächsten kann auf viele Möglichkeiten zurückgelegt werden. Früher wurden die Bauwerke manuell oder mit der Hilfe von Lasttieren fortbewegt, heute übernehmen diese Aufgabe Lastkraftwagen, Bahn- und Schiffstransporte. Auch der Transport in der Luft mit Lasthubschraubern ist möglich, jedoch sehr teuer. Die meisten Transportaufgaben erledigen die Lkws, da diese Art des Ortswechsels sehr flexibel und kostengünstig ist.

Konstruktion[Bearbeiten]

Die Konstruktion von mobiler Architektur ist oft sehr einfach aufgebaut, aber dennoch belastbar und dauerhaft. Als Baumaterialien finden alle leichten Materialien Verwendung, also Stahl, Kunststoff, Holz, Wellblech, und Stoffe aller Art. Klassische Baustoffe wie Beton, Ziegel oder Glas sind viel zu schwer oder eignen sich nicht für häufige Transporte. Mobile Bauten werden nur auf kleinen Fundamenten gegründet oder kommen sogar ganz ohne Fundament aus. In diesem Fall werden sie mit einer leichten Verankerung in ihrer Lage gesichert.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Axel Dossmann, Jan Wenzel, Kai Wenzel: Architektur auf Zeit. Baracken, Pavillons, Container. b_books , Berlin 2006, ISBN 3-933557-66-6.
  • Markus Heinsdorff: "Mobile Spaces – Textile Bauten", Jovis Verlag Berlin 2014, ISBN 978-3-86859-295-5