Moskitokolibri

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Moskitokolibri
Moskitokolibri

Moskitokolibri

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Kolibris (Trochilidae)
Gattung: Chrysolampis
Art: Moskitokolibri
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Chrysolampis
Boie, 1831
Wissenschaftlicher Name der Art
Chrysolampis mosquitus
(Linnaeus, 1758)

Der Moskitokolibri (Chrysolampis mosquitus), auch Topasrubinkolibri genannt, ist ein wendiger Kolibri, der vor allem durch die Achterbewegung seiner Flügel bekannt ist.

Merkmale[Bearbeiten]

Mit seiner Länge von 9 cm und Flügelspannweite von 12 cm ist er einer der kleinsten Kolibriarten. Er wiegt etwa 4 Gramm. Während das Gefieder des Weibchens nur unscheinbar braun-weiß gefärbt ist, stechen die glitzernden Federn des Männchens, vor allem bei Sonnenschein, regelrecht ins Auge. Bei direkter Sonnenbestrahlung wird er oft nur als leuchtend-gleißender Punkt wahrgenommen.

Lebensweise[Bearbeiten]

Moskitokolibris leben außerhalb der Brutzeit sehr einzelgängerisch in Revieren. Diese verteidigen sie sogar gegen viel größere Vögel. Es wird ihnen nachgesagt, dass sie angreifenden Raubvögeln die Augen ausstechen können. Sie sind sehr schnell und wendig, und verbringen fast ihr ganzes Leben im Flug.

Fortpflanzung[Bearbeiten]

Die Paarung von Moskitokolibris konnte lange Zeit nicht beobachtet werden, da die Vögel dabei zu schnell fliegen. Nur mit Fotokameras, denen Lichtschranken als Auslöser dienten, konnten bisher Bilder der Paarung gemacht werden. Das Männchen paart sich in der Luft mit mehreren Weibchen kurz hintereinander und singt dabei in einer Tonhöhe, die für die meisten Menschen nicht wahrnehmbar ist.

Nach der Paarung legt das Weibchen aus Moos, Flechten und klebrigen Spinnweben ein winziges, napfförmiges Nest an. Darin bebrütet es die ein oder zwei Eier, bis die Jungen nach 12 bis 21 Tagen schlüpfen. Die Nestlingsdauer beträgt 3 Wochen, danach sind die Jungvögel flügge und verlassen das Nest.

Ernährung[Bearbeiten]

Moskitokolibri im Flug an einem Nektarspender

Wie die meisten Kolibris ernährt sich auch der Moskitokolibri von Nektar und Insekten. Um an den Nektar zu gelangen, vollführen sie vor der Blüte einen Standflug. Dabei bewegen sich die Flügel in einer Achterschleife, welche durch besondere Flügelkonstruktionen den Flügel im Schultergelenk rotieren lassen. Die Brust- und Schultermuskeln machen etwa ein Drittel des Gesamtgewichts aus. Der Schnabel hat genau die richtige Länge, um an den Nektar zu gelangen und die Blüte zu bestäuben.

Der Moskitokolibri muss sehr viel Nektar trinken, da sein Energieumsatz etwa 25mal höher ist, als der eines taubengroßen Vogels. Er kann gefangene Insekten nicht schlucken und fliegt daher mit der Beute im Schnabel so schnell, dass diese in den Schlund gepresst wird.

Verbreitung[Bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet des Moskitokolibris

Das Verbreitungsgebiet der Moskitokolibris erstreckt sich über Brasilien, Kolumbien, Venezuela, Nordost-Boliven, Guayana, Tobago und Trinidad. Sie leben vor allem in Wäldern, sowie im Busch- und Savannenland. Ihre Art wird immer seltener, da sie wegen ihrer Bälge gejagt werden und ihr Lebensraum zerstört wird.

Etymologie und Forschungsgeschichte[Bearbeiten]

Carl von Linné beschrieb den Moskitokolibri unter dem Namen Trochilus Mosquitus. Als Fundort nannte er South Carolina.[1] 1831 wurde die Art zusammen mit Trochilus elatus, T.cyanomelas, T. guianensis und T. carbunculus von Friedrich Boie der neuen Gattung Chrysolampis zugeordnet.[2] Dieser Name ist griechischen Ursprungs und leitet sich von »khrusolampis χρυσολαμπις« für »goldglänzend« ab.[3] Das Artepitheton »mosquitus« leitet sich vom griechischen »myîa μυῖα« für »Fliege« ab.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  •  James A. Jobling: Helm Dictionary of Scientific Bird Names. Christopher Helm, London 2010, ISBN 978-1-4081-2501-4.
  •  Carl von Linné: Systema Naturae per Regna Tria Naturae, Secundum Classes, Ordines, Genera, Species, Cum Characteribus, Differentiis, Synonymis, Locis. 10 Auflage. Bd. 1, Imprensis Direct Laurentii Salvii, Stockholm 1758 (online, abgerufen am 15. Juni 2014).
  •  Friedrich Boie: Bemerkungen über Spezies und einige ornithologische Familien und Sippen. In: Isis von Oken. Bd. 24, 1831, S. 538-548 (online, abgerufen am 18. Juni 2014).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Moskitokolibri – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Moskitokolibri – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Carl von Linné, S. 120
  2. Friedrich Boie, S. 546
  3. James A. Jobling, S. 105
  4. James A. Jobling, S. 234