Mutschel

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Original Reutlinger Mutschel

Die Mutschel ist ein aus Reutlingen stammendes, traditionelles sternförmiges Gebäck (Gebildbrot) aus einem mürben Hefeteig mit acht Zacken. Das Gebäck und der dazugehörige Mutscheltag bestehen wahrscheinlich seit dem 13. Jahrhundert. Mutscheln gibt es in verschiedenen Größen, selten werden auch süße Mutscheln (zum Beispiel mit Zuckerguss) gemacht.

Über den Ursprung der Form gibt es mehrere Theorien. Eine davon ist, dass die Erhebung in der Mitte und der Kranz darum den Reutlinger Hausberg, die Achalm, die acht Zacken die wichtigsten Handwerkszünfte darstellen sollen. Es könnte aber auch der Stern der Weisen aus dem Morgenland als Ursprung dahinter stehen. Eine dritte Möglichkeit besagt, der Reutlinger Bäcker Albrecht Mutschler habe das Gebäck im 14. Jahrhundert erfunden. Laut des Reutlinger Heimatbuches (Ausgabe 1954, S. 37) wurde 1435 ein Bäcker, den man nennt Mutschler erwähnt.

Früher fand am Mutscheltag (der erste Donnerstag nach dem Dreikönigstag) ein Preisschießen statt, bei dem die besten Schützen Mutscheln gewannen. (Laut Reutlinger Heimatbuch, Ausgabe 1954, S. 234). Heute wird um die Mutscheln gewürfelt, was auch als Mutscheln bezeichnet wird. Die bekanntesten Mutschel-Würfelspiele sind:

Auch wenn viele am Mutschelabend Mäxle spielen, ist es streng genommen kein klassisches Mutschelspiel.

In der Nachbargemeinde Pfullingen gibt es einen ähnlichen Brauch mit dem Unterschied, dass das Gebäck hier Stern genannt wird und nur sieben Zacken besitzt. Das Sternwürfeln findet hier traditionell am Tag vor dem Dreikönigstag, also am 5. Januar, statt.