Nassersee

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Nassersee
Nassersee
Nassersee
Geographische Lage südl. Ägypten, nördl. Sudan
Zuflüsse Nil
Abfluss Nil
Städte am Ufer Assuan, Wadi Halfa
Daten
Koordinaten 22° 25′ 12″ N, 31° 45′ 0″ O22.4231.75183Koordinaten: 22° 25′ 12″ N, 31° 45′ 0″ O
Nassersee (Ägypten)
Nassersee
Höhe über Meeresspiegel 183 m
Fläche 5250 km²dep1f5
Länge 500 kmdep1f6
Breite 35 kmdep1f7
Umfang 7844 kmdep1f9
Maximale Tiefe 180 mf10
Mittlere Tiefe 25 mf11

Der Nassersee (arabisch ‏بحيرة ناصر‎, Buhairat Nāssir), benannt nach dem ehemaligen ägyptischen Präsidenten Gamal Abdel Nasser, ist der in Ägypten durch den Staudamm as-Sadd al-Āli (‏السدّ العالي‎, auch als Assuan-Hochdamm bekannt) im Niltal entstandene Stausee, der südlich von Assuan liegt. Ein Teil des Sees befindet sich auch im Sudan, bei Wadi Halfa, wo er Nubia-See heißt.

Der See ist etwa 500 km lang, zwischen 5 und 35 km breit und enthält etwa 165 km³ Wasser.

Tempelanlagen von Abu Simbel am Westufer des Sees

Einerseits ermöglicht der Staudamm die Regulierung der Wasserdurchflussmengen des Nils in den landwirtschaftlich genutzten Randzonen. Andererseits entfällt dadurch die jährliche Nilschwemme und damit die Verfrachtung der hochnährstoffhaltigen Nilschlämme. Hierdurch ist die Fruchtbarkeit der Agrarflächen stark gesunken, weshalb die Bauern Mineraldünger zum Ausgleich des Nährstoffentzugs durch die Nutzpflanzen einsetzen.

Der Anstieg des Wasserspiegels begann 1964; bis 1976 hatte der See etwa seinen heutigen Wasserstand erreicht. Vor der Überflutung wurden ab 1959 (Rettungskampagnen mehrerer Länder unter Federführung der UNESCO) einige berühmte antike Baudenkmäler (z. B. „Abu Simbel“) abgebaut und an sicheren Orten neu errichtet. Andere weniger bedeutende Ruinenstätten mit Bauwerken aus altägyptischer bis mittelalterlich-christlicher Zeit wurden teilweise freigelegt, vermessen und ihre Kleinfunde geborgen, bevor sie unter Wasser verschwanden.[1]

Der See beziehungsweise der Assuan-Staudamm ist auch der Grund, warum das Nildelta nicht mehr weiter ins Meer vorgeschoben, sondern durch Brandung und Strömungen abgetragen wird. Das Ausbleiben der jährlichen Überschwemmungen führt auch zu einem vermehrten Absinken des Nildeltas; dies wurde früher durch die Überschwemmungen ausgeglichen, die immer neue Sedimente heranspülten.[2]

Eine weitere Folge sind Klimaveränderungen in Oberägypten, wo die Luft nun feuchter und wegen der stark erhöhten Verdunstung etwas kühler geworden ist, was schon bald die Qualität bestimmter landwirtschaftlicher, auf hohe Lufttrockenheit angewiesene Produkte wie etwa Datteln beeinträchtigt hat.

Momentan entsteht am Nasser-See im Rahmen des Toshka-Projekts eine gigantische Pumpstation, um große Wüstengebiete westlich des Nils mit Wasser zu versorgen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nassersee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. A Common Trust: The Preservation of the Ancient Monuments Of Nubia. UNESCO, 1960 (PDF; 4,2 MB) Beschreibung der Aufgabenstellung zu Beginn der Rettungsaktion
  2. Assuan-Staudamm schädigt Nildelta, Dradio Wissen, 19. März 2010