Kommagene
Kommagene ist eine antike Landschaft im Südosten Kleinasiens, die im Osten vom Euphrat begrenzt wird. Westlich befindet sich das Taurusgebirge und im Süden die Ebenen Nordsyriens. Lange Zeit war Kommagene Teil verschiedener Reiche, bevor es Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. unabhängig wurde. Im ersten Jahrhundert n. Chr. endete die Selbstständigkeit Kommagenes. Ihre Hauptstadt war erst Samosata am Euphrat, dann Hierapolis Bambyke. Die bedeutendsten Städte waren Marasch, Doliche und Perrhe.
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Ereignisgeschichte [Bearbeiten]
Im Jahr 866 v. Chr. wurde das Königreich Kummuhu unter dem assyrischen König Aššurnasirapli II. zum ersten Mal erwähnt. Die Könige von Kummuhu waren Assyrien tributpflichtig. Um 750 v. Chr. schloss sich König Kuštašpi einer Allianz gegen Assyrien an. Der Aufstand wurde 743 v. Chr. bei Arpad niedergeschlagen. Nach einer Revolte des Königs Mutallu im Jahr 708 v. Chr. wurde Kummuhu unter Sargon II. assyrische Provinz. 605 v. Chr. wurde Kummuhu durch den babylonischen König Nebukadnezar II. erobert. Unter den Achämeniden wurde es Teil von Ostarmenien. Unter Ptolemaios wurde Kommagene 163 v. Chr. von den Seleukiden unabhängig; der bedeutendste König war Antiochos I. (69 – ca. 36 v. Chr.). Nach dem Tod Antiochos' III. (17 n. Chr.) wurde Kommagene in das Römische Reich eingegliedert.
In Religion und Kultur von Kommagene mischen sich hellenistische, einheimisch anatolische und persische Elemente. Unter Antiochos IV. wurde Kommagene wieder unabhängig. 74 n. Chr. verlor es jedoch endgültig seine Unabhängigkeit und wurde römische Provinz. In der Spätantike wurde für die Provinz die Bezeichnung Euphratesia üblich, auch wenn die Bezeichnung Kommagene gebräuchlich blieb. Im 7. Jahrhundert wurde das Gebiet, das zuvor lange zwischen Römern und Sassaniden umkämpft gewesen war, dann von den Arabern erobert.
Kulturdenkmäler [Bearbeiten]
Bedeutende Kulturdenkmäler sind die Grabstätten auf dem Berg Nemrut, außerdem die Hierothesia von Arsameia am Nymphaios und am Karakuş. Aus der Römerzeit ist u. a. die Brücke des Septimius Severus erhalten, die den mit 34 m zweitgrößten von den Römern gebauten Brückenbogen besitzt.
Die Ausgrabungen wurden über 25 Jahre von Friedrich Karl Dörner geleitet.
Die Könige von Kommagene [Bearbeiten]
| Name | Herrschaftszeit |
|---|---|
| Ptolemaios | 163 – ca. 130 |
| Samos II. Theosebes Dikaios | ca. 130 – ca. 100 |
| Mithradates I. Kallinikos | ca. 100 – 69 |
| Antiochos I. Theos Dikaios Epiphanes Philorhomaios Philhellen | 69 – ca. 36 |
| Mithradates II. | ca. 36 – 20 |
| Mithradates III. | 20 – 12 |
| Antiochos III. | 12 v. Chr. – 17 n. Chr. |
| Römerherrschaft | 17 – 38 |
| Antiochos IV. Epiphanes | 38 – 72 |
| Römische Provinz | 74 – |
Weblinks [Bearbeiten]
- Kommagene. In: Ehsan Yarshater (Hrsg.): Encyclopædia Iranica (englisch, inkl. Literaturangaben)
- Homepage Nemrud Foundation (detaillierte Geschichte Kommagene, Fotos von Berg Nemrut und mehr)
- Homepage der Forschungsstelle "Asia Minor" der Universität Münster, u.a. mit Forschungen in Kommagene
- Homepage der Forschungsstelle "Asia Minor" der Universität Münster, u.a. mit Forschungen in Kommagene
- Homepage der Forschungsstelle "Asia Minor" der Universität Münster, u.a. mit Forschungen in Kommagene
- Kommagene reich bebilderte Beschreibung von Nemrud Dağ, Karakuş und Arsameia am Nymphaios
Literatur [Bearbeiten]
- Richard D. Sullivan: Thy Dynasty of Commagene. In: Aufstieg und Niedergang der römischen Welt II,8. Berlin; New York 1977, S. 732-798.
37.5538.5Koordinaten: 37° 33′ N, 38° 30′ O