Mygdonien

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Dieser Artikel behandelt eine Region im antiken Mesopotamien. Für weitere Bedeutungen des Namens siehe Mygdonia.

Mygdonien (altgriechisch Μυγδονία; lateinisch Mydonia) war eine antike Region im nördlichen Irak. Nach Strabon (Geographika) war es eine fruchtbare Gegend, die von den Mygdonen bewohnt war. Strabon führt ihren Namen auf die Makedonen, also Alexander den Großen und seine Nachfolger, zurück,[1] die vermutlich den Namen des makedonischen Mygdonien dorthin übertrugen. Sie lebten nahe dem Euphrat und bei Zeugma in Kommagene und Zeugma bei Thapsakos, das Strabon das alte Zeugma nennt. Nisibis war als Antiochia in Mygdonien bekannt, es lag zu Füßen des Gebirges (Mons) Masius. Im selben Abschnitt führt Strabon noch weitere Städte an, die am Fuße des Masius lagen, aus dem Zusammenhang ist nicht völlig klar, ob er sie ebenfalls zu Mygdonien rechnet, wie Holmes[2] annimmt. Es handelt sich dabei um: Tigranocerta, Carrhae, Nikephorum, Chordiraza und Sinnaka. In römischer Zeit war Mygdonien eine Teil von Assyrien (Gebiet um Nisibis) und gehörte seit dem 3. Jahrhundert zur Provinz Mesopotamia.[3]

Weitere Bedeutungen[Bearbeiten]

Stephanos von Byzanz erwähnt ein Mygdonien in Nordgriechenland. Calder hält Mygdonien für einen poetischen Namen für Phrygien.[4]

Geographisch wurde Mygdonien der thrakischen Region zugeordnet; kulturell stark von Makedonien beeinflusst. Spätestens zur Regierungszeit Philipp II. war Mygdonien ein Teil Makedoniens. Erwähnenswerte Städte waren Apollonia Mygdoniorum und Arethousa.

Heute wird manchmal die Stadtregion Mygdonia (Μυγδονία) im Regionalbezirk Thessaloniki als Mygdonien bezeichnet.

Literatur[Bearbeiten]

  • William Moir Calder: Colonia Caesareia Antiocheia. In: Journal of Roman Studies 2, 1912, S. 78–109.
  • Charles Edson: Imperium Macedonicum: The Seleucid Empire and the Literary Evidence. In: Classical Philology 53/3, 1958, S. 153–170.
  • T. Rice Holmes: Tigranocerta. In: Journal of Roman Studies, 7, 1917, S. 120–138.
  • Erik Wikén: ΤΥΡΣΗΝΟΙ bei Herod. 1, 57. In: Hermes 73/1, 1938, S. 129–132.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 16, 1, 23.
  2. T. Rice Holmes: Tigranocerta. In: Journal of Roman Studies, 7, 1917, S. 120–138.
  3. Richard N. Frye: Mapping Assyria. In: A. Panaino and G. Pettinato (Hrsg.): Ideologies as intercultural phenomena. Proceedings of the Third Annual Symposium of the Assyrian and Babylonian Intellectual Heritage Project Held in Chicago, USA, October 27-31, 2000. Università di Bologna & IsIao, Milano 2002, 76 (Melammu Symposia 3).
  4. W. M. Calder: Colonia Caesareia Antiocheia. In: Journal of Roman Studies 2, 1912, S. 81.