Container

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Container (Begriffsklärung) aufgeführt.
Recycling-Container

Ein Container [ˌkɔnˈteːnɐ, ˌkɔnˈtɛɪnɐ] (lateinisch continere ‚zusammenhalten‘, ‚enthalten‘) bezeichnet meist Großraum-Behälter zur Lagerung und zum Transport von Gütern. Die Frachtbehälter existieren in verschiedensten Größen und sind in der Regel genormt und/oder standardisiert.

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits im 18. Jahrhundert wurden in England hölzerne Umverpackungskisten eingesetzt. Diese Vorläufer der heutigen Container erlaubten einen schnelleren Übergang der Waren vom Eisenbahn- zum Pferdetransport. Im 19. Jahrhundert gab es dann in verschiedenen Ländern frühe Containerformen, die beim Frachttransport mit der Bahn genutzt wurden.[1]

Im 20. Jahrhundert findet man etwa in Holland die Laadkist TRM 903 als Eisenbahncontainer.[2] In den 1920er Jahren legte das Railway Clearing House (RCH) in Großbritannien eine Art Norm für die Bahncontainer fest, damit sie zwischen den verschiedenen Bahngesellschaften besser genutzt werden konnten. Diese RCH-Container waren entweder 5 oder 10 Fuß lang.

Ende der 1940er Jahre nutzte in Deutschland die Bahn die in den Niederlanden entwickelten porteur ámenagé-Behälter (kurz pa-Behälter), die bis zu 11 Kubikmeter Ladung fassten.[3] Zur selben Zeit ließ sich die Schweizer Brauerei Feldschlösschen Bahntransportbehälter für ihre Bierflaschen patentieren, die Swiss Containercars.[4]

1956 verschiffte der Amerikaner Malcom McLean als erster 58 Container mit dem Schiff Ideal X von Newark nach Houston; 1961 legte die Internationale Organisation für Normung (ISO) erstmals international gültige Maße für die ISO-Container fest.

ISO-Container[Bearbeiten]

Hauptartikel: ISO-Container

Der wichtigste und bekannteste Containertyp ist der 40'-Container für die Handelsschifffahrt mit den Maßen 12,192 × 2,438 × 2,591 m. Von diesem Containertyp nach ISO 668 (freight container) sind über 15 Millionen im Verkehr.

40-Fuß-ISO-Container
20 Fuß Swap-Tankcontainer

Der Fracht- oder Schiffscontainer wurde im Jahr 1956 von dem Reeder Malcolm McLean an der US-Ostküste für den Güterverkehr eingeführt. Er wurde zunächst abschätzig als „Schachtelschiff“ bezeichnet, setzte sich aber bald durch – gegen starken Widerstand der Hafenarbeiter, die um ihre Arbeitsplätze fürchteten und bessere Tarife erkämpften.

Inzwischen werden mit Containerschiffen zwei Drittel des grenzüberschreitenden Warenverkehrs durchgeführt. Die Frachtcontainer wurden dadurch zur Basis der Globalisierung der Wirtschaft; mit ihnen wird u. a. der Großteil des Warenhandels mit Fertigprodukten abgewickelt. Die Container können wegen ihrer genormten Form mit den verschiedensten Transportmitteln (Seeschiffe, Binnenschiffe, Eisenbahn und Lkw) befördert und schnell umgeschlagen werden.

Gängig sind hierbei 20-Fuß-Container – die sogenannten TEU (Twenty-foot Equivalent Unit) – und 40-Fuß-Container (FEU = forty foot equivalent unit):

  • Die 20’-Standardcontainer messen (außen) 6,058 × 2,438 × 2,591 Meter und können z. B. 10.000 Jeans oder 20.000 originalverpackte Uhren aufnehmen, aber auch Sperrgut, zu kühlende Waren im Kühlcontainer usw. Das größte Containerschiff der Emma-Mærsk-Klasse ist in Dänemark registriert und fasst 13.000 solcher Standardbehälter; der größte, vollautomatisierte Containerhafen ist seit einigen Jahren Hamburg-Altenwerder.

Weltweit waren Mitte 2010 ungefähr 27,5 Millionen TEU Standardcontainer (20’, 40’ oder 40’ High Cube) im Umlauf.[5] Die Lebensdauer eines üblichen Stahlcontainers beträgt durchschnittlich 12 bis 13 Jahre. In letzter Zeit wurden diese Container hauptsächlich in China hergestellt, zuletzt fast 3 Mio. TEU jährlich. Seitdem die Folgen der Finanzkrise die Frachtmengen erheblich reduziert haben, ist diese Produktion fast zum Erliegen gekommen. Eine Nachfrage gibt es noch für Spezialcontainer wie Reefer-Container.

Man kann die Standardcontainer (auch Dry-Container genannt) in vier Gruppen unterteilen:

Dry Container

Art Länge Breite Höhe Kapazität Ladegewicht
20’ Standard 6,095 m 2,352 m 2,393 m 33,2 m³ 21740 / 28230 kg
40’ Standard 12,032 m 2,352 m 2,393 m 67,7 m³ 26630 kg
High Cube 12,032 m 2,352 m 2,698 m 76,3 m³ 26520 kg

Reefer Container

Art Länge Breite Höhe Kapazität Ladegewicht
20’ Standard 5,444 m 2,284 m 2,267 m 28,5 m³ 21135 / 27160 kg
40’ Standard 11,583 m 2,284 m 2,250 m 58,7 m³ 26580 kg
High Cube 11,583 m 2,284 m 2,556 m 67,9 m³ 26380 kg

Open Top Container

Art Länge Breite Höhe Kapazität Ladegewicht
20’ Standard 5,900 m 2,330 m 2,337 m 32,6 m³ 21740 kg
40’ Standard 12,025 m 2,330 m 2,337 m 68,5 m³ 26410 kg

Flat Rack Container

Art Länge Breite Höhe Kapazität Ladegewicht
20’ Standard 5,628 m 2,178 m 2,159 m - 27800 kg
40’ Standard 17,762 m 2,178 m 1,986 m - 40250 kg

Andere Containertypen[Bearbeiten]

Abrollcontainer mit Feuerwehrausrüstung
Container für Trockeneis

Es gibt eine Vielzahl weiterer Behältertypen, die teilweise in internationalen Normen beschrieben sind. Die Normung unterstützt die Intermodalen Verkehre, in denen das Tragfahrzeug mindestens einmal gewechselt wird. Dabei wird häufig auch der Typ der Tragfahrzeuge gewechselt (sogenannter „intermodaler Verkehr“), um Vorteile zu gewinnen:

Container als raumbildende Module[Bearbeiten]

Hauptartikel: Containergebäude
Containergebäude

Container werden auch als Modul zur Errichtung von Containergebäuden benutzt. Sie können für die verschiedensten Nutzungen angepasst und voreingerichtet werden, zum Beispiel als Wohncontainer, Bürocontainer, Toilettencontainer oder Schulcontainer. Dazu werden sie in der Regel isoliert, mit Türen und Fenstern versehen und innen ausgestattet. So können sie als Aufenthaltsraum für Menschen dienen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Marc Levinson: The Box – How the Shipping Container made the world smaller and the economy bigger. 9th edition, Princeton University Press, Princeton 2008, ISBN 978-0-691-13640-0.
  • Olaf Preuß: Eine Kiste erobert die Welt. Murmann Verlag, Hamburg 2010, ISBN 978-3-86774-113-2.
  • Containerhandbuch. Fachinformationen der Deutschen Transportversicherer. März 2003 Online-Version
  • Axel Dossmann, Jan Wenzel, Kai Wenzel: Architektur auf Zeit. Baracken, Pavillons, Container. b_books, Berlin 2006, ISBN 3-933557-66-6.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Container – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Container – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geschichte der Container
  2. Laadkist
  3. Vorläufer des modernen Containerverkehrs
  4. Swiss Containercars
  5. Container-Kompendium (PDF; 879 kB) Seite 10