Moskau glaubt den Tränen nicht

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Filmdaten
Deutscher Titel Moskau glaubt den Tränen nicht
Originaltitel Москва слезам не верит
Produktionsland Sowjetunion
Originalsprache Russisch
Erscheinungsjahr 1980
Länge 140 Minuten
Stab
Regie Wladimir Menschow
Drehbuch Walentin Tschernych
Musik Sergei Nikitin
Kamera Igor Slabnewitsch
Besetzung

Moskau glaubt den Tränen nicht (russ.: Москва слезам не верит / Moskwa slesam ne werit) ist ein sowjetischer Spielfilm des Regisseurs Wladimir Walentinowitsch Menschow aus dem Jahr 1980.

Handlung[Bearbeiten]

In zwei Teilen beschreibt Moskau glaubt den Tränen nicht die Lebensgeschichte dreier Frauen im Moskau der Jahre 1958 und 1978. Die drei aus der Provinz stammenden Freundinnen Katja, Ljudmila und Antonina – allesamt Anfang 20 – teilen sich im Jahr 1958 ein Zimmer in einem Arbeiterwohnheim in Moskau. Ljudmila versucht, die anderen beiden zu überzeugen, in der Hauptstadt einen reichen, angesehenen, kurz: bedeutenden Mann zu finden.

Katja arbeitet in einer Maschinenfabrik und versucht abends noch für die Zulassungsprüfungen zum Studium zu lernen.

Antonina geht ihren eigenen Weg. Sie hat Nikolai kennengelernt, einen einfachen Bauarbeiter, den sie nach Ljudmilas Meinung auch in der Provinz hätte haben können. Ihr Leben scheint nun den üblichen Weg zu gehen.

Katja soll für die Ferienzeit auf die Wohnung eines Onkels, eines angesehenen Professors, aufpassen. Er wohnt in einem der stalinistischen Hochhäuser Moskaus, und die Wohnung ist entsprechend repräsentabel. Ljudmila zieht kurzerhand mit ein und veranstaltet sofort eine Party, wo sie all ihre hochgestellten Moskauer Bekanntschaften einlädt. Sie gibt sich als Tochter des Professors aus, Katja als ihre jüngere Schwester. Und ihr Plan scheint aufzugehen, sie kommt mit dem erfolgreichen Eishockeyspieler Gurin zusammen. Auch Katja lernt auf der Party einen Mann kennen: Ratschkow, der beim Fernsehen arbeitet. Katja ist fasziniert, zumal sie von Ratschkow, der eigentlich nur Kameramann ist, zu einer Fernsehaufzeichnung mitgenommen wird. Doch die Lüge mit ihrer gefälschten Herkunft gefällt ihr nicht, nur wegen Ljudmila verschiebt sie ihr Geständnis. Aber durch einen Zufall erfährt Ratschkow schon vorher die wahre Geschichte, was er sogleich ausnutzt, als Katja ihm gesteht, dass sie ein Kind von ihm erwartet.

Antonina heiratet ihren Nikolai, Ljudmila gesteht Gurin die Lüge, was diesen nur erleichtert, da er dachte, ein Professor würde ihm die Ehe mit seiner Tochter nicht gestatten. Auch sie heiraten.

Nur Katja ist allein und erwartet ein Kind. Für eine Abtreibung ist es zu spät, schließlich bringt sie ihre Tochter Alexandra zur Welt. Als alleinerziehende Mutter versucht sie nun, sich aufs Studium vorzubereiten.

Etwa zwanzig Jahre später setzt der zweite Teil des Films ein. Katja hat Karriere gemacht; sie ist Direktorin einer Fabrik mit 3000 Mitarbeitern und daneben Abgeordnete im Moskauer Stadtsowjet. Sie lebt mit ihrer nun schon studierenden Tochter Alexandra in einer Neubauwohnung und hat daneben eine unbefriedigende Beziehung mit einem verheirateten Mann.

Ganz anders ist es Ljudmila ergangen, sie ist geschieden. Ihr Ex-Mann, der Sportler Gurin, der früher nie etwas getrunken hat, ist zum Alkoholiker geworden und bettelt Ljudmila immer wieder um Geld an. Sie arbeitet in einer Textilreinigung und hofft noch immer auf den Mann ihrer Träume.

Nur bei Antonina lief alles wie von Ljudmila vorhergesehen, sie ist immer noch glücklich verheiratet, hat drei Kinder, verbringt die Wochenenden auf der Datscha, wo sich auch immer mal wieder die anderen beiden Frauen einfinden.

Während einer Bahnfahrt lernt Katja den Schlosser Goscha kennen, der sie in ein Gespräch verwickelt und schließlich nach Hause bringt. Goscha ist ein sehr selbstbewusster, charismatischer Mann, der allerdings einige Prinzipien über die berufliche Stellung von Mann und Frau vertritt, die Katja lieber verschweigen lassen, dass sie Direktorin ist. Die beiden verlieben sich, und Katja glaubt, nun doch ihr Glück gefunden zu haben, aber das Verschweigen ihrer wahren Identität hat ihr schon einmal Unglück gebracht. Gerade jetzt trifft sie nach zwanzig Jahren ihren früheren Liebhaber Ratschkow wieder, der verlangt, seine ihm unbekannte Tochter sehen zu können. Als er unvermittelt in der Wohnung auftaucht, erfährt Goscha von ihm die wahre berufliche Position Katjas. Goscha verlässt enttäuscht und wütend die Wohnung und Katja glaubt, er werde nie wiederkommen.

Nach einer verzweifelten Woche kommen die Freunde Antonina, Ljudmila und Nikolai, um der weinenden Katja zu helfen: Moskau glaubt Tränen nicht, etwas muss getan werden. Nikolai begibt sich auf die Suche nach dem verschwundenen Goscha und kann ihn schließlich überzeugen, wieder zu Katja zurückzukehren.

Anmerkungen[Bearbeiten]

Der Film besticht durch seine persönliche Handlung, die weitab liegt von sozialistischer Propaganda. Menschow ist es gelungen, ein zeitgeschichtliches Abbild ganz normaler Lebensgeschichten im realsozialistischen Moskau der 1950er und 1970er Jahre zu zeigen.

Bei der Hauptdarstellerin Vera Alentova (Katja) handelt es sich um die Ehefrau des Regisseurs.

Kritik[Bearbeiten]

Lexikon des Internationalen Films: „Formal ohne Ambitionen, besticht der Film durch seine Heiterkeit und die liebenswürdige Zeichnung der Charaktere.“[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film wurde 1980 auf der Berlinale für den Goldenen Bären nominiert und erhielt 1981 den Oscar als bester ausländischer Film.

Trivia[Bearbeiten]

Der Titel des Films entstammt einem russischen Sprichwort, das bedeutet, dass Moskau eine „harte“ Stadt ist, in der Jammern nichts bringt und Taten gefragt sind.

Es gibt einige Cameoauftritte bekannter sowjetischer Schauspieler, die zu Filmfestspielen eintreffen, während Ljudmila und Katja unter den Zuschauern sind. Auch Filmregisseur Wladimir Menschow hat da einen kurzen Cameo-Auftritt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Moskau glaubt den Tränen nicht im Lexikon des Internationalen Films