Nickel and Dimed

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Nickel and Dimed: On (Not) Getting By in America (Deutsche Ausgabe: Arbeit poor. Unterwegs in der Dienstleistungsgesellschaft) ist ein Buch der investigativen Journalistin Barbara Ehrenreich.

Ziel des Buches ist es unter anderem die Auswirkungen der Reform der US-amerikanischen Sozialgesetzgebung von 1996 auf das Leben der sogenannten Working Poor in Amerika zu erforschen. Die Undercover-Recherchen, von denen im Buch berichtet wird, fanden zwischen Frühling 1998 und Sommer 2000 statt. Das Buch wurde 2001 von Metropolitan Books veröffentlicht. Ein Vorabdruck erschien 1999 im „Harper's Magazine“.

Handlung des Buches[Bearbeiten]

Es handelt sich nicht um einen Erlebnisbericht, sondern um investigativen Journalismus a la Günter Wallraff. Ehrenreich, eine Journalistin mit Mittelschicht-Hintergrund, beschloss für einige Monate im Selbsttest das Alltagsleben der „Working Poor“ zu erkunden. Ihren Universitäts-Abschluss verheimlichte sie gegenüber ihren Arbeitgebern.

Am Anfang des Experimentes besaß sie 1300$ und ein Auto. Ehrenreich zog nach Key West, Florida. Sie nahm - wie die real Betroffenen - Arbeit als Kellnerin in zwei Restaurants gleichzeitig an, da der Verdienst nur so zum Lebensunterhalt reichte.

Für einen weiteren Testfall zog sie um nach Portland, Maine. Nach vier Tagen Arbeitssuche hatte Ehrenreich zwei neue Jobs. Sie war nun Assistentin in einem Pflegeheim und außerdem arbeitete sie für eine Gebäudereinigungsfirma. Für einen dritten Einsatz zog sie nach Minneapolis, Minnesota, wo sie für einige Wochen bei Wal-Mart einen gering bezahlten Job übernahm. Danach beendete sie ihr Experiment. Als Bilanz stellte sie fest, dass es ihr nicht gelungen war, von den Einkünften ihrer Jobs ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Soziale Probleme[Bearbeiten]

Ehrenreich will mit ihrem Buch auf soziale Probleme der US-amerikanischen Gesellschaft hinweisen. Sie beschreibt die Arbeit in den Jobs der Working Poor als strapaziös, uninteressant und degradierend. Sie wendet sich gegen Persönlichkeitstest und Drogentests, denen in den USA viele Jobbewerber unterzogen werden. Diese seien degradierend und würden gegen die Bürgerrechte verstoßen. Ehrenreich hat mit ihren Recherechen nachgewiesen, dass ein Niedriglohn-Job in Amerika nicht ausreicht, um sich davon zu ernähren. Sie schreibt:

Wenn jemand für weniger Lohn arbeitet, als er zum Leben braucht... hat er ein großes Opfer für Sie auf sich genommen. Die Working Poor sind in Wirklichkeit die Philanthropen unserer Gesellschaft. Sie vernachlässigen ihre eigenen Kinder, um sich um die von anderen zu kümmern. Sie leben in Substandard-Wohnungen, so dass die Wohnungen anderer Leute sauber und aufgeräumt sind. Sie nehmen Entbehrungen auf sich und dadurch ist die Inflation niedrig und die Aktienpreise sind hoch.[1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nickel and Dimed: On (Not) Getting By In America (2001); S. 221