Nordkosovo

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Nordkosovo
De‑facto‑Regime, Gebiet
ist völkerrechtlich Teil von
Kosovo
Hauptstadt Kosovska Mitrovica
Regierungsform Gemeinschaft der Gemeinden der Autonomen Provinz Kosovo und Metochien
Fläche 1259 km²
Einwohnerzahl 50.000
Bevölkerungsdichte etwa 38,5 Einwohner pro km²
Währung de facto Dinar und Euro
Gründung 28. Juni 2008
Zeitzone UTC
North Kosovo map SV.svg
Mittelalterliche Festung bei Zvekan
Mittelalterliche Festung bei Zvekan

Als Nordkosovo wird zumeist das Gebiet im Norden der umstrittenen Region Kosovo bezeichnet, das überwiegend von Serben bewohnt wird. Dies sind die Großgemeinden Leposavić (Лепосавић)/Leposaviq, Zvečan (Звечан)/Zveçan und Zubin Potok (Зубин Поток)/Zubin Potok. Daneben werden auch Teile der Großgemeinde Kosovska Mitrovica (Косовска Митровица)/Mitrovicë (Подујево)/Podujevë dazugerechnet. Es hat eine Fläche von etwa 1300 km² (ca. 12 % der Gesamtfläche des Kosovo) in dem etwa 50.000 Serben leben. Die drei serbischen Großgemeinden erklärten nach der Unabhängigkeitserklärung des kosovarischen Parlaments im Februar 2008, mit der Regierung in Priština nicht zusammenzuarbeiten, da sie die Erklärung nicht anerkennen und sich weiterhin als Bestandteil Serbiens betrachten. Am 28. Juni 2008, dem Vidovdan, gründeten Vertreter der vor allem im Nordkosovo lebenden serbischen Einwohner in Kosovska Mitrovica ein eigenes Parlament. Das Parlament wird von der UN-Verwaltung und anderen internationalen Organisationen nicht anerkannt. [1]

Eine andere Definition des Begriffs umfasst den Sektor des Kosovo, der von französischen KFOR-Einheiten als MNTF Nord verwaltet wird.

Topografisch wird Nordkosovo durch die Gebiete des Kopaonik-Gebirges nördlich des Amselfeldes (Kosovo Polje (Косово Поље)/Rrafshi i Kosoves) bestimmt.

Politische Entwicklung[Bearbeiten]

Die versperrte Brücke von Mitrovica ist das bekannteste Symbol für den Konflikt zwischen Serben und Albanern im Nordkosovo

Seit der Unabhängigkeit des Kosovo wurde die faktische Eigenständigkeit des Nordkosovo von KFOR und kosovarischen Behörden bislang weitgehend toleriert. Es mehren sich im Kosovo jedoch politische Stimmen, besonders ausgesprochen von der Vereinigung Vetëvendosje, die eine vollständige Eingliederung des Nordkosovo in den Staat Kosovo zur Not mit Polizeigewalt erzwingen wollen.[2]

Die deutsche Bundesregierung bekräftigte 2011 erneut ihre Haltung, dass Nordkosovo Teil der Republik Kosovo ist. Am 10. Juni 2011 gab der deutsche Außenminister Guido Westerwelle anlässlich eines Staatsbesuchs des kosovarischen Außenministers an, nach Ansicht der Bundesregierung stünde „die Landkarte auf dem westlichen Balkan fest“.[3]

In einem sowohl von Prishtina als auch von Belgrad scharf kritisierten Referendum lehnten im Februar 2012 99,74 % der Abstimmenden die Anerkennung der kosovarischen Regierung ab. Die Wahlbeteiligung lag bei rund drei Vierteln.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kosovos Serben bilden eigene Strukturen. In: NZZ Online, 29.Juni 2008
  2. FAZ: Wahlen im Kosovo - Die Stunde der Tabubrecher
  3. Auswärtiges Amt: Unterstützung und europäische Perspektive für Kosovo, abgerufen am 16. Juni 2011.
  4. Spiegel Online: „Referendum: Kosovo-Serben lehnen Zentralregierung ab“, 16. Februar 2012