Natternkopf-Bitterkraut

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Natternkopf-Bitterkraut
Natternkopf-Bitterkraut (Helminthotheca echioides)

Natternkopf-Bitterkraut (Helminthotheca echioides)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Cichorioideae
Gattung: Helminthotheca
Art: Natternkopf-Bitterkraut
Wissenschaftlicher Name
Helminthotheca echioides
(L.) Holub

Das Natternkopf-Bitterkraut (Helminthotheca echioides (L.) Holub; Syn.: Picris echioides L.), auch Wurmlattich genannt, ist eine Pflanzenart in der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Diese Art wurde früher zur Gattung Bitterkräuter (Picris) gerechnet, wird aber heute in die Gattung Helminthotheca gestellt. Sie ist ein sich in Mitteleuropa in Ausbreitung befindlicher Neophyt.

Beschreibung[Bearbeiten]

Beim Natternkopf-Bitterkraut handelt es sich um eine einjährige, krautige Pflanze, die meist Wuchshöhen zwischen 30 und 80 cm erreicht. Der aufrechte, ästig verzweigte Stängel ist borstig behaart. Die unteren Laubblätter sind eiförmig-länglich, buchtig gezähnt und in den Stiel verschmälert, die oberen eher länglich-lanzettlich, gezähnt und etwas stängelumfassend. Die Laubblätter tragen auf kleinen weißen Pusteln wachsende Borstenhaare, die zum Teil mit Widerhaken besetzt sind.

Die Blütenkörbe sitzen an der Spitze der Äste. Alle Hüllblätter sind mit steifen Borsten begrannt. Die auffallend großen, breiten, ei- bis herzförmigen Außenhüllblätter sind fast so lang wie die inneren, die jedoch viel schmaler sind. Die Blütenkörbe enthalten nur gelbe Zungenblüten, wobei die randständigen außen oft purpurfarben überlaufen sind.

Die lang geschnäbelten Achänen, die einen federigen Pappus besitzen, wachsen im inneren Teil des Körbchens gerade, während die äußeren gekrümmt sind.

Der Wurmlattich blüht vorwiegend in den Monaten Juni bis August.

Standort und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Art wächst in Unkrautgesellschaften, an Ufern, auf Äckern, an Dämmen und zwischen Schutt. Häufig findet man das Natternkopf-Bitterkraut auch an Weg- und Straßenrändern.

Die ursprüngliche Heimat des Wurmlattichs ist das Mittelmeergebiet. Das gesamte Verbreitungsgebiet reicht aber von Nordafrika und den Kanarischen Inseln bis zur Krim, der Türkei und dem Iran. Auch in Australien und in Nord- und Südamerika kommt die Art als Neophyt vor.

In Deutschland ist die Art sehr zerstreut, besonders im mittleren und südlichen Teil. Sie ist jedoch in Ausbreitung begriffen. In Österreich und der Schweiz ist das Natternkopf-Bitterkraut selten und meist unbeständig im gesamten Gebiet zu finden.

Durch regelmäßige Verschleppung der Samen kann sich die Art auch außerhalb des Mittelmeergebiets durchsetzen, wobei im west- und mitteleuropäischen Raum von einer festen Einbürgerung gesprochen werden darf.

Heilpflanze[Bearbeiten]

Der Wurmlattich wurde früher häufig als Mittel gegen Wurmbefall (Name) angebaut. Teilweise findet man diese Praxis auch heute noch im mediterranen Raum, wobei der Lattich auch als Wildgemüse verzehrt wird.

Quellen[Bearbeiten]

  •  Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. 2., ergänzte Auflage. Band 1: Allgemeiner Teil, Spezieller Teil (Pteridophyta, Spermatophyta): Lycopodiaceae bis Plumbaginaceae, Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1993, ISBN 3-8001-3322-9.
  •  Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer, Manfred A. Fischer (Hrsg.): Exkursionsflora von Österreich. Eugen Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.
  •  Christian Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz. Mit Berücksichtigung der Grenzgebiete. Bestimmungsbuch für die wildwachsenden Gefässpflanzen. Begründet von August Binz. 18. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Schwabe & Co., Basel 1986, ISBN 3-7965-0832-4.
  •  Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora. Unter Mitarbeit von Theo Müller. 6., überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1990, ISBN 3-8001-3454-3.
  •  Konrad von Weihe (Hrsg.): Illustrierte Flora. Deutschland und angrenzende Gebiete. Gefäßkryptogamen und Blütenpflanzen. Begründet von August Garcke. 23. Auflage. Paul Parey, Berlin/Hamburg 1972, ISBN 3-489-68034-0.
  •  Werner Greuter, Eckhard von Raab-Straube (Hrsg.): Med-Checklist. A critical inventory of vascular plants of the circum-mediterranean countries. Vol. 2: Dicotyledones (Compositae), Organization for the Phyto-Taxonomic Investigation of the Mediterranean Area (OPTIMA), Genève 2008, ISBN 978-2-8279-0011-4, S. 240.
  • Werner Greuter: Compositae (pro parte majore): Helminthotheca echioides. In: Werner Greuter, Eckhard von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae. Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2006–2009.
  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der Große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Eugen Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Natternkopf-Bitterkraut (Picris echioides) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien