Quellkrautgewächse

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Quellkrautgewächse
Montia parvifolia

Montia parvifolia

Systematik
Unterabteilung: Samenpflanzen (Spermatophytina)
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Quellkrautgewächse
Wissenschaftlicher Name
Montiaceae
Raf.
Illustration des Bach-Quellkrautes (Montia fontana)
Die polsterbildende Art Lyallia kerguelensis
Die sukkulente Lewisia rediviva

Die Quellkrautgewächse[1] (Montiaceae) sind eine Familie in der Ordnung der Nelkenartigen (Caryophyllales) innerhalb der Bedecktsamigen Pflanzen. Einige Arten werden als Zierpflanzen und wenige Arten als Nahrungspflanzen verwendet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Es sind einjährige bis ausdauernde krautige Pflanzen, manche Arten sind Halbsträucher (Montiopsis). Einige Arten sind mehr oder weniger sukkulent (beispielsweise Lewisia). Die Internodien sind kurz. Sekundäres Dickenwachstum ist in geringen Umfang vorhanden. Bei einigen Arten sind die Wurzeln und die basalen Blätter verdickt. Die Laubblätter stehen oft in Rosetten zusammen. Die Laubblätter besitzen oft eine stängelumfassende Basis. Die longitudinal angeordneten Stomata sind paracytisch. Die Wachse auf der Cuticula sind als anliegende Plättchen vorhanden. Alle Pflanzenteile sind unbehaart.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die Blüten stehen achselständig einzeln oder in endständigen (oft monochasialen) zymösen Blütenständen. Es sind vier bis fünf (bis neun) kronblattartige Blütenhüllblätter vorhanden. Es sind drei bis 100 Staubblätter vorhanden, die höchstens an ihrer Basis verwachsen sind. Die Pollenkörner sind also tricolpat oder pantoporat (Montia). Zwei bis acht Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen. In freier zentraler Plazentation sind vier bis sieben Samenanlagen vorhanden. Es wird eine Art Kapselfrucht gebildet.

Die Chromosomenzahlen betragen n = 6-13 oder mehr. Sie enthalten Betalaine.

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Familie besitzt eine weite Verbreitung, besonders im westlichen Nordamerika und im westlichen Südamerika, aber auch auf den Karibischen Inseln, in Neuseeland und den subantarktischen Inseln.

Systematik[Bearbeiten]

Äußere Systematik[Bearbeiten]

Früher waren diese Arten in die Familie der Portulakgewächse (Portulacaceae) eingegliedert. Molekularbiologische Untersuchungen haben nahegelegt, dass die Familie Montiaceae ein monophyletisches Taxon ergibt. Es verbleibt nur noch die Gattung Portulak (Portulaca) in der dadurch monophyletischen Familie der Portulacaceae. (Applequist et al. 2006, Nepokroeff et al. 2002 und Nyffeler et al. 2008)

Innerhalb der Ordnung der Nelkenartigen (Caryophyllales) sind die Montiaceae nahe mit den Didiereaceae, Cactaceae, Halophytaceae, Portulacaceae, Talinaceae und Basellaceae verwandt; diese acht Familien können als Unterordnung Portulacineae zusammengefasst werden.

Innere Systematik[Bearbeiten]

Die Familie Montiaceae umfasst folgende 15 Gattungen:[2]

Ein Synonym für Montiaceae Raf. ist Hectorellaceae Philipson & Skipworth.

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Eckehart J.Jäger (Hrsg.): Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland, Gefäßpflanzen Grundband, 20. Aufl., Spektrum, 2011, S. 608.
  2. Reto Nyffeler, Urs Eggli: Disintegrating Portulacaceae: A new familial classification of the suborder Portulacineae (Caryophyllales) based on molecular and morphological data. In: Taxon. Band 59, Nummer 1, 2010, S. 227–240.
  3. a b c d e f g h David John Mabberley: Mabberley’s Plant-Book. A portable dictionary of plants, their classification and uses. 3. ed. Cambridge University Press 2008. ISBN 978-0-521-82071-4

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Quellkrautgewächse (Montiaceae) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien