Motretinid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Strukturformel
Struktur von Motretinid
Allgemeines
Freiname Motretinid
Andere Namen

IUPAC: all-trans-N-Ethyl-9-(4-methoxy- 2,3,6-trimethylphenyl)-3,7-dimethyl- 2,4,6,8-nonatetraenamid

Summenformel C23H31NO2
CAS-Nummer 56281-36-8
PubChem 6314185
ATC-Code

D10AD05

Arzneistoffangaben
Wirkstoffklasse

monoaromatisches Retinoid

Eigenschaften
Molare Masse 353,51 g·mol−1
Sicherheitshinweise
Bitte die eingeschränkte Gültigkeit der Gefahrstoffkennzeichnung bei Arzneimitteln beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Motretinid [Handelsname: Tasmaderm® (CH)] ist ein Retinoid der zweiten Generation (monoaromatische Retinoide).

Einsatzgebiet[Bearbeiten]

Motretinid wird als pharmazeutischer Wirkstoff angewendet und kommt topisch als wirksamer Bestandteil von Cremes und Lösungen bei der Therapie der Akne und weiteren hyperkeratotischen Hautkrankheiten zum Einsatz. Der Arzneistoff ist nur in der Schweiz zugelassen.

Wirkung[Bearbeiten]

Motretinid 0,1 % zeigte sich im Vergleich zu Tretinoin 0,05 % effektiver gegenüber entzündlichen Läsionen, nicht aber bezüglich Komedolyse. Insgesamt wird es als weniger wirksam bewertet. Die eingesetzte Formulierung weist eine gute Hautverträglichkeit auf.[2][3]

Nebenwirkungen[Bearbeiten]

In den ersten Therapiewochen kann vorübergehend eine Reizung der Haut und in sehr seltenen Fällen eine Verschlechterung des Hautzustandes auftreten.

Wechselwirkungen[Bearbeiten]

Andere äußerliche Hautpräparate sollten nur nach ärztlicher Beratung gleichzeitig mit Motretinid-Präparaten angewendet werden. Kombinierte Anwendung mehrerer lokaler Aknemittel kann Trockenheit und Irritation der Haut verursachen.

Schwangerschaft und Stillzeit[Bearbeiten]

Tierstudien zeigten nach systemischer Applikation von Motretinid unerwünschte Effekte auf den Fötus. Es existieren keine kontrollierten Humanstudien. Die systemische Aufnahme bei topischer Anwendung des Wirkstoffs wird auf maximal 1% geschätzt. Da die Unbedenklichkeit topischer Anwendung während der Schwangerschaft nicht systematisch untersucht wurde, sollten Motretinid-haltige Zubereitungen während der Schwangerschaft und bei bestehendem Kinderwunsch nicht verabreicht werden. Zudem ist nicht bekannt, ob Motretinid in die Muttermilch übertritt. Von der Anwendung in der Stillzeit wird abgeraten.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  2. Zouboulis CC.: Moderne Aknetherapie In: Akt Dermatol 2003; 29:49-57. Georg Thieme Verlag. ISSN 0340-2541 Volltext (PDF; 116 kB).
  3. Orfanos CE, Garbe C: 16.3.1 Wirkung auf die follikuläre Hyperkeratose In: Therapie der Hautkrankheiten, S.383; 2. Auflage, Springer 2002. ISBN 3-540-41366-9.
Gesundheitshinweis Bitte den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!