Niccolò Leoniceno

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Niccolò Leoniceno (* 1428 in Lonigo bei Vicenza; † 1524 in Ferrara; auch: Nicolo Leoniceno, Nicolaus Leoninus, Nicolaus Leonicenus of Vicenza, Nicolaus Leonicenus Vicentinus, Nicolo Lonigo, Nicolò da Lonigo da Vincenza) war ein italienischer Arzt, Grammatiker und Humanist.

Leoniceno war der Sohn eines Arztes. Er studierte Philosophie in seiner Heimat Vicenza unter Ognibene da Lonigo (Omnibonus Leonicenus). Etwa 1453 erhielt er seinen Magistertitel in Freie Künste an der Universität Padua, wo er auch seinen Doktorgrad in Medizin erhielt. Sein Lehrer in Padua war Pietro Roccabonella Veneziano (†1491), ein Professor der Medizin in Padua. Er mag dort eine Weile gelehrt haben. 1464 ging er an die Universität Ferrara, wo er zuerst Mathematik, dann Philosophie und letztlich Medizin lehrte.

1490 schrieb er seinem Kollegen in Florenz, Angelo Poliziano (Politianus), kritisierte Ibn Sina und entdeckte auch Übersetzungsfehler in der Naturalis historia (entstanden 79, zuerst gedruckt in Venice im Jahr 1469) von Plinius dem Älteren.

Er war Grammatiker und ein Pionier bei der korrekten Übersetzung von altgriechischen und arabischen medizinischen Texten ins Lateinische, beispielsweise von Galen und Hippokrates von Kos. Als Grammatiker verfasste er Lehrbücher die „De octo partibus orationis“ und das „Libellus de Arte metrica“. Beide Werke sind Meisterwerke und frühe Inkunabeln der Didaktik. Im 15. Jahrhundert waren die Medizinvorlesungen an die Kenntnis und Interpretation der antiken Autoren gebunden. Daher war die Lehre auf beide Disziplinen erweitert. Im Jahr 1497 beschrieb Leoniceno erstmals die Syphilis. Für Franchino Gaffurio übersetzte er die Harmoniae von Ptolemäus.

Danach war er noch 1508 in Venedig, 1509 in Ferrara, 1514 in Paris, und 1519 in Pavia tätig.

Weblinks[Bearbeiten]