Monsieur Lazhar

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Filmdaten
Deutscher Titel Monsieur Lazhar
Originaltitel Monsieur Lazhar
Produktionsland Kanada
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 2011
Länge 94 Minuten
Altersfreigabe JMK 10[1]
Stab
Regie Philippe Falardeau
Drehbuch Philippe Falardeau
Produktion Luc Déry
Kim McCraw
Musik Martin Léon
Kamera Ronald Plante
Besetzung

Monsieur Lazhar ist ein 2011 gedrehter Spielfilm des kanadischen Regisseurs Philippe Falardeau. Das Drehbuch beruht auf dem Theaterstück Bashir Lazhar von Évelyne de la Chenelière. Der Film war 2012 für einen Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film nominiert. Filmstart in Deutschland war der 12. April 2012.

Handlung[Bearbeiten]

In einer Grundschule in Montreal erhängt sich eine junge Lehrerin im Klassenzimmer. Kurz darauf stellt sich Bachir Lazhar, ein algerischer Immigrant, bei der Schuldirektorin vor und bewirbt sich um die freie Stelle. Ohne seine Angaben genau zu überprüfen, stellt sie ihn ein. Niemand weiß, dass auch er selbst einen schweren Schicksalsschlag erlitten hat. Seine Frau und seine Töchter sind in Algerien bei einem Anschlag ums Leben gekommen. Ihm droht sogar die Abschiebung, da die zuständigen Behörden bezweifeln, dass er in Algerien tatsächlich in Gefahr wäre. Erst als einige Zeit später die algerische Polizei bestätigt, dass Bachirs Familie nicht einem zufälligen, sondern einem gezielten Anschlag zum Opfer fiel, bekommt er eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis.

Zu Anfang kommt es im Unterricht aufgrund der kulturellen Unterschiede zu einigen Reibungspunkten zwischen Bachir und seinen Schülern. Doch nach und nach kann er das Vertrauen der Schüler gewinnen. Gegen die Anweisung der Schulleitung, die eigens für dieses Thema eine Psychologin beschäftigt, lässt er die Kinder im Unterricht auch über den Selbstmord der Lehrerin sprechen. Insbesondere für Alice und Simon, die besonders traumatisiert wurden, da sie die tote Lehrerin gesehen haben, erweist sich Bachirs offener, aber auch bestimmter Umgang mit dem Thema als heilsam.

Doch nicht alle Eltern sind von den Lehrmethoden Bachirs begeistert. Und als schließlich aufgedeckt wird, dass er noch niemals Lehrer gewesen ist, muss er sich von der Klasse verabschieden.

Kritiken[Bearbeiten]

„Ohne falsche Sentimentalität zeigt Falardeau, wie die gezeichneten Kinder und der seelisch versehrte Lazhar einander zu stützen lernen. Dabei deklassiert sein Film en passant alle bekannten rührseligen Paukerdramen, denn statt in großen Gesten und Worten eine erbauliche Botschaft zu verkünden, lässt ‚Monsieur Lazhar‘ den Figuren und den Zuschauern in seinen genau beobachteten Szenen Raum, ihre eigene Sicht auf das Wesentliche zu entwickeln.“

David Kleingers - Spiegel[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kennzeichnung der Jugendmedienkommission.
  2. Filmkritik Respekt für diesen Lehrer!
  3. http://www.critic.de/aktuell/filmfestival-locarno-2011-die-gewinner-3440/

Weblinks[Bearbeiten]