Serbien

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Dieser Artikel behandelt die Republik Serbien. Weitere Bedeutungen sind unter Serbien (Begriffsklärung) aufgeführt.
Република Србија
Republika Srbija
Republik Serbien
Flagge Serbiens
Wappen Serbiens
Flagge Wappen
Amtssprache Serbisch, regional auch Minderheitssprachen[1]
Hauptstadt Belgrad
Staatsform parlamentarische Republik
Regierungssystem parlamentarische Demokratie
Staatsoberhaupt Präsident Tomislav Nikolić
Regierungschef Ministerpräsident Ivica Dačić
Fläche 88.3611 (110.) km²
77.4742 (115.) km²
Einwohnerzahl 7.120.666[2] (Volkszählung 2011)2
Bevölkerungsdichte 91,922 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nominal)
  • BIP/Einw. (KKP)
2011[3]
  • 45,064 Milliarden USD (80.)
  • 78,869 Milliarden USD (77.)
  • 6.081 USD (82.)
  • 10.642 USD (80.)
Human Development Index 0,769 (64.)[4]
Währung Dinar (RSD)
Gründung 15. Februar 1835 Erste Verfassung
5. Juni 2006 als parlamentarische Republik in der heutigen Form
Unabhängigkeit 25. März 1867 Unabhängigkeit
13. Juli 1878 internationale Anerkennung
Nationalhymne Bože Pravde
Nationalfeiertag 15. Februar (Inkrafttreten der ersten Verfassung 1835)
Zeitzone UTC+1 MEZ
UTC+2 MESZ (März–Oktober)
Kfz-Kennzeichen SRB
ISO 3166 RS, SRB, 688
Internet-TLD .rs und .срб[5]
Telefonvorwahl +381
1 = inklusive Kosovo
2 = ohne Kosovo
Österreich Belgien Bulgarien Republik Zypern Tschechien Deutschland Dänemark Dänemark Estland Spanien Finnland Frankreich Frankreich Vereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Griechenland Griechenland Ungarn Irland Italien Italien Italien Litauen Luxemburg Lettland Niederlande Polen Portugal Rumänien Schweden Slowenien Slowakei Island Montenegro Mazedonien Kroatien Türkei Türkei Malta Serbien Grönland Färöer Norwegen Norwegen Isle of Man Guernsey Jersey Andorra Monaco Schweiz Liechtenstein Vatikanstadt San Marino Albanien Kosovo Bosnien und Herzegowina Moldawien Weißrussland Russland Ukraine Autonome Republik Krim Kasachstan Abchasien Südossetien Georgien Aserbaidschan Aserbaidschan Armenien Iran Libanon Syrien Israel Jordanien Saudi-Arabien Irak Russland Tunesien Algerien MarokkoSerbia in Europe (claimed hatched).svg
Über dieses Bild
Serbia DisputedKosovo Map.png

Serbien (serbisch Србија/Srbija anhören?/i; amtlich Republik Serbien, serbisch Република Србија/Republika Srbija) ist ein Binnenstaat in Südosteuropa. Serbien liegt im Zentrum der Balkanhalbinsel und grenzt im Norden an Ungarn, im Osten an Rumänien und Bulgarien, im Süden an Mazedonien und Albanien bzw. an den Kosovo, im Südwesten an Montenegro und im Westen an Bosnien und Herzegowina und Kroatien.

Serbiens jüngere Geschichte ist geprägt durch seine Rolle als größter Teilstaat Jugoslawiens. Es ist nach dem endgültigen Zerfall Jugoslawiens auch „alleiniger Rechtsnachfolger“ der im Jahr 1992 gegründeten Bundesrepublik Jugoslawien (ab 2003 Staatenunion Serbien und Montenegro).[6][7]

Serbien ist Mitglied der Schwarzmeer-Wirtschaftskooperation (SMWK) und des Mitteleuropäischen Freihandelsabkommens (CEFTA) und unterhält weitere Freihandelsabkommen. Die Wirtschaftsleistung des Landes war infolge der Jugoslawienkriege stark zurückgegangen, erholte sich aber in den Jahren von 2003 bis 2008 wieder etwas.[8] Nachdem kurzfristig wichtige Erfolge im Rahmen des EU-Beitrittsprozess erreicht worden waren (so u. a. das Inkrafttreten eines Interimsabkommen für Handelserleichterungen mit der EU und die Abschaffung der Visumpflicht für serbische Staatsbürger[9]), reichte Serbien offiziell am 22. Dezember 2009 seine Kandidatur für eine Mitgliedschaft in der Europäischen Union ein[10] und erhielt, nachdem auch Rumänien seinen Widerstand aufgegeben hat, am 1. März 2012 offiziell den Status eines Beitrittskandidaten.[11]

Geografie[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geographie Serbiens

Anmerkung: Die Beschreibung der Geografie Serbiens umfasst auch das Gebiet des völkerrechtlich umstrittenen Kosovo.

Lage, Relief und geographische Gliederung[Bearbeiten]

Das Zwischenstromland Syrmiens einer der Landschaften der Vojvodina. Landsat 8 ETM+ Aufnahme, 12. März 2014 (Infrarot-Falschfarben-Luftbild)

Serbien erstreckt sich über vier Breitengrade am Rande der Subtropen zwischen 46° 11′ N (bei Subotica in der nordserbischen Provinz Vojvodina) und 41° 16′ N bei Preševo. Von Ost nach West bilden die Stara Planina bei Dimitrovgrad (23° 01′ E). sowie die Donau bei Bezdan (18° 51′ E) die Grenzpunkte. Niedrigster Punkt ist der Austritt der Donau bei Prahovo in Ostserbien mit 17 Meter über dem Meeresspiegel. Der höchste Punkt liegt mit 2656 Meter Höhe im Prokletije.

Das Gebiet Serbiens setzt sich aus zwei Landschaftstypen zusammen, die durch die Save-Donau-Linie geteilt werden. Nördlich der Save- und Donau-Ebene liegt die Vojvodina, ein Tiefland in der Pannonischen Tiefebene wo nur das sanfte Rumpfgebirge der Fruška Gora und die Karpatenausläufer der Vrsačke gore im Relief etwas hervortreten. Die ehemaligen Waldsteppen der Donauniederung sind durch die hydrologische Verknotung der wichtigsten Ströme Ostmitteleuropas gekennzeichnet und durch ehemals weite Auenlandschaften sowie die äolischen Flugsande (bekannt ist die Deliblatska Peščara als „europäische Sahara“) und fruchtbare Schwarzerdeböden sowie Löß gekennzeichnet.

Südlich von Save und Donau ist das Land in Zentralserbien und dem Kosovo überwiegend gebirgig, stellt sich aber durch das Nebeneinander von Gebirgen, Hochebenen, Beckenlandschaften und Flussebenen als topographisch vielfältiges und abwechslungsreiches Gebiet dar. Mit dem von Süd nach Nord praktisch zentral verlaufenden Flusssystem der Morava, die in der tektonischen Leitlinie der Morava-Furche die Gebirgszüge der Dinariden, Karpaten und Balkangebirge in eine westliche und östliche Gruppe trennt, und den als Schluchten ausgebildeten Nebenflüssen der Westlichen und Südlichen Morava, Ibar sowie der Drina, dem Grenzfluss zu Bosnien, wird das zentrale Serbien vielfältig gegliedert. In den Becken der Metohija und des Amselfeldes und den flankierenden Hochgebirgszügen wie der höchsten Erhebung Serbiens, der Đeravica, findet sich sowohl durch die Entwässerung zum Mittelmeer (das Amselfeld entwässert durch die Bifurkation der Sitnica sowohl zum Schwarzen Meer als auch zum Mittelmeer) und dem Wechselspiel von Beckenlandschaften und Hochgebirgshorsten der Übergang zum pelargonischen („mazedonischen“) Landschaftstyp, ein.

Gewässer[Bearbeiten]

Unterlauf der stark mäandrierenden Velika Morava bis zur Einmündung in die Donau. NASA Landsat 7 ETM+
Hydrologie mit den Einzugsgebieten von Morava und Drina

Hydrographisch befindet sich Serbien zum größten Teil im Einzugsbereich der Donau, die in ihrem Mittellauf das Land auf einer Strecke von 588 Kilometern durchquert. Dabei sind die Donau und ihre Zuflüsse in der pannonischen Tiefebene typische Niederungsflüsse mit schwachen Gefälle, zahlreichen Altarmen und weiten Schwemmterrassen. Aufgrund der häufigen Hochwassergefährdung der in einem bedeutenden hydrologischen Knoten liegenden Vojvodina wurden vielfach regulierende und wasserbautechnische Maßnahmen in Form von Hochwasserdämmen, Retentionsbecken und auch Ablauf- und Überlaufkanälen geschaffen. Die wichtigsten Donaunebenflüsse sind hier als der wasserreichste Donauzufluss die Save (in die wiederum die Drina mündet), der längste Donauzufluss Theiß sowie die Temesch. Donau, Theiß und Save bilden auch die einzigen schiffbaren Wasserwege des Landes.

Unter den Donauzuflüssen Serbiens nehmen die Einzugsgebiete von Morava und Drina die größten Flächen ein. Dabei stellt der longitudinal verlaufende Moravagraben die Hauptkommunikationsader des Landes zwischen Donauebene und dem Mittelmeerraum. Hier verlief schon seit der Antike die historisch bedeutende Fernverkehrsstraße (Via militaris), die mit den dazu transversalen (quer verlaufenden) Tälern der Toplica, Nišava und Zapadna Morava die zentrale natürliche Verbindungsroute stellt. Da das ebenfalls longitudinale Drinatal durch seine vielfachen Windungen und steilen Schluchtabschnitte selbst keine durchgehende Kommunikationsachse darstellt, konnten die transversalen Täler der Drinazuflüsse dagegen zumeist erst mit der Vollendung der Bahnstrecke Belgrad–Bar in die moderne Verkehrsinfrastruktur integriert werden. Weil das Moravatal geologisch auch einen breiten tektonischen Graben bildet, der zumeist von kristallinen paläozoischen und metamorphen Gesteinen begleitet wird, das Drinatal aber in mesozoischen Sedimentgesteinen verläuft, die zumeist in Form von Karbonaten nur steile und enge Canyon-Täler zulassen, sind diese geologischen Prädispositonen auch ursächlich für die augenfälligen Hindernisse, die das Drinatal für die kommunikative Durchdringung der Südostdinariden stellt. In Ostserbien ist das Timok-Einzugsgebiet das bedeutendste und hier dessen wichtigste Verkehrsachse.

Die größeren Gebirgsflüsse Zentralserbiens bilden zumeist Durchbruchstäler mit vereinzelten Talweitungen. Das mittlere Drina- sowie das Limtal sind teilweise durch Flussterrassen gestuft, auf denen sich daher einige größere Siedlungen etablieren konnten. Drina und Morava zeigen insbesondere in ihren Unterläufen stark mäandrierende Läufe; diese Talabschnitte gehören heute zu den periodisch hochwassergefährdeten Landschaften Serbiens, nachdem die Donau und Theißsysteme im 19. und 20. Jahrhundert reguliert worden waren. Viele der kleineren Flussläufe der Berggebiete, wie die Zuläufe der Rasina, sind als Torrente-Bäche durch episodische Sturzflut-Ereignisse auch für urbane Siedlungen eine ständige Bedrohung. Erosionsschutzmaßnahmen und Aufforstungsbemühungen in Teilen der gefährdetsten Einzugsgebiete sollen insbesondere die Sedimenttransportmengen, die bei diesen Ereignissen die größte Gefahr bilden, minimieren.

Ein bedeutender Teil der hydrologischen Systeme in Serbien wird von Karstaquiferen bestimmt. Diese sind im westserbisch-dinarischen Kalksteingebirge sowie im karpato-balkanischen Gebirgsbogen Ostserbiens (Serbisches Erzgebirge) flächenmäßig von Bedeutung.[12]

Lediglich der äußerste Südwesten des Landes wird durch den Weißen Drin zur Adria, der äußerste Südosten über die Pčinja, welcher in den Vardar mündet, zur Ägäis hin entwässert.

Größere stehende Gewässer finden sich heute zumeist als Altarme an Donau und Save, größter natürlicher See ist der Palić-See mit rund sechs Quadratkilometern Fläche. Unter den künstlichen Stauseen nimmt der Đerdapsee (Đerdapsko jezero) oberhalb des Eisernen Tores mit 163 Quadratkilometer auf serbischer Seite (gesamt: 253 km²) die größte Fläche ein. Bekannte Stauseen sind der Vlasinasee auf einer ehemaligen Hochmoorfläche im südostserbischen Bergland, der Perućacsee an der Drina sowie der Stausee im Uvac-Canyon.

Mit 71 Meter ist der Jelovarnik im Kopaonik der höchste Wasserfall des Landes. Die größte und längste, aber nicht tiefste Schlucht Serbiens und in Europa ist das Eiserne Tor.

Klima[Bearbeiten]

Klimadiagramm von Belgrad

Das in der warmgemäßigten Klimazone liegende Serbien wird durch gemäßigtes Kontinentalklima geprägt. Die Niederschläge nehmen von Nordost nach Südwest ab, während auch insbesondere die Niederschlagsmaxima sich in gleicher Richtung von Frühsommer auf Herbst/Winter verlagern. Damit stellt sich ein Grundzug des Klimas Serbiens ein, der durch die Lage zu den relativ warmen Meeren (Adria, Ägäis und Schwarzes Meer) und der Gebirgsnatur bestimmt wird. Das Niederschlagsregime mit mediterranen Winterregen verliert sich mit der Küstenentfernung, ist aber noch im westserbischen Bergland und im Kosovo zu verzeichnen. Erst in der kontinentaler liegenden Vojvodina stellt sich der typische Niederschlagsverlauf Ostmitteleuropas mit einem frühsommerlichen Niederschlagsmaximum, der mit dem Sonnenhöchststand zusammen fällt, ein.

Aufgrund der Kammerung des Reliefs treten vielfältige mikro- und makroklimatische Modifikationen auf, die durch ventilatorische Bedingungen und das Relief modifiziert werden. Gebirgsklimate finden sich in den höheren Gebirgen im Süden, Westen und Osten des Landes.

Die Winter in Serbien sind allgemein kalt und schneereich, die Sommer sind warm. Der kälteste Monat ist der Januar, der wärmste ist der Juli. Die tiefste bisher gemessene Temperatur in Serbien lag bei −38,0 °C (26. Januar 1954 in Sjenica), die höchste bei 45,8 °C (16. August 2006 in Paraćin). Die Jahresdurchschnittstemperatur in Serbien liegt bei 10 °C. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge bei 896 Millimeter.

Die Windsysteme werden durch die jahreszeitlichen Druckgradienten bestimmt. Herrschen im Winter trocken-kalte Nordwinde vor, die durch das Sibirische Hoch erzeugt werden, (Košava, Severac, Moravac); so bringen Adria-Tiefs, (in den Übergangsjahreszeiten durch feuchtadiabatische Föhneffekte beim Aufsteigen der Luftmassen von der Adria über die Dinariden) warm-feuchte Winde aus Südwest (Jugozapadni vetar); auf die dann in Westserbien und der Saveniederung eine kurzzeitige Temperaturerhöhung folgt. Auf den Sommer-Etesien beruht der warme Južni vetar (Südwind) der auf der Vorderseite eines Balkanhochs von Süden über die Morava-Vardar-Furche nach Serbien einströmt. Während der Südwind auf der Rückseite des Hochs den kühleren Meltimi in der Ägäis bedingt.

Naturschutzgebiete und landschaftliche Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Deliblatska Peščara. NASA Landsat 7 ETM+
Sanddünen der Deliblatska Peščara
Serbische Fichte, Nationalpark Tara
Die Šumadija im Zentrum von Serbien

Serbien verfügt über fünf Nationalparks, 20 Naturparks und rund 590 Naturschutzgebiete[13] mit einer Gesamtfläche von 7315,08 Quadratkilometern, womit mehr als acht Prozent der Fläche Serbiens unter Naturschutz stehen.

Diese für den Artenschutz und die Erhaltung der Biodiversität des Landes ausgewiesenen Schutzzonen stellen für seltene oder einmalige Tier- und Pflanzenarten, die einzigartigen Biotope sowie Landschaftselemente und Landschaftsformen auch überregional wichtige Reservate dar. Als exemplarische Standorte gelten dabei die Steppendünenlandschaft im Reservat Deliblatska Peščara[14] sowie der Bergurwald im Nationalpark Tara-Gebirge.

Im Tara–Gebirge bestehen im Nationalpark elf verstreute Standorte des voreiszeitlichen Relikts der schmalkronigen und „tannenähnlichen“ (aufgrund der lederartigen, weichen Nadeln) Serbischen Fichte (Picea omirka (Panč.) Purk.). Diese Standorte umfassen 2760 Hektar spezieller Reservatsflächen, die unter anderem auch die erstmals 2013 als neue Art anerkannte Akelei Aquilegia nikolicii beherbergen. Ein ungewöhnlicher reliktisch-endemischer Laubbaum, der 1856 von Josif Pančić erstmalig im Jastrebica Gebirge aufgesammelt wurde, ist die nördliche Unterart des Griechischen Ahorns (Acer heldreichii ssp. visianii, serb. Planinski javor), der in Serbien in den subalpinen Bergwäldern ein Verbreitungszentrum besitzt. Er ist der klimahärteste Edellaubbaum der subtropischen Gebirge des Balkans und wird aufgrund der nachgesuchten Holzqualität auch international als bedeutendes Handelsprodukt im Tonholzsegment gehandelt (Geigenböden werden selbst in Italien häufig in Balkan maple Qualität angeboten, dem englischen Trivial- und Handelsnamen des Griechischen Ahornholzes). Auch für die Herstellung von Guslen stellt er in Serbien das am höchsten kotierte Ausgangsmaterial, wodurch die Vorkommen starker Nachstellung unterliegen. Unter den Steppenpflanzen findet sich im Deliblato-Dünen Naturschutzgebiet in einer 34.829 Hektar umfassenden Schutzzone wenige Standorte der aus ca. 40 Einzelpflanzen bestehenden Population der Banater Pfingstrose (Paeonia officinalis ssp. banatica (Rochel) Soó), die gleichzeitig die weltweite Population der Waldsteppen-Pflanze ausmacht.[15][16] Die Landschaftsschutzgebiete wie das Spezielle Naturreservat Suva Planina beherbergen beispielsweise tertiäre tropische Relikte wie den Serbischen Felsenteller oder die endemische Pančić Akelei.[17] Diese an Felsstandorte im Kalkstein angepaßte Arten gelten als typische Vertreter der paläoendemischen balkanischen Flora. Auch für viele weitere Arten im Red Data Book Serbiens sind diese Naturschutzgebiete und Reservate Rückzugsgebiete.

Die fünf Nationalparks entsprechen der Kategorie II der IUCN.

Nationalpark angenommen in der Liste der IUCN Opština (Gemeinden) Fläche (km²)
Nationalpark Đerdap 1974 Golubac, Majdanpek, Kladovo 636,8
Nationalpark Kopaonik 1981 Raška, Brus 118
Nationalpark Tara 1981 Bajina Bašta 190
Šar Planina 1986 Štrpce, Kačanik, Prizren, Suva Reka 390
Fruška Gora 1960 Novi Sad, Sremski Karlovci, Beočin, Bačka Palanka, Šid, Sremska Mitrovica, Irig, Inđija 253,93

Acht Orte Serbiens wurden in der Ramsar-Konvention für die Erhaltung von Feuchtgebieten aufgelistet.[18]

Gebiet hinzugefügt in der Ramsar-Konvention Opština (Gemeinden) Fläche (km²)
Gornje Podunavlje 2007 Apatin 224,8
Labudovo okno 2006 Bela Crkva 37,33
Ludašersee 1977 Subotica 5,93
Obedska bara 1977 Pećinci 175,01
Peštersko polje 2006 Sjenica 34,55
Slano Kopovo 2004 Novi Bečej 9,76
Carska bara 1996 Zrenjanin 17,67
Vlasinasee 2007 Surdulica 32,09

Unter den landschaftlichen Sehenswürdigkeiten befinden sich zahlreiche geomorphologische Phänomene. Darunter:

Bevölkerung[Bearbeiten]

Mit einem Durchschnittsalter von 40,7 Jahren zählt die serbische Bevölkerung zu den ältesten der Welt – rund 17,4 Prozent der Bevölkerung sind älter als 65 Jahre. Die Geburtenziffer liegt bei 1,78. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt bei Männern 71 und bei Frauen 76 Jahre. Eine Volkszählung in Serbien findet alle zehn Jahre statt, die letzte Zählung erfolgte im Jahr 2011.

Ethnische Gruppen[Bearbeiten]

Bevölkerungsdichte nach der Volkszählung 2002
Ethnische Mehrheitsgebiete nach der Volkszählung 2002

Die Zusammensetzung der Bevölkerung ist in den verschiedenen Landesteilen sehr unterschiedlich. Laut der Volkszählung vom April 2002,[2] die im von der UNMIK verwalteten Kosovo nicht stattfand, bezeichnen sich 82,86 Prozent der Einwohner als Serben. Die bedeutendsten kleineren Gruppen sind Ungarn (3,91 %), Bosniaken (1,82 %), Roma (1,44 %) sowie Jugoslawen (1,08 %). Kleinere Minderheiten Serbiens bilden die Goranen und Türken in den südlichen Landesteilen.

Laut offizieller Statistik leben in Serbien etwa 108.000 Roma. Inoffiziell wird ihre Zahl auf 500.000 Personen geschätzt.[19]

In Zentralserbien leben zum allergrößten Teil Serben, daneben auch Walachen im Osten und Nordosten; Bulgaren im Südosten und Nordosten; sowie verteilt auch Roma. Im Sandschak von Novi Pazar lebt auch eine größere Minderheit von Bosniaken, im Preševo-Tal im südlichsten Zipfel von Zentralserbien eine albanische Minderheit. Insgesamt bezeichnen sich 89,48 Prozent der Bewohner Zentralserbiens als Serben, wobei die Bosniaken mit 2,48 Prozent die zahlenmäßig zweitgrößte Volksgruppe darstellen.

Die Vojvodina (Banat, Batschka und Syrmien) ist schon seit Jahrhunderten durch ein buntes Völkergemisch geprägt – vor allem aus Serben (65,05 %), Ungarn (14,28 %), Slowaken (2,79 %), Kroaten (2,78 %), Rumänen (1,50 %), Roma (1,43 %), Bunjewatzen und Schokatzen (ca. 1 %) und früher auch aus einigen hunderttausend Volksdeutschen (Donauschwaben, Österreicher u. a.), die nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Begründung der Kollaboration mit dem Feind vertrieben wurden. In die Vojvodina und das nördliche Engere Serbien siedelten sich in den letzten Jahren Hunderttausende (Binnen-)Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten in Kroatien, Bosnien und Herzegowina und dem Kosovo an. Trotzdem leidet die Vojvodina unter einem starken Bevölkerungsrückgang. Charakteristisch ist die Landflucht aus den eigentlich fruchtbaren Regionen und das Anwachsen der Stadtbevölkerung.

Im Kosovo leben heute mehrheitlich Albaner (88 %). Die größte Minderheit bilden die Serben (7 %).

Sprachen[Bearbeiten]

Die Hauptamtssprache in Serbien ist die serbische Standardsprache. Serbisch beziehungsweise Serbokroatisch wird fast überall im Land verstanden und gesprochen. In der nordserbischen Provinz Vojvodina sind neben Serbisch auch Ungarisch, Kroatisch, Russinisch, Slowakisch und Rumänisch als Amtssprachen anerkannt. Im Kosovo und Teilen Südserbiens wird Albanisch gesprochen.

Nach der im November 2006 in Kraft getretenen Verfassung wird die serbische Sprache in Serbien offiziell in kyrillischer Schrift geschrieben, wobei im Alltag und in den Medien auch die lateinische Form vielfach zur Anwendung kommt.

Religion[Bearbeiten]

Kirche des Hl. Sava von Serbien in Belgrad, eine der größten orthodoxen Kirchen der Welt

Die überwiegende Mehrheit der Einwohner Serbiens sind Christen, davon bekennt sich mit etwa 6,3 Millionen (etwa 84 Prozent) die Mehrheit zur serbisch-orthodoxen Kirche. Zudem gibt es noch Katholiken, Protestanten und einige wenige neuapostolische Christen. In Serbien sind auch Muslime und Atheisten ansässig.

Für Serbien gibt der New York Times World Almanac (2009, S. 806) 85 Prozent Orthodoxe, sechs Prozent Katholiken und drei Prozent Muslime an. Demgegenüber gibt der von der Encyclopædia Britannica unterstützte Time Almanac (2008, S. 477) für Serbien, Montenegro und Kosovo zusammen 56,8 % Orthodoxe, 5,1 % Katholiken, sechs Prozent Christen, 16,2 % Muslime und 15,9 % Konfessionslose und Atheisten an.

Nach der Volkszählung von 2011 bekennen sich 84,6 Prozent der Bürger Serbiens (ohne das Kosovo) zum christlich-orthodoxen Glauben, 5 % zum römisch-katholischen Glauben, 1 % zum Protestantismus, 3,1 % zum Islam. Als konfessionslos bezeichnen sich 3,1 % der Bevölkerung; als Atheisten 1,1 % und als Agnostiker sind es 0,1 % der Bürger Serbiens.[20]

Städte und Urbanisierung[Bearbeiten]

Verstädterung und städtische Gemeinden

Die Städte Serbiens entwickelten sich südlich der Sava-Donau Linie kulturhistorisch aus der osmanischen Čaršija, nördlich davon aus habsburgischen Märkten und Kolonisten-Siedlungen, die in Zentralserbien großteils auch erst nach dem Zweiten Weltkrieg einer stärkeren Modernisierung unterlagen.[21] Dabei behielten jedoch die Orte im serbischen Teil des Sandschak und Kosovo (mit Ausnahme Prištinas) zum Teil ihren orientalischen Charakter.

Die Urbanisierung nahm insbesondere nach 1945 schnell zu, was durch Industrialisierung, Landflucht aus ärmeren Regionen des ehemaligen Jugoslawien und auch der Migration von Kriegsflüchtlingen während mehrerer Wellen während der Jugoslawienkriege zu einem raschen Bevölkerungsanstieg in den größeren Städten führte.

Unter den Großstädten nehmen die Verwaltungszentren des Staates, die Metropole Serbiens Belgrad mit 1.154.589 Einwohnern (10. November 2011) sowie der Regierungssitz der autonomen Provinz Vojvodina, Novi Sad, mit 221.854 Einwohnern (10. November 2011) in funktionaler sowie administrativer Hinsicht eine zentrale Rolle ein. Hier konzentrieren sich daher auch Medien- und Dienstleistungsunternehmen sowie die Kulturinstitutionen des Landes. Aufgrund ihrer vergleichsweise entwickelten Infrastruktur haben sie auch die regional höchste Bedeutung für Verkehr und Handel und zeigen die dynamischste Wirtschaftsentwicklung.[22] Durch die zentrale Lage von Novi Sad und Belgrad auf der Entwicklungsachse im Korridor X werden sie auch im prioritären Investitionsprojekt des Landes besonders bevorzugt.[23]

Neben diesen primären Zentren kommt Niš mit 182.208 Einwohnern (10. November 2011), Belgrad nachfolgend, eine ergänzende zentrale Rolle im südlichen Serbien zu. Die weiteren größeren urbanen Kerne Südserbiens, Leskovac mit 59.610 Einwohnern (10. November 2011) und Vranje mit 54.456 Einwohnern (10. November 2011), liegen wie Niš auf dem strategischen Südteil des Morava-Korridors, der historisch bedeutenden Verkehrshauptachse des Landes und gleichfalls der zentralen Balkanhalbinsel.[24][25]

Daneben fallen dem im Herzen der Region Šumadija befindlichen Kragujevac mit 147.281 Einwohnern (10. November 2011) sowie dem am wichtigsten Transitübergang Serbiens zur EU gelegenen Subotica mit 96.483 Einwohnern (10. November 2011) zentralörtliche Funktionen zu.

Durch den im sozialistischen Jugoslawien forciert vorangetriebenen Ausbau der Schwerindustrie wurden die Standorte der Metallverarbeitung und Energiegewinnung der in der Šumadijaregion geförderten Erz- und Lignitvorkommen zu einem der vier bedeutenden Industrieregionen im ehemaligen Jugoslawien aufgebaut.[26] Hier konzentriert sich daher auch heute noch ein Großteil der verbliebenen serbischen Schwerindustrie, die insbesondere an sechs Standorten durch einen immer noch bedeutenden Anteil militärisch-industrieller Grosskombinate geprägt wird.[27] Zu diesem zentralserbischen Industriegürtel gehören Valjevo mit 58.184 Einwohnern (10. November 2011), Užice mit 52.199 Einwohnern (10. November 2011), Čačak mit 72.148 Einwohnern (10. November 2011), Kraljevo mit 63.030 Einwohnern (10. November 2011) und Kruševac mit 57.627 Einwohnern (10. November 2011).

Die weitaus am weitesten entwickelte und am stärksten urbanisierte Region Serbiens ist aber nach wie vor die Vojvodina. Hier siedelten sich daher auch die vielschichtigsten verarbeitenden Betriebe und Dienstleistungsunternehmen des Landes an. Neben Subotica und Novi Sad zeichnen sich Zrenjanin mit 75.743 Einwohnern (10. November 2011), Sombor mit 47.485 Einwohnern (10. November 2011) und Vršac mit 35.701 Einwohnern (10. November 2011) sowie die weiteren größeren städtischen Zentren durch eine vergleichsweise gute Verkehrs- und Sozialinfrastruktur und auch einen höheren Lebensstandard der Einwohner als im übrigen Land aus. Daneben hat sich das im Banat gelegene Pančevo mit 73.992 Einwohnern (10. November 2011) seit den 1970er Jahren zunehmend zu einer Satellitenstadt Belgrads entwickelt und wächst in die Metropolregion der sich demographisch auch weiterhin dynamisch entwickelnden Hauptstadt hinein.

Aufgrund der Daten der Bevölkerungserhebung im Zensus 2011 zum vorangegangenen Zensus 2002 haben mit Ausnahme der Hauptstadt nur noch die beiden nächstgrößeren Zentren des Landes einen positiven Bevölkerungssaldo.[28][29][30]

Im Kosovo übernimmt Priština die Funktion des zentralen Ortes und primären Wirtschaftsstandortes.

Die Großstädte Serbiens; Einwohnerzahl: Vorläufige Ergebnisse der Volkszählung 2011:[31][32]

Stadt Ew. (engeres Stadtgebiet) Ew. (Gemeinde)
Belgrad 1.154.589 1.639.121
Novi Sad 221.854 335.701 (mit Petrovaradin)
Niš 182.208 257.867
Kragujevac 147.281 177.468
Subotica 96.483 140.358
Novi Pazar 85.996 125.000
Zrenjanin 75.743 122.714
Pančevo 73.992 122.252
Čačak 72.184 114.809
Kraljevo 63.030 124.554
Smederevo 63.028 107.528

Die Großstädte im Kosovo, Volkszählung 2011:

Stadt (Albanisch/Serbisch) Ew. (Gemeinde)
Prishtina/Priština 198.214
Prizren 178.112
Ferizaj/Uroševac 108.690
Peja/Peć 95.723
Gjakova/Đakovica 94.158
Gjilan/Gnjilane 90.015
Podujeva/Podujevo 87.933
Mitrovica/Kosovska Mitrovica 71.601
Vushtrria/Vučitrn 69.881
Suhareka/Suva Reka 59.702

Die Zahlen stammen aus der letzten Volkszählung vom Juni 2011.[33]

Politik[Bearbeiten]

Die politische Gliederung Serbiens: Vojvodina (gelb), Zentralserbien (rot) und Kosovo (grün)

System[Bearbeiten]

Serbien besitzt ein parlamentarisches Regierungssystem mit einem Einkammerparlament, der Narodna Skupština (wörtlich übersetzt: Volksversammlung) mit 250 Abgeordneten. Sie hat die Legislative inne. Die im Parlament vertretenen serbischen Parteien gruppieren sich als Fraktionen in eine Regierungskoalition und die Opposition. Die Exekutive wird vom Ministerpräsidenten (serb. Predsednik Vlade, kurz Premier) geführt. Amtsinhaber seit 2012 ist Ivica Dačić. Der Präsident wird alle fünf Jahre vom Volk direkt gewählt. Eine Wiederwahl ist möglich. Amtsinhaber von 2004 bis zu seinem vorzeitigen Rücktritt am 4. April 2012 war Boris Tadić (DS). Sein Nachfolger wurde 2012 Tomislav Nikolić von der SNS. In der Vojvodina gibt es weiterhin ein Regionalparlament. Die Bezirksregierungen der serbischen Okruzi werden dagegen von der Zentralregierung ernannt.[34]

Zu den in der Skupština vertretenen Parteien gehören seit den Parlamentswahlen am 11. Mai 2008 die westlich-orientierte Koalition „Für ein europäisches Serbien“ (DS in Koalition mit G17 Plus, SPO, LSV und der SDP), die nationalistische Serbische Radikale Partei, die mitte-rechts orientierte Demokratische Partei Serbiens in Koalition mit der rechtsgerichteten Nova Srbija. Die Sozialistische Partei Serbiens ist in einer Koalition mit der Partei der vereinigten Pensionäre Serbiens und mit Einiges Serbien im Parlament vertreten. Der strikt prowestlich ausgerichteten Liberaldemokratischen Partei gelang ebenfalls der Einzug ins Parlament, wie auch den Parteien der albanischen (KAP), ungarischen (SVM) und bosniakischen (BLES) Minderheit, welche von der Fünf-Prozent-Hürde ausgenommen sind.

Politische Gliederung[Bearbeiten]

Das Gebäude der Regierung Serbiens in der Nemanjina 11
Das Parlament der Republik Serbien, die Skupština

Mit der Verfassung von 2006 bekamen die autonomen Regionen Serbiens Vojvodina (Војводина) (im Norden) und Kosovo und Metochien (Косово и Метохија / Kosovo i Metohija, als Kurzform Космет / Kosmet) (jeweils im Süden) ihre von 1974 bis 1989 bestehende politische Selbständigkeit innerhalb Serbiens und Jugoslawiens als Provinzen Serbiens zurück. Der restliche Teil Serbiens (mehr als die Hälfte des Landes), der nicht zu diesen beiden Provinzen gehört, bildet keine eigene politische Einheit, weshalb es auch keine offizielle Bezeichnung für ihn gibt. Informell ist die Bezeichnung Zentralserbien (Централна Србија / Centralna Srbija) oder „engeres Serbien“ gebräuchlich.

Unter Slobodan Milošević war der Autonomiestatus der beiden Provinzen Serbiens aufgehoben und die alte Verfassung von 1945 bis 1974 erneuert worden. Weiterhin wurde ihr Stimmenanteil innerhalb des Staates Jugoslawien auf die Republik Serbien übertragen, was Serbiens Einfluss in politischen und finanziellen Entscheidungen auf Staatsebene stärken sollte und damit den Zerfall Jugoslawiens beschleunigte.

Nach dem Sturz Miloševićs im Oktober 2000 beschloss 2002 das serbische Parlament das so genannte Omnibus-Gesetz, das unter anderem auch regelt, dass das Regionalparlament der Vojvodina von den Bürgern der Provinz direkt gewählt wird.[35]

Kosovo steht seit Juni 1999 unter UN-Verwaltung (UNMIK), so dass die Bestimmungen dort nicht in Kraft treten konnten. Der völkerrechtliche Status ist nach der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo vom 17. Februar 2008 umstritten.

Zu administrativen Zwecken ist Serbien in 30 Bezirke (serb.: Okrug; pl.: Okruzi) gegliedert (einschließlich der Stadt Belgrad). 18 Bezirke liegen in Zentralserbien, sieben in der Vojvodina und fünf im Kosovo. Die örtlichen Selbstverwaltungseinheiten in Serbien sind die opštine (Sing. opština, wörtlich Gemeinde, der Größe nach oft eher Landkreise). Von diesen gibt es 108 in Zentralserbien, 54 in der Vojvodina und 30 im Kosovo.

Die historischen Regionen in Serbien haben heute keinen offiziellen Status. Häufig sind jedoch die Bezirke nach ihnen benannt. So ist beispielsweise die Šumadija sowohl ein Bezirk als auch eine Region, da die Grenze der Region Šumadija nicht klar definiert ist und sich oftmals weiträumige Gebiete außerhalb des heutigen Bezirkes zur Šumadija rechnen. Die Regionen in der Vojvodina werden nach Flüssen, andere nach Bergen bzw. Gebirgen benannt. Viele der Regionen verfügen über einen serbischen Namen, der sich aus der folgenden Struktur ableitet: Po + (Name eines Flusses) + je. So ist die im Norden von Zentralserbien gelegene Region Podunavlje aus diesem Konzept entstanden. Sie verdankt ihren Namen der Donau (serbisch: Дунав/Dunav). Die Region Podrinje erstreckt sich entlang der Drina oder die Pomoravlje entlang der Morava. Andere hingegen tragen den Namen eines Gebirges, wie die Regionen Zlatibor oder Kopaonik.

Präsidentschaftswahl 2012[Bearbeiten]

Herausforderer Tomislav Nikolić (SNS) und Amtsinhaber Boris Tadić (DS) lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um das Amt des Präsidenten,[36] das Tadić vorerst mit knapper Mehrheit für sich entschied. Die Stichwahl am 20. Mai 2012 gewann Nikolić knapp.[37]

Außen- und Sicherheitspolitik[Bearbeiten]

Ansprache des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew in der Skupština

Serbien gehört bisher weder der EU noch der NATO an. Während eine Mitgliedschaft in der EU parteienübergreifend eine hohe Priorität genießt, wird die Diskussion über die Mitgliedschaft im Militärbündnis der NATO sowohl politisch als auch gesellschaftlich konträr geführt. Zwar nimmt Serbien am Programm Partnerschaft für den Frieden teil, auch haben die Streitkräfte Serbiens ein Trainingsprogramm mit der Nationalgarde Ohios, doch über eine Eingliederung in die Strukturen des Militärbündnisses herrscht innerhalb der serbischen Parteien Uneinigkeit.[38] Auch gibt es Widerstand seitens der einflussreichen Serbisch-Orthodoxen Kirche, die diese Entscheidung dem Volk anvertrauen möchte,[39] und eine traditionelle prorussische Stimmung des Balkanstaates,[40] die einen möglichen NATO-Beitritt des Landes in Frage stellen.[41]

Wichtigstes Argument der NATO-Gegner ist die Bombardierung Serbiens 1999 sowie die Anerkennung der Unabhängigkeitserklärung des Kosovos durch die Vereinigten Staaten von Amerika und zahlreiche Länder der EU. Ein verstärkter russischer Einfluss auf die wirtschaftlichen und politischen Geschehnisse im Balkan allgemein und Serbien im Speziellen ist durch die Übernahme des bis dahin staatlichen serbischen Erdölkonzern NIS durch Gazprom, die Absicht die Erdgas-Pipeline South Stream über Serbien zu führen sowie der Vergabe eines Milliardenkredits für die Verbesserung der Infrastruktur Serbiens durch Russland im Jahr 2009 spürbar gewachsen.[42]

Als besonders sensibel erwies sich dabei die Unterzeichnung des Ministers für Ausnahmesituationen der russischen Republik, Sergei Schoigu mit dem Innenminister Serbiens Ivica Dačić über die Einrichtung eines regionalen Zentrums für Katastrophensituationen am Flughafen Niš. Dieser zu zunächst symbolische Akt wurde vielfach als Anzeichen einer mittelfristigen Absicht Russlands, eine Militärbasis auf serbischem Territorium einzurichten, gedeutet.[43][44]

Im Bestreben Serbiens, in die EU aufgenommen zu werden, gibt es positive Entwicklungen. In ihrem jährlichen Fortschrittsbericht zu den Kandidatenländern vom 12. Oktober 2011 schlug die EU-Kommission vor, Serbien den Status eines Beitrittskandidaten zu gewähren. Wesentliche Voraussetzung dafür war die Auslieferung der beiden Kriegsverbrecher Ratko Mladic und Goran Hadzic an den Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien. Die Aufnahme der Verhandlungen für Serbien bleibt jedoch an die Bedingung geknüpft, die Vermittlungsgespräche mit dem Kosovo wieder aufzunehmen.[45]

Die Frage nach der Zukunft des Kosovo bleibt auch nach der Unabhängigkeitserklärung durch das Parlament in Priština im Februar 2008, deren völkerrechtlicher Status umstritten ist, ein zentrales Problem der serbischen Politik.

Die Vojvodina im Norden und der Kosovo im Süden bilden nach der Verfassung aus dem Jahr 2006 die zwei autonomen Provinzen Serbiens. Letzterer stand seit 1999 und dem Ende des Kosovokrieges unter UN-Verwaltung. Die serbische Regierung sieht in dem Vorgehen Kosovos einen Verstoß gegen die UN-Resolution 1244 und den Grundsatz der territorialen Integrität. Am 8. Oktober 2008 stimmte die UN-Generalversammlung einem Antrag Serbiens zu, die völkerrechtliche Gültigkeit der Unabhängigkeitserklärung durch den Internationalen Gerichtshof prüfen zu lassen. Im Jahr 2010 veröffentlichte der Internationale Gerichtshof sein Gutachten, wonach die Unabhängigkeit des Kosovo nicht gegen internationales Recht verstößt. Gleichzeitig vermied der IGH, den völkerrechtlichen Status des Kosovo zu bewerten und erkannte die Gültigkeit der UN-Resolution 1244 an.[46]

Aus Protest gegen die Unabhängigkeit gründeten die Serben im Nordkosovo die Gemeinschaft der Gemeinden der Autonomen Provinz Kosovo und Metochien,[47] welche sich de facto der Kontrolle der Institutionen in Priština entzieht. Entsprechend den Bemühungen der serbischen Regierung, ihre Territorialansprüche auf dem Gebiet geltend zu machen, wird in offiziellen Dokumenten stets vom Kosovo als einem besetzten Teil Serbiens gesprochen.

Nach dem Auseinanderbrechen des ehemaligen gemeinsamen jugoslawischen Staates ist heute der Grenzverlauf an der Donau zwischen Kroatien und Serbien umstritten. Da die historische Donaumittellinie durch Mäandrieren heute eine andere Position als noch während der ursprünglichen Grenzziehung einnimmt, beansprucht Kroatien Teile des linksseitigen Ufers sowie einige der Flussinseln (darunter die Šarengradska Ada und die Vukovarska Ada).[48] Die Gesamtfläche der umstrittenen Gebiete, die jetzt unter serbischer Verwaltung stehen, beträgt 115 km².

Militär[Bearbeiten]

Hauptartikel: Streitkräfte Serbiens

Die Streitkräfte Serbiens zählen etwa 37.000 Mann (2005 75.000), wovon 6500 auf die Luftwaffe entfallen. Die Wehrpflicht wurde 2011 abgeschafft. Das Budget beträgt 2011 etwa 675 Millionen Euro, was einem Anteil von 2,08 Prozent am BIP entspricht.[49]

Seit 2003 ist in Serbien auch der Zivildienst möglich, dieser dauert jedoch 13 Monate. Nach der Auflösung der Staatenunion zwischen Serbien und Montenegro erhielt der montenegrinische Staat wieder seine eigene Armee (der Korps von Podgorica der gemeinsamen Armee wurde im Mai 2006 zur montenegrinischen Armee umfunktioniert). Die gemeinsame Marine wurde aufgelöst.

Mit einer Resolution des serbischen Parlaments im Jahr 2007 hat sich Serbien als „militärisch neutraler Staat“ deklariert.[50] Seit 2009 wurde der Umbau der Armee zu einer Berufsarmee mit ca. 10.600 Berufssoldaten betrieben. Ende 2010 war dieser Umbau abgeschlossen und die Wehrpflicht abgeschafft.[51]

Menschenrechte[Bearbeiten]

Laut Angaben von Amnesty International wurden Minderheiten weiterhin diskriminiert. Das Justizsystem wird als schwach bezeichnet.[52]

Das Parlament besetzte die im Antidiskriminierungsgesetz von 2009 vorgesehene Position eines Beauftragten für Chancengleichheit im Mai 2010 mit einer von der Regierungspartei favorisierten Anwältin. Bis Ende 2010 gingen bei der Beauftragten für Chancengleichheit etwa 119 Beschwerden über Diskriminierung ein.[52]

Homosexuelle werden in Serbien noch immer diskriminiert. Noch immer sind 67 Prozent der Bevölkerung laut Umfrage gegen die Homosexualität. 20 Prozent sind laut Umfrageergebnissen sogar bereit, Gewalt gegen Homosexuelle zu unterstützen oder diese zu rechtfertigen.[53]

Im November 2010 äußerte sich die Europäische Kommission besorgt über die Straflosigkeit bei Folter von Gefangenen. Serbien hatte weder einen nationalen Mechanismus zur Prävention eingerichtet noch eine Durchführungsbestimmung von 2009 zur internen Aufsicht von Haftanstalten verabschiedet.[52]

Serbien steht im Korruptionswahrnehmungsindex 2011 von Transparency International auf Platz 86 von 183 untersuchten Ländern.[54] Einige Wirtschaftswissenschaftler und Institutionen sprechen von einer systematischen Korruption, da bei der Auslegung von gesetzlichen Vorschriften der große Ermessensspielraum Missbräuche begünstigt.[55] Seit 1. Dezember 2013 arbeitet die deutsche Juristin Bettina Nellen, zuvor bei der Privatbank Kredietbank S.A. Luxembourgeoise (KBL) in Luxemburg als Spezialistin für Geldwäschebekämpfung und Einhaltung juristischer Normen im Bankenbereich tätig, in Belgrad als Beraterin im gleichen Schwerpunktbereich bei der Regierung des Landes. Bezahlt wird Nellen vom deutschen Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit - dessen Chef Dirk Niebel Serbien Unterstützung bei Reformen zugesagt hatte.[56]

Geschichte[Bearbeiten]

Stefan Uroš IV. Dušan, serbischer König (1331–1346) und erster Zar (1346–1355), Fresko Kloster Lesnovo um 1350
Hauptartikel: Geschichte Serbiens

Erstmalige urkundliche Erwähnung findet ein Staat Serbien 822 bei Einhard, dem Biographen Karls des Großen. Zu dieser Zeit regierte der Župan Strojimir, der Enkel Višeslavs, über Serbien. Etwa seit 600 ist die Herrschaft von Županen im Gebiet Serbiens bekannt. Sie waren Stammesanführer, die bis ca. 1000 die Regierung Serbiens innehatten. Nachdem Serbien dann von den Ungarn verwüstet wurde, fiel es völlig unter die Herrschaft von Byzanz, die von 950 bis 1050 anhielt. Um 1040 wurde Stefan Vojislav byzantinischer Archont über die als Dioklitien bezeichnete Region und begründete die bis 1131 dauernde Herrschaft der Vojisavljević, die weiterhin unter der Regierung von Byzanz stand. In der Region Raszien übernahmen um 1080 die Urošević und in ihrer Nachfolge ab 1167 die Heerscherdynastie der Nemanjiden, unter dessen Führung Serbien der endgültige Aufstieg zur regionalen Großmacht gelungen war. Unter Zar Dušan (1331–1355), dem mächtigsten aller serbischen Herrscher, erreichte das serbische Reich den Höhepunkt seines politischen Einflusses und seiner Ausdehnung, während Dušan selbst zum mächtigsten König in Südosteuropa aufstieg. 1345 wurde er sodann zum „Zar der Serben und Rhomäer“ in Skopje erhoben. Ab 1371 übernahm Lazarević die Herrschaft. Von 1427 bis 1459 war Raszien von Branković beherrscht.

Am Ende des 14. Jahrhunderts drängten die Türken mehrmals gegen Serbien vor, das sich einer militärischen Besatzung hartnäckig widersetzte und die ersten Schlachten hauptsächlich für sich entscheiden konnte, darunter die Schlacht bei Dubravnica 1381 sowie die Schlacht bei Pločnik 1386. Wenige Jahre später kam es zur Schlacht auf dem Amselfeld (Kosovo Polje), indem das letzte verbliebene christliche Reich Südosteuropas unterworfen werden sollte und somit das letzte Hindernis zur Übernahme des Byzantinischen Reiches mit dessen Hauptstadt Konstantinopel durch die Osmanen beseitigt gewesen wäre.[57] Die Amselfeldschlacht endete ohne eindeutigen Sieger, die Anführer beider Streitmächte fielen.[57] Im Ergebnis aber war der Widerstand der serbischen Fürsten gegen einen militärischen bzw. zahlenmäßig überlegenen Gegner derart geschwächt, dass das serbische Heer und seine Verbündeten im Jahr 1389 vernichtend geschlagen worden waren.[58] Sie mussten deshalb die Oberhoheit der osmanischen Sultane anerkennen, wodurch das serbische Restfürstentum tributpflichtig wurde, wenngleich allen voran Vuk Branković sich auch nach der Schlacht noch lange widersetzte.[57] Diese Schlacht wurde später zum nationalen Mythos der Serben verklärt. 1459 wurde Serbien endgültig von den Osmanen erobert und blieb bis 1804 Teil des Osmanischen Reiches.

Unabhängigkeit, Fürstentum und Königreich Serbien[Bearbeiten]

Karađorđe, Anführer des Ersten Serbischen Aufstandes gegen die Osmanen 1804–1813

Trotz zahlreicher Versuche, wieder unabhängig zu werden, wurde Serbien erst 1804 im ersten serbischen Aufstand teilweise befreit. 1813 wurde das Gebiet aber wieder von den Osmanen erobert. Erst im zweiten serbischen Aufstand 1815–1817 wurde Serbien teilweise ein autonomes Fürstentum unter osmanischer Oberhoheit. 1867 zwang Fürst Mihailo Obrenović die letzten osmanischen Regimenter, mit ihrem Hab und Gut das Fürstentum zu verlassen, und Belgrad konnte feierlich zur freien serbischen Hauptstadt geweiht werden. 1878 wurde auf dem Berliner Kongress der europäischen Großmächte und der Türkei die Unabhängigkeit von Rumänien, Serbien und Montenegro anerkannt. 1882 wurde das Fürstentum Serbien zum Königreich erklärt.

Serbien nach den beiden Balkankriegen 1913

Am 1. Novemberjul./ 13. November 1885greg. erklärte der serbische König Milan Obrenović Bulgarien den Krieg. Im Serbisch-Bulgarischen Krieg konnte die junge bulgarische Armee ohne jegliche Unterstützung die Serben besiegen. Nur das Eingreifen Österreich-Ungarns bewahrte das serbische Königreich. Der Krieg endete mit dem Frieden von Bukarest vom 3. März 1886, in dem der status quo ante wiederhergestellt wurde.

Am 9. Oktober 1912 erklärte Montenegro der Hohen Pforte den Krieg. Die verbündeten Serben, Bulgaren und Griechen traten am 18. Oktober dem Krieg gegen das Osmanische Reich bei. Dieses verlor durch den Londoner Vertrag 1913 fast alle seine europäischen Besitzungen. Bulgarien auf der einen und Serbien und Griechenland auf der anderen Seite gerieten jedoch in heftigen Streit um die Aufteilung des von ihnen eroberten Makedonien. Daraufhin unternahm am 29. Juni Bulgarien einen Angriff auf Serbien. So kam es zum Zweiten Balkankrieg, in dem Serbien gemeinsam mit Griechenland, Rumänien und dem Osmanischen Reich gegen Bulgarien kämpfte. Angesichts dieser Übermacht musste Bulgarien im August 1913 kapitulieren und im Frieden von Bukarest seine im Ersten Balkankrieg gewonnenen Territorien teilweise wieder abtreten.

Infolge der Balkankriege wurde der nördliche Teil Makedoniens serbisch (→Vardarska banovina), der östliche Teil bulgarisch, der südliche Teil Makedoniens und der südwestliche Teil Thrakiens griechisch.

Serbien im Ersten Weltkrieg und in der Zwischenkriegszeit[Bearbeiten]

Hauptartikel: Königreich Jugoslawien

Im Ersten Weltkrieg stand Serbien von Anfang an auf Seiten der Entente cordiale, seine Kriegsziele sahen eine Zerschlagung Österreich-Ungarns und die Vereinigung aller südslawischen Völker in einem gemeinsamen Staat vor. Auslöser des Krieges war das durch den großserbische Ideologien vertretenden und auch in der serbischen Regierung sehr einflussreichen Geheimbund „Schwarze Hand“ angezettelte Attentat von Sarajevo auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand von Österreich-Este. Serbien sah sich daraufhin mit einem praktisch unannehmbaren Ultimatum Österreichs konfrontiert. Dieser Vorgang löste zunächst die Julikrise von 1914 aus, die den Kriegsausbruch in ganz Europa zur Folge hatte.

Die ersten Offensiven der Österreicher 1914 konnte die serbische Armee noch abwehren, erlitt aber empfindliche Verluste. Ein schwerer Schlag war der Ausbruch einer Seuche im Winter 1914/15, Zehntausende Soldaten starben aufgrund der Kämpfe und der schlechten Versorgungslage.[59] Im Juli 1915 besetzte Serbien das benachbarte Albanien. Im Zuge einer koordinierten Offensive der Mittelmächte gegen das Land im Oktober 1915 zur Bereinigung der Balkanfront griffen jedoch österreichische, bulgarische und deutsche Truppen Serbien von drei Seiten an. Die serbische Armee entging zwar der völligen Vernichtung, musste sich aber zum Meer zurückziehen und erlitt dabei Verluste von weit über 90 Prozent der ursprünglichen Stärke. Währenddessen führten die Mittelmächte im besetzten Land ein strenges Besatzungsregime, dem die Serben mit Partisanenaktionen hartnäckig Widerstand leisteten. Mit der Niederlage der Mittelmächte 1918 ging auch Serbien trotz hoher Verluste als Siegermacht hervor.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen unter der Führung des serbischen Königs Alexander I. Karađorđević gegründet, das sich 1929 in Jugoslawien (Südslawien) umbenannte. Es bestand aus Serbien, dem bis dahin unabhängigen Montenegro sowie den meisten von Südslawen besiedelten Ländern der Österreichisch-Ungarischen Monarchie, wie Bosnien-Herzegowina, Dalmatien, Kroatien, Slawonien und Slowenien. Innere Konflikte in der jugoslawischen Monarchie führten zu einem Erstarken nationaler Bewegungen. In Folge fielen der serbische König Alexander I. und der französische Außenminister Louis Barthou gemeinsam in Marseille am 9. Oktober 1934 einem Attentat kroatischer faschistischer Ustascha und mazedonischer VMRO-Anhänger zum Opfer. In der Folgezeit entwickelte sich ein autoritäres Regime, das Historiker heute als Königsdiktatur bezeichnen und das sich weitgehend auf den serbischen Teil der Bevölkerung stützte.

Der Zweite Weltkrieg[Bearbeiten]

Im Zweiten Weltkrieg blieb Jugoslawien zunächst neutral und weigerte sich, dem Dreimächtepakt unter deutscher Führung beizutreten. Das Abkommen wurde erst nach offenen Kriegsdrohungen am 25. März 1941 von der Regierung Cvetković-Maček und Prinzregent Paul unterzeichnet. In Folge kam es in Serbien zu Demonstrationen, die schließlich am 27. März 1941 in einem probritischen Staatsstreich in Belgrad gipfelten, der von Petar II. Karađorđević unterstützt wurde. Die Regierung wurde gestürzt und Prinz Paul musste nach Griechenland fliehen. Kurz darauf begann der Einmarsch deutscher Truppen in Jugoslawien. Belgrad wurde am 6. April von der deutschen Luftwaffe bombardiert, was rund 20.000 zivile Opfer forderte. Innerhalb weniger Tage wurde Jugoslawien vollständig besetzt und von den Siegern aufgeteilt: Bosnien, die Herzegowina und Syrmien wurden dem neuen Unabhängigen Staat Kroatien angeschlossen. Die Banovina Zeta (heute überwiegend Montenegro und Kosovo) wurde von den mit Deutschland verbündeten italienischen Truppen besetzt. Die Batschka fiel an Ungarn, während der Banat und ein „Rumpfserbien“ unter deutsche Besatzung gerieten. Süd- und Zentralserbien wurden im Laufe des Krieges schließlich zur bulgarischen Okkupationszone. Unter dem deutschen „Befehlshaber Serbien“ wurde eine Marionettenregierung unter General Milan Nedić eingesetzt, die nur geringe Befugnisse besaß. Nach der deutschen Besetzung kam es in Serbien Anfang Juli 1941 zu einem Volksaufstand, der sich später auf Montenegro, Bosnien und Kroatien ausweitete.

Der antifaschistische Widerstand in Serbien wurde von der Kommunistischen Partei Jugoslawiens (KPJ) sowie der absolutistisch-monarchistischen Exilregierung Jugoslawiens unter dem König Peter II. organisiert. Die von der KPJ kontrollierte Partisanenbewegung begann nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion 22. Juni 1941 den Widerstand gegen die Wehrmacht aber auch den offenen Kampf gegen die jugoslawische Monarchie. Der Widerstand der Monarchisten gegen die aufgezwungene Politik Hitlers begann etwas früher mit dem Sturz des Prinzregenten Paul und dessen Marionette Ministerpräsident Cvetković durch General Dušan Simović am 25. März 1941. In Serbien konnten die Partisanen im Herbst 1941 in der Gebirgsregion um Užice die befreite Republik Užice ausrufen und 73 Tage gegen die Wehrmacht halten. Nach dem Zusammenbruch des Aufstands, der Vertreibung der Partisaneneinheiten und ihrer Verlegung nach Bosnien wurde der Widerstand gegen die faschistischen Besatzer in Serbien nur noch von den Tschetniks aufrechterhalten.

Die jugoslawischen Partisanen warfen den Tschetniks jedoch vor, unter dem Regierungschef Nedić kritiklos die Verbrechen an Serben durch die deutschen und kroatischen Besatzer hinzunehmen und offen mit ihnen zu kollaborieren. Die Tschetniks wurden teilweise von Benito Mussolinis faschistischem Italien, aber auch von den Westmächten unterstützt. Sie leisteten den Ustaschas, aber auch den Tito-Partisanen in Bosnien und Kroatien Widerstand und warfen ihrerseits den Partisanen vor, die rücksichtslosen Vergeltungsmaßnahmen der deutschen Besatzer in Serbien zu provozieren und einen revolutionären Kampf auf dem Rücken der Zivilbevölkerung auszutragen. Oftmals wurde der Tod von Wehrmachtssoldaten mit der Erschießung von Hunderten serbischer Zivilisten vergolten. Einige Tschetnik-Führer, wie Kosta Pećanac und Dimitrije Ljotić, arbeiteten mit den Besatzern eng zusammen und beteiligten sich an Militäraktionen der Wehrmacht gegen die kommunistischen Partisanen.

Im Oktober 1944 konnte die 3. Ukrainische Front der Roten Armee unter Marschal Tolbuhin in der Belgrader Operation die Heeresgruppe Südukraine schlagen und in Serbien einmarschieren. Mit dem Vormarsch der Roten Armee nach Südosteuropa und dem durch den Zusammenbruch der Heeresgruppe Südukraine erzwungenen Rückzug der Achsenmächte konnte der von den Kommunisten geführte Volksbefreiungskampf NOB (Narodna Oslobodilačka Borba) mit Einheiten der Jugoslawischen Volksbefreiungsarmee koordiniert mit der sowjetischen Führung auf das Territorium Serbiens ausgeweitet werden.

Serbien in der Sozialistischen Ära[Bearbeiten]

Flagge der Teilrepublik Serbien während der sozialistischen Ära

Aus dem Zweiten Weltkrieg gingen die Partisanen Titos als Sieger hervor. Serbien wurde eine von sechs Teilrepubliken des kommunistischen Jugoslawien. Bis 1963 trug die Teilrepublik den Namen Volksrepublik Serbien (Narodna Republika Srbija), danach trug sie die Bezeichnung Sozialistische Republik Serbien (Socijalistička Republika Srbija).

Serbien erhielt Ost-Syrmien, aber Mazedonien wurde wie Montenegro eine eigenständige Teilrepublik. Im Jahr 1974 erfolgte auf Beschluss der Kommunistischen Partei unter Tito und Edvard Kardelj eine Verfassungsänderung und Neugliederung Serbiens in drei Teile: das „engere Serbien“ (Zentralserbien) und die weitgehend Autonomen Provinzen Vojvodina und Kosovo. Im Präsidium der SFRJ war Serbien seither mit drei (von insgesamt acht) Sitzen vertreten.

Nach Titos Tod 1980 begann die schleichende Auflösung des jugoslawischen Gesamtstaates. Politiker wie Intellektuelle aller Teilrepubliken und Autonomen Provinzen, insbesondere Sloweniens, Serbiens, Kroatiens, Bosniens sowie der Albaner des Kosovo wandten sich auch durch die Wirtschaftskrise Jugoslawiens in den 1980er begründet, mehr und mehr nationalistischen Programmen zu. Durch die Staatskrise Jugoslawiens und die als nationale Erhebung empfundene Wiedergeburt Serbiens um den neuen starken Mann Serbiens, Slobodan Milošević, wurde die Autonomie des Kosovos seit 1987 beschnitten und 1989 gänzlich aufgehoben. Mit der von Milošević populistisch angeführten antibürokratischen Revolution nahm der serbische Nationalismus 1988/89 für den Zusammenhalt Jugoslawiens immer bedrohlichere Züge an. Nach mehreren Großmanifestationen in Belgrad gipfelte dieser in der 600-Jahr Feier der Schlacht auf dem Amselfeld in der Amselfeld-Rede.[60]

Mit dem Austritt Sloweniens aus dem Bund der Kommunisten auf dem 14. Kongress des Bundes der Kommunisten Jugoslawiens 1990 war die Lage auf Staatsebene mittlerweile zum Zerreißen gespannt. Parallel bildete sich unter den Krajina-Serben in Kroatien eine Opposition zur kroatischen Unabhängigkeitsbewegung, die eine aktive Selbstverwaltung anstrebte und auch eine militärische Loslösung der Krajina von Kroatien einplante. Die von Serbien, Kroatien und Slowenien einkalkulierte militärische Lösung der Jugoslawienkrise war damit Realität geworden.[61] Das anschließende geheime Karadordevo-Abkommen zwischen Milošević und Tuđman am 26. März 1991,[62] der die Teilung Bosniens zwischen Kroatien und Serbien im anstehenden Zerfall Jugoslawiens vorsah,[61] war der erste offensive Schritt einer Neugestaltung des jugoslawischen Territoriums.[61]

Jugoslawienkriege 1991–1995 und Kosovokrieg 1998–1999[Bearbeiten]

Hauptartikel: Jugoslawienkriege und Kosovokrieg

Die Jugoslawienkriege brachen letztlich mit der Unabhängigkeitserklärung Sloweniens und Kroatiens und nachfolgend Bosnien-Herzegowinas aus. Anfangs waren reguläre Einheiten der Jugoslawischen Volksarmee (JNA), die nach der internationalen Anerkennung Sloweniens, Kroatiens und Bosniens unter Rückzugsgefechten die Republiken verließen oder sich zur Armee der bosnischen und kroatischen Serben wandelten, am Krieg beteiligt. Insbesondere kulminierte der serbisch-kroatische Krieg in Vukovar, in dem die JNA, die sich im ersten Slowenien-Krieg noch passiv verhalten hatte,[61][63] nun offen auf serbischer Seite mit allen verfügbaren Mitteln eingriff. Serbien unterstützte insbesondere zu Beginn des Krieges die Republik Serbische Krajina und die bosnischen Serben militärisch und finanziell, verhängte im Verlauf des Krieges aber ein Embargo über die bosnische Serbenrepublik.

Während des Krieges in Bosnien verhängte die UNO ein Handelsembargo gegen die Bundesrepublik Jugoslawien. Auslöser der Sanktionen waren unter anderem die ethnischen Säuberungen, die sich vor allem gegen die bosnischen Muslime, aber auch andere Nichtserben in Bosnien richteten. Den kroatischen und bosnischen Serben gelang zu Kriegsbeginn die Besetzung großer Teile von Kroatien und Bosnien, insbesondere der mehrheitlich von Serben bewohnten Distrikte. Im Verlauf der kroatischen Militäroperation Oluja 1995 wurde der Großteil der serbischen Bevölkerung aus Kroatien vertrieben, was mit der militärischen Wende in Bosnien und dem Dayton-Abkommen zum Kriegsende führte. Etwa 700.000 Serben flohen während der Kriege in Bosnien und Kroatien nach Serbien, das zu dieser Zeit „von einem Prekariat aus Kriminellen und Schlägertypen“ aus dem Miloševic-Milieu beherrscht wurde.[64]

Nach dem Abkommen von Dayton, das den Bosnienkrieg beendete und dem Ende der „Republik Serbische Krajina“, blieb nach 1995 der Status der mehrheitlich von Albanern besiedelten Provinz Kosovo die letzte politisch brisante Frage in den Zerfallskriegen Jugoslawiens. Die zunehmend gewalttätigeren Unruhen im Kosovo versuchte die serbische Führung unter Slobodan Milošević mit restriktiven polizeilichen und schließlich auch militärischen Mitteln zu beenden. Die mit terroristischen Mitteln operierende UÇK („Befreiungsarmee des Kosovo“) begann 1996 mit verstärkten Angriffen auf serbische Sicherheitskräfte. Zudem kam es zu Gewaltaktionen gegen die serbische Zivilbevölkerung in den Städten. Mit der Aufrüstung der UÇK aus Waffenbeständen Albaniens, wo nach dem Lotterieaufstand die öffentliche Ordnung völlig zusammenbrach und ganze Munitions-Bestände geplündert wurden, setzte diese den Konfrontationskurs gegen serbische Sicherheitskräfte verstärkt fort. Durch verstärkte Aktivität der UÇK, die im Verlauf des Jahres 1998 die Kontrolle in der Region Drenica gewinnen konnte, begannen serbische Sicherheitskräfte eine koordinierte polizeiliche Gegenoffensive, die von Einheiten der Armee unterstützt wurde. Durch schwere Menschenrechtsverletzungen während der Kämpfe sahen sich die westlichen Staaten unter Führung der USA jetzt, auch im Hinblick auf ihre Untätigkeit in Srebrenica vier Jahre zuvor, in der Pflicht. Die USA gaben der serbischen Führung die alleinige Schuld an der Eskalation. Nach neuerlichem Aufflammen der Gefechte im Frühjahr 1999 stellte der Nordatlantikrat kurze Zeit später ein Ultimatum an Serben und Kosovo-Albaner, in dem beide Seiten zur Aufnahme von Verhandlungen aufgefordert wurden. Die internationale Friedenskonferenz wurde für den 6. Februar 1999 im Château Rambouillet angesetzt[65] (vgl. Vertrag von Rambouillet).

Die Ablehnung des Ultimatums interpretierte die NATO als Casus Belli und begann am 24. März 1999 mit der Luftkriegsoperation Allied Force gegen die Bundesrepublik Jugoslawien. Diese Operation wird von der Mehrheit der Völkerrechtler bis heute als illegal angesehen[66] Unter dem militärischen Druck der NATO billigte das serbische Parlament am 3. Juni den Friedensplan der G8-Staaten und die Kernforderungen der NATO. Am 9. Juni unterzeichnete die jugoslawische Regierung das Abkommen von Kumanovo, das den etappenweisen Rückzug der jugoslawischen Truppen, den gleichzeitigen Einmarsch der internationalen Sicherheitstruppe KFOR sowie die Suspendierung der Luftschläge der NATO vorsah. Nach 78 Tagen Krieg ordnete der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen dann am 10. Juni 1999 mit der UN-Resolution 1244 eine internationale zivile Übergangsverwaltung (UNMIK) und eine Sicherheitspräsenz der NATO im Kosovo an. Noch am Abend des 10. Juni erteilte der Nordatlantikrat KFOR den Einsatzbefehl.

Diese Regelungen bestätigten die Zugehörigkeit der Provinz Kosovo zu Jugoslawien vorbehaltlich einer endgültigen Statusregelung. Mit dem Rückzug der jugoslawischen Armee und Polizei verließen über 200.000 Serben die Provinz. Ein Großteil der im Kosovo verbliebenen Serben wurde von den Albanern gewaltsam vertrieben, Hunderte wurden ermordet oder gelten als vermisst.

Demokratisierung und Auflösung des Bundes mit Montenegro[Bearbeiten]

Bei den Präsidentschaftswahlen am 24. September 2000 wurde Vojislav Koštunica zum serbischen Präsidenten gewählt, was das Ende der Ära Milošević einleitete. Bei den Parlamentswahlen im Dezember 2000 errang die DOS einen überwältigenden Sieg. Im Januar 2001 wurde Zoran Đinđić zum neuen Ministerpräsidenten gewählt. Dies führte u. a. dazu, dass Slobodan Milošević am 29. Juni 2001 an den Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) in Den Haag ausgeliefert wurde. Am 12. März 2003 wurde Đinđić auf offener Straße von Attentätern aus den Reihen der ehemaligen Roten Barette ermordet. Erst im Juni 2004 wurde ein neuer Präsident gewählt, es gewann der liberale und Europa zugewandte Reformer Boris Tadić die Präsidentschaftswahl.

Serbien bemüht sich seit der Demokratisierung im Jahr 2000 stärker um die Integration in die Europäische Union. Verhandlungen über ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) begannen im November 2005. Serbien ratifizierte im September 2008 einseitig das vorläufige Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen mit der EU, da sich die Niederlande gegen eine Ratifizierung von Seiten der EU widersetzten. Am 7. Dezember 2009 wurde von den Außenministern der EU-Staaten ein Interimsabkommen für Handelserleichterungen mit Serbien freigegeben. Die weitreichendste Veränderung im Verhältnis der EU mit Serbien war die vom 19. Dezember 2009 an gültige Reiseerleichterung für serbische Staatsbürger, die seitdem visafrei in die EU reisen können. Die serbische Regierung stellte am 22. Dezember 2009 einen Antrag auf Mitgliedschaft in der Europäischen Union. Die für Dezember 2011 erwartete Anerkennung des Status als Beitrittskandidat der Europäischen Union wurde hauptsächlich auf Betreiben von Deutschland wegen des schwelenden Kosovokonflikts zunächst auf März 2012 verschoben (vgl. Serbien und die Europäische Union).

Trotz der Demokratisierung nahmen die Zerfallsprozesse des Serbischen Staates zu. Serbien war einer der letzten aus Jugoslawien hervorgegangenen Staaten. Nach dem Zerfall der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien (SFRJ) bildeten Serbien und Montenegro ab 1992 zunächst die Bundesrepublik Jugoslawien. Diese wurde nun durch Parlamentsbeschluss des damaligen Bundesparlaments am 4. Februar 2003 aufgelöst und durch Serbien und Montenegro (Srbija i Crna Gora) abgelöst. Am 5. Juni 2006 erklärte das serbische Parlament in Belgrad die formale Unabhängigkeit des Landes, nachdem Montenegro diesen Schritt nach der Volksabstimmung am 21. Mai 2006, die zugunsten der Unabhängigkeit ausfiel, bereits am 3. Juni 2006 mit der Unabhängigkeitserklärung des montenegrinischen Parlaments in Podgorica vollzogen hatte. Serbien wurde Nachfolgestaat des Staatenbundes bei den Vereinten Nationen. Am 30. September 2006 verabschiedete das Parlament in Belgrad einstimmig und nach sechsjähriger Auseinandersetzung eine Verfassungsnovelle für Serbien. Bei einer Volksabstimmung einen Monat später wurde die neue Verfassung angenommen und später vom Parlament beschlossen.[67] Am 17. Februar 2008 bekundete mit dem Kosovo ein Staatsgebiet Serbiens seine Souveränität, das von der Londoner Botschafterkonferenz 1913 Serbien zugeschlagen worden war. Die serbische Regierung und das serbische Parlament halten diese Sezession für unzulässig, völkerrechtlich ist sie umstritten. Nach dieser Unabhängigkeitserklärung kam es in verschiedenen Städten zu Unruhen, bei denen besonders Botschaften der unabhängigkeitsbefürwortenden Staaten angegriffen wurden. Zugleich erklärten die Serben im Norden des Kosovo, parallele Polizei- und Verwaltungsstrukturen aufgebaut zu haben.

Nachdem es im Mai 2008 abermals zu vorgezogenen Neuwahlen kam, wurde im Juli 2008 eine Koalitionsregierung unter Führung der bisher bereits regierenden Demokratischen Partei unter anderem zusammen mit der bisher oppositionellen Sozialistischen Partei gebildet. Wenige Tage nach der Regierungsbildung gelang es, den lange gesuchten mutmaßlichen Kriegsverbrecher Radovan Karadžić in Belgrad zu verhaften, was zu kurzzeitigen, teilweise gewalttätigen Protesten nationalistischer Bevölkerungsteile führte. Gleichzeitig wurde der Weg zur Ratifizierung des Stabilisierungs- und Assoziationsabkommens (SAA) frei gemacht, die am 9. September 2008 vom serbischen Parlament bestätigt wurde.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Hauptartikel: Wirtschaft Serbiens

Wirtschaftsentwicklung[Bearbeiten]

Die Jugoslawienkriege in der ersten Hälfte der 1990er Jahre hatten Serbien wirtschaftlich schwer geschädigt, welches vor dem Krieg gemessen am Anteil des jugoslawischen BIP die höchste Wirtschaftsleistung der jugoslawischen Republiken hatte[68] und gemessen am BIP/Einwohner an dritter Stelle der Teilrepubliken stand.[69] Obwohl auf serbischem Boden nicht gekämpft wurde, stürzten der Wegfall des Handels mit den übrigen Teilen Jugoslawiens, die Unterstützung der serbischen Truppen in Kroatien und Bosnien sowie UN-Sanktionen das Land in eine verheerende wirtschaftliche Krise. Bereits 1992 hatten zwei Drittel der Betriebe geschlossen, bis 1995 kam die formelle Wirtschaft fast völlig zum Erliegen. Bei monatlichen Inflationsraten von 300.000.000 Prozent sank die Kaufkraft des durchschnittlichen Monatseinkommens auf den Gegenwert von 56 DM, der Durchschnittsrente auf einstellige DM-Beträge, vier Fünftel der Bevölkerung lebten unter der Armutsgrenze. Fast die gesamte wirtschaftliche Aktivität verlagerte sich in den informellen Bereich. Schmuggel, Tauschhandel, Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln durch Nebenerwerbslandwirtschaft, das Aufbrauchen von Devisenersparnissen und die Unterstützung durch im Ausland lebende Serben ermöglichten der Bevölkerung das Überleben.[70]

Noch immer sind die Spuren der Zerstörung durch das NATO-Bombardement während des Kosovokrieges von 1998/99 nicht überall beseitigt.[71]

Seit 2000 streben die Regierungen Serbiens an, eine westlich orientierte Wirtschaft zu etablieren. In kurzer Zeit verzeichnete Serbien Erfolge bei der makroökonomischen Stabilisierung und bei Strukturreformen, etwa im Finanz- oder Energiesektor. Die Preise wurden liberalisiert, das Steuerwesen und der Zoll reformiert.[72]

Von 2000 bis einschließlich 2008 war die von Krieg und Embargo gezeichnete Wirtschaft Serbiens, vor allem wegen erhöhter ausländischer Investitionen, mit einer jährlichen Wachstumsrate von über 5 Prozent eine der am schnellsten wachsenden in Europa.[73][74] Von 2001 bis 2009 wurden 12,2 Milliarden Euro direkt in Serbien investiert, was dazu führte, dass 2010 rund 800 Unternehmen mit ausländischer Beteiligung in Serbien registriert waren.[75][76]

Aufgrund strenger Auflagen der serbischen Nationalbank und mangelnder Attraktivität für spekulative Investoren ist Serbien einer der höchst kapitalisierten und stabilsten Bankenmärkte.[77][78] Dies hat auch dazu beigetragen, dass der Rückgang der Wirtschaftsleistung in Serbien im Krisenjahr 2009 geringer als in der gesamten Region Südosteuropa ausfiel (−5,4 %).[71] Im Jahr 2009 verringerte sich die Wirtschaftsleistung des Landes dennoch um erhebliche 3 Prozent. Im darauffolgenden Jahr 2010 hat sich wie Wirtschaft mit einem Wachstum von ca. 1,8 Prozent wieder leicht erholt. Für das Jahr 2011 rechnet der Internationale Währungsfonds mit einem weiteren Wachstum des BIP um etwa 3 Prozent.[79]

2010 waren 2,95 Millionen Menschen in Serbien beschäftigt. Der Anteil der Arbeitslosen betrug 2010 19,4[79] Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung und stieg Anfang 2012 auf ca. 24[80] Prozent an. Der durchschnittliche Nettolohn lag 2009 bei umgerechnet 335 Euro.[81] Die Inflation betrug 2010 6,2 Prozent.[79] Der Anteil der Bevölkerung der unter der relativen Armutsgrenze lebte, welche mit 60 Prozent des Medianeinkommens definiert ist, lag 2008 bei 13,2 Prozent und somit 3,3 Prozentpunkte unter dem EU-Durchschnitt von 16,5 Prozent. Der Anteil derer unter der absoluten Armutsgrenze, welche bei einem monatlichen Einkommen von 80 € liegt, belief sich 2008 bei 7,9 Prozent.[82][83]

Hauptexportprodukte von Serbien sind Eisen, Stahl, Textilien, Gummiprodukte, Weizen, Obst, Gemüse und Nichteisen-Metalle. Hauptimporte sind Öl und Ölderivate, Kraftfahrzeuge, Gas, Elektrogeräte und Industriemaschinen.[76] Importiert wird am meisten aus Russland gefolgt von Deutschland, Italien, China und Ungarn. Exportiert wird hauptsächlich nach Deutschland, Italien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro und Rumänien.[84]

Wirtschaftskooperationen[Bearbeiten]

Serbien ist Mitglied der Schwarzmeer-Wirtschaftskooperation und des Mitteleuropäischen Freihandelsabkommens (CEFTA). Zudem gibt es ein Abkommen der besonderen Beziehungen mit der Republika Srpska. Serbien ist das einzige europäische Land, außerhalb der GUS, welches ein Freihandelsabkommen mit Russland abgeschlossen hat.[71][85] Am 7. Dezember 2009 wurde von der EU ein Wirtschaftsabkommen mit Serbien freigegeben, das bislang von den Niederlanden verhindert worden war.

Gegenwärtig sind mehrere weitere Freihandelsabkommen mit den Staaten Kasachstan, Weißrussland und der Türkei sowie der europäischen Freihandelsassoziation in Kraft.[86][87][88] Damit stehen der serbischen Wirtschaft Märkte, zu weitgehend liberalisierten Bedingungen, mit insgesamt etwa 800 Mio. Einwohnern offen.[89]

Wirtschaftsstruktur[Bearbeiten]

Etwa 65 Prozent der gesamten Fläche Serbiens sind landwirtschaftlich nutzbar.[90] Das für eine intensive landwirtschaftliche Nutzung vorteilhafte Flachrelief der pannonischen Tiefebene hat die Provinz Vojvodina auch zur Kornkammer des Landes gemacht.[91] Unter den sich auf die Erntemenge positiv auswirkenden klimatischen und ökologischen Bedingungen sind insbesondere die fruchtbaren Böden, die in der Vojvodina häufig aus ertragreichen Optimalböden der Steppen-Schwarzerden bestehen, hervorzuheben. Industrielle Intensivkulturen auf Grossschlägen nehmen daher im Norden auch bedeutende Flächen ein. Hier sind Ölsaaten, Zuckerrüben, Mais, Kartoffeln und Weizen vorherrschende Feldfrüchte. Die hügeligen bis bergigen Regionen Zentralserbiens sind dann oft von Obstplantagen geprägt. Serbien ist insbesondere ein auch im globalen Maßstab bedeutender Produzent von Pflaumen, Himbeeren und Äpfeln.[85] Das Gebiet ist daneben schon seit Jahrhunderten Weinbauregion. Unter den 68.000 ha Rebflächen sind die syrmische Fruška Gora, die Vršačke gore im Banat, die Timočka krajina in Ostserbien, der Toplički okrug um Kruševac und allgemein die Landschaften der Großen und Südlichen Morava (mit Zentren in Smederevo und Vranje) bedeutende Weinproduzenten.[92] Regionale Sorten wie der dominierende Prokupac sowie Kadarka, Vranac und Krstač werden für sortenreine autochthone Weine oder Verschnitte mit Riesling, Burgunder, Merlot oder Cabernet Sauvignon gekeltert.[93] Für die Tierhaltung sind Schweinemast, Rinderzucht und in den gebirgigen Regionen im Südwesten und Osten Schafhaltung typisch.

South Stream durch Serbien

Der industrielle Sektor des Landes befindet sich seit einigen Jahren in stetigem Wachstum. Die meisten Firmen in Serbien waren staatliche Unternehmen. Der Industriesektor in Serbien wird durch eine hohe Anzahl von kleinen und mittelständischen Unternehmen geprägt. Wichtigste Wirtschaftszweige sind die verarbeitende Industrie und die Bauindustrie.

Produziert werden schwerpunktmäßig Nahrungsmittel, Textilprodukte, Metallprodukte, Glas, Zement, Maschinen und vereinzelt auch Technologie- und Telekommunikationsprodukte.

Mit der Unterzeichnung des Abkommens im Januar 2008 in Moskau über den Bau der South Stream Gaspipeline, die etwa 400 Kilometer durch Serbien verlaufen soll, der Übernahme von 51 Prozent des Stammkapitals der serbischen Ölgesellschaft NIS (Нафтна Индустрија Србије/Naftna industrija Srbije) durch Gazprom Neft, dessen Mehrheitseigner der russische Energiekonzern Gazprom ist und der Inbetriebnahme eines Erdgasdepots mit mindestens 300 Millionen Kubikmetern Speichervermögen im ausgeschöpften Gasfeld Banatski Dvor etwa 60 Kilometer nordöstlich der Stadt Novi Sad entsteht in Serbien in nächster Zukunft einer der wichtigsten Transitknoten für Gas in Südosteuropa.[94][95][96]

Serbiens größter See, der Đerdapsee, ist ein Stausee am Eisernen Tor

Der Dienstleistungssektor dominiert seit 2001 die Wirtschaft in Serbien und macht weit über die Hälfte des Bruttoinlandsprodukts aus. Die Verlagerung vom Primär- und dem niedergehenden Sekundärsektor, der zumeist aus Staatsbetrieben bestand, zum Dienstleistungssektor begann mit einer Reihe grundlegender Reformen, die schon in der postsozialistischen Ära des Milošević-Regimes eingeleitet wurden. Seitdem „boomte“ die Wirtschaft in diesem Bereich.

Das größte Dienstleistungszentrum ist die Finanzmetropole und Hauptstadt Belgrad, wo die meisten Unternehmen aus dem tertiären Sektor ihren Sitz haben. Auch die anderen großen Städte Novi Sad und Niš sind wichtige Dienstleistungsstandorte.[91] An zentraler Stelle stehen hierbei die Banken, die Versicherungsbranche, der Handel und der Verkehr.

Tourismus[Bearbeiten]

Durch verstärkte Investitionen in touristische Bereiche, in die Infrastruktur und mehr Werbung stiegen die ausländischen Besucherzahlen 2007 auf 700.000.[97] Die Einnahmen durch Tourismus betrugen 2008 ca. 944 Millionen Dollar.

Die touristischen Hauptziele in Serbien sind die Großstädte Belgrad und Novi Sad, zahlreiche Kurorte, die Gebirge Kopaonik, Zlatibor und die Donau. Des Weiteren bietet Serbien zahlreiche Festungen und Klosteranlagen sowie eine Vielzahl von Seen und Schluchten, von denen das Eiserne Tor die größte ist. Viele dieser geografischen Besonderheiten sind als Nationalpark bzw. Naturschutzgebiet unter Schutz gestellt.

Staatshaushalt[Bearbeiten]

Der Staatshaushalt für 2011, verabschiedet am 29. Dezember 2010, umfasst Ausgaben von 844,9 Mrd. Dinar und geplante Einnahmen von 724,4 Mrd. Dinar. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 4,1 Prozent des BIP.[98]
Die Staatsverschuldung betrug 2011 13,79 Mrd. € oder 41,7 Prozent des BIP.[99]

Die größten Ausgabeposten im Budget 2011:

  • Sozialausgaben: 274,3 Mrd. Dinar – 21,8 %
  • Pensionen: 230,9 Mrd. Dinar – 18,6 %
  • Gehälter öffentlicher Dienst: 156,7 Mrd. Dinar – 12,4 %

Infrastruktur[Bearbeiten]

Energiesektor[Bearbeiten]

Energie wird in Serbien hauptsächlich durch Kohle- und Wasserkraftwerke erzeugt, wovon etwa ein Drittel der Jahresproduktion – ca. 10 bis 12 Milliarden Kilowattstunden – auf Wasserkraftwerke entfällt.[100] 2009 wurde einen Überschuss von 2,6 Mrd. kWh erzeugt.

Nach dem Ende des Milošević-Regimes befand sich der serbische Energiesektor durch das UN-Embargo, Kriegsschäden und Liquiditätsengpässe des staatlichen Stromversorgers EPS in einem desolaten Zustand. Nur über ein internationales Nothilfeprogramm konnte die Stromversorgung so weit stabilisiert werden, dass seit 2002 keine planmäßigen Stromabschaltungen mehr auftreten.[101] In den Jahren bis etwa 2017 sind weitere Investitionen in Höhe von 14 Mrd. Euro geplant um die serbischen Erzeugungs- und Übertragungssysteme den westeuropäischen Standards näherzubringen.[102]

Serbien verfügt nach Einschätzung von Fachleuten über ein bedeutendes Potenzial für die bessere Nutzung alternativer Energiequellen, welches auf mehr als 3,83 Millionen Tonnen Öläquivalent pro Jahr geschätzt wird.[103][104] Laut der serbischen Wirtschaftskammer entfallen rund 2,68 Millionen Tonnen Öläquivalent auf Biomasse, weitere 640.000 Tonnen auf Solarenergie, 440.000 Tonnen auf kleine Wasserkraftwerke, 185.000 Tonnen auf Geothermal- und 160.000 Tonnen auf Windenergie.[103] Das große Biomassepotenzial ergibt sich aus der 24.000 km² großen bewaldeten sowie der 45.000 km² großen landwirtschaftlich genutzten Fläche und soll nach Einschätzungen ca. 20 Prozent des Energiebedarfs Serbiens befriedigen können. Die Nutzung der Biomasse in Serbien findet ihre häufigste Anwendung im Beheizen privater Haushalte in Form von Brikett- und Pelletnutzung.[104]

Um Investitionen im Bereich erneuerbare Energiequellen attraktiver zu machen, hat die serbische Regierung Ende 2009 die Höhe der Einspeisevergütung für so erzeugten Strom festgelegt. Die Vergütungsordnung sieht garantierte Abnahmepreise für elektrische Energie vor, die von kleinen Wasserkraftwerken, von Wind- und Solarparks und ebenso von Anlagen, die Biomasse, Deponie- oder Kanalisationsgas für die Stromproduktion nutzen, erzeugt werden. Mit Hilfe dieser Regelung erhofft sich die serbische Regierung, die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen bis 2012 um 7,4 Prozent gegenüber dem Stand von 2007 zu steigern.[103]

1968 wurde in der Nähe der Kleinstadt Bajina Bašta das größte Wasserkraftwerk des Landes gebaut. Mit einer Leistung von 340 Megawatt erzeugt es bis heute einen großen Teil der in Serbien verbrauchten Elektrizität.[101]

Mitte Februar 2011 haben in Belgrad der serbische Stromversorger Elektroprivreda Srbije (EPS) (Електропривреда Србије/Elektroprivreda Srbije) und das italienische Unternehmen Seci Energia einen Vorvertrag zur Errichtung einer Reihe von Wasserkraftwerken am Lauf der mittleren Drina unterschrieben. Die geplanten Wasserkraftwerke werden eine Leistung von 300 MW haben und die Baukosten werden auf ca. 820 Millionen Euro geschätzt. Der Baubeginn ist für 2012 geplant. EPRS, der Stromkonzern der Republika Srpska, wird aufgrund eines im September 2010 von EPS und EPRS unterzeichneten Abkommens für den Bau von Wasserkraftwerken an der mittleren Drina an diesem Vorhaben beteiligt sein. Ein Teil des in Serbien erzeugten Stroms soll über Montenegro und dann per Unterseekabel nach Italien exportiert werden. Derzeit arbeiten EPS und Seci Energia an der Realisierung eines weiteren Projekts. das im Sommer 2010 vereinbart wurde. Dabei ist die Errichtung von zehn Wasserkraftwerken mit einer Leistung von insgesamt 103 MW und einer erwarteten jährlichen Stromproduktion von 420 Mio. kWh am Fluss Ibar geplant. Die Kosten werden auf ca. 300 Mio. Euro beziffert. Das Projekt soll vom Gemeinschaftsunternehmen Ibarske hidroelekrane realisiert werden, an dem EPS 49 Prozent und Seci 51 Prozent der Anteile halten werden.[105][106]

Zudem plant der serbische staatliche Stromerzeuger EPS mit den Stromerzeugern der betreffenden Nachbarländer beginnend im Jahr 2012 die Errichtung eines dritten Wasserkraftwerks an der Donau namens Đerdap III (Ђердап III) mit etwa 2,4 Gigawatt Leistung (rund 7,6 Mrd. kWh jährlich) und einem Investitionsvolumen von ca. drei Milliarden Euro. Das Projekt wurde schon 1973 als Möglichkeit in Erwägung gezogen.[107]

Verkehr[Bearbeiten]

Serbien ist ein wichtiges Transitland im Verkehr von Ungarn bzw. Ostmitteleuropa nach Griechenland, Bulgarien, Mazedonien, Albanien und der Türkei.

Die serbische Regierung will in den kommenden zwei Jahrzehnten rund 22 Mrd. Euro in die Erneuerung und Erweiterung der Verkehrswege investieren. Der größte Teil soll in den Bau von Straßen und Autobahnen fließen, aber auch der Ausbau von Schienenwegen, Häfen und Flughäfen ist geplant.[71]

Das Straßennetz ist insgesamt 45.290 Kilometer lang. Serbien besitzt 633 mautpflichtige Autobahnkilometer.[108] Das Straßennetz beinhaltet 2638 Brücken und 78 Tunnel, von denen jedoch nur sehr wenige beleuchtet sind. Die Infrastruktur wird sukzessive ausgebaut. Viele Autobahnen und Schnellstraßen befinden sich in Planung und Bau. In Zukunft sollen sieben Autobahnen Belgrad mit dem serbischen Kernland verbinden. Dabei sollen zwei neue Autobahnen entstehen, welche Belgrad mit Montenegro (Südwesten) und Rumänien (Nordosten) verbinden.[109] Der Ausbau der 106 km langen Strecke von Horgoš bis Novi Sad zum Autoput A1 erfolgte von 2009 bis 2011. Die Modernisierung der bestehenden 68 km langen Strecke zwischen Novi Sad und Belgrad ist in Planung, der Autoput A2 von Belgrad bis Požega in einer Länge von 148 Kilometer (vgl. Autobahnen in Serbien) befindet sich seit 2010 in Bau.

In absehbarer Zukunft soll auch die Trasse ab Požega Richtung Montenegro fortgesetzt werden. Davon erhoffen sich vor allem der Tourismus und die Wirtschaft generell einen Aufschwung für ganz Südosteuropa und auch für den Adriahafen Bar. Ziel ist, die geplante neue Autobahn von Belgrad an die Südadria als Teil des transeuropäischen Verkehrskorridors 10 anerkannt zu bekommen.[110]

Der heutige Abschnitt des Autoput A1 von Belgrad bis Preševo ist die wichtigste Autobahnstrecke in Serbien. Er verläuft von Belgrad in süd-östlicher Richtung Leskovac. Im Jahr 2006 wurde zusammen mit der griechischen Regierung eine Vereinbarung getroffen, um den Bau der Autobahn bis zur mazedonischen Grenze abzuschließen. Die Kosten für die ungefähr 96 Kilometer lange Strecke sollen etwa 380 Millionen Euro betragen, wobei die griechische Regierung davon 100 Millionen Euro investiert.[111] Der Baubeginn erfolgte im Sommer 2008. 2008 wurde ein Teilstück der Belgrader Ringautobahn fertiggestellt, welche jedoch nur eine Halbautobahn ist. Der Bau der gesamten Ringautobahn um Belgrad soll nach den Plänen der Stadt Belgrad bis 2015 abgeschlossen sein.

Weitere Investitionen werden am Autoput A4 ausgeführt, eine wichtige Strecke vor allem für den Transport aus Mitteleuropa in Richtung Türkei und den Nahen Osten. Zudem wurde 2010 eine Vignettenpflicht auf serbischen Autobahnen eingeführt.[112]

Kernnetz der serbischen Eisenbahnen

Serbien besitzt 3809 Kilometer Eisenbahnstrecken. 1364 Kilometer davon sind elektrifiziert. Wichtigste Fernverkehrsbahnhöfe im paneuropäischen Eisenbahnkorridor X sind Belgrad (Hauptbahnhof, Prokop sowie Novi Beograd), Novi Sad, Niš und Subotica. In Teilstücken wird die Verbindung momentan zur Schnellfahrstrecke ausgebaut, ein durchgehender Ausbau für den Hochgeschwindigkeitsverkehr ist in Planungsausführung. Neben den Inlandslinien betreiben die Eisenbahnen Serbiens Verbindungen von Belgrad nach Bar (Montenegro), Istanbul und in mehrere EU-Länder, u. a. nach Sofia sowie Budapest mit Kurswagen nach München, Zürich und Wien.

Für den Flugverkehr spielt der internationale Flughafen „Nikola Tesla“ am westlichen Stadtrand von Belgrad die wichtigste Rolle. Daneben gibt es noch den internationalen Flughafen „Konstantin Veliki“ in Niš. Ein weiterer ziviler Flughafen entsteht seit Sommer 2006 durch den Umbau eines ehemaligen Militärflugplatzes bei Užice. Air Serbia ist die staatliche Fluggesellschaft. Der 2006 unternommene Versuch, mit der Centavia eine Billigfluggesellschaft im Land zu etablieren, scheiterte nach wenigen Monaten.

An der Donau, Save und Theiß gibt es viele Flusshäfen, die auch neuerdings eine touristische Route bedienen. Über die Donau gibt es eine Wasserverbindung zum Schwarzen Meer.

Gesellschaft[Bearbeiten]

Medien[Bearbeiten]

In Serbien gibt es 18 Tageszeitungen, darunter Politika, Blic und Večernje novosti. Unter den wöchentlich erscheinenden politischen Magazinen sind NIN und Vreme die bedeutendsten. Die tägliche Zeitungsauflage liegt bei 106 Zeitungen pro 1000 Einwohner. Des Weiteren gibt es den staatlichen Fernsehsender RTS mit zwei Kanälen, der sich im Übergang in ein öffentlich-rechtliches System befindet, sowie mehrere private Fernsehkanäle, von denen RTV Pink die höchste Einschaltquote im Land erreicht.[113] Neben drei staatlichen gibt es eine Vielzahl privater Hörfunksender. Hier wurde in den 1990er Jahren insbesondere der Sender B92 international bekannt, als dieser aktiv die serbische Opposition gegen die Milošević-Regierung unterstützte.

Das Internationales Radio Serbien sendet ein Programm in zwölf Sprachen, darunter auch in Deutsch, und kann auf Kurzwelle, via Satellit und im Internet als Podcast gehört werden.

Bis Anfang 2011 sendete die britische BBC ein serbischsprachiges Programm. Dieses wurde im Februar 2011 jedoch eingestellt.[114]

Bildung[Bearbeiten]

Im Jahre 2001 wurde in Serbien eine grundlegende Reform des Bildungssystems begonnen, durch die unter anderem die Dauer der Grundschule von acht auf neun Jahre verlängert wurde, die Lehrpläne komplett überarbeitet und modernisiert sowie die Anforderungen an die Lehrkräfte neu definiert wurden. Die ersten Schüler wurden mit Beginn des Schuljahres 2003 nach den neuen Regeln unterrichtet. Die Umstellung auf das neue Schulsystem soll bis zum Schuljahr 2007/2008 abgeschlossen sein.

Nach dem seit 2003 geltenden Schulgesetz beginnt die Schulpflicht in Serbien mit dem siebten Lebensjahr, mit dem die neunjährige Grundschule beginnt, die sich in jeweils dreijährige Phasen mit einem unterschiedlichen Anteil von Pflicht- und Wahlfächern gliedert. Danach haben die Schüler die Möglichkeit, entweder für weitere vier Jahre das Gymnasium oder eine fachbezogene Mittelschule, die je nach Fach zwei bis vier Jahre dauert, zu besuchen, oder aber mit einer zwei- bis dreijährigen Berufsausbildung zu beginnen. Sowohl der Abschluss des Gymnasiums wie auch der Mittelschulen führen zur Hochschulreife.

Kyrillische Schrift

In Serbien gibt es insgesamt fünf Universitäten:

Der Alphabetisierungsgrad liegt in Serbien bei 93 Prozent. Etwa 7 Prozent der Bevölkerung sind Analphabeten. Dies hat verschiedene Ursachen. Einerseits hängt es vom sozialen Status und vom Alter (mehr als die Hälfte der Analphabeten ist über 60) ab. Andererseits liegt die Analphabetenrate in bestimmten Regionen (vor allem im Süden und in den entlegenen Dörfern gibt es die meisten Analphabeten) unterschiedlich hoch. Eine wichtige Rolle spielen auch die verschiedenen Ethnien und Religionen. So liegt die Analphabetenrate bei den Slowaken in Serbien (1,4 %) und den Christen (Protestanten) am niedrigsten, dahingegen weisen die Moslems bzw. Bosniaken (9,5 %), Kosovo-Albaner (12,4 %) und Roma (26,7 %) die höchsten Analphabetenraten auf.

Feiertage[Bearbeiten]

Hauptartikel: Feiertage in Serbien
Datum Bezeichnung Serbischer Name Anmerkung
1. Januar & 2. Januar Neujahr (Kalendarska) Nova Godina Neujahr nach dem Gregorianischen Kalender
7. Januar Weihnachten Božić Orthodoxes Weihnachten; 25. Dezember nach dem Julianischen Kalender
13. Januar & 14. Januar Serbisches Neujahr Srpska Nova Godina Neujahr nach dem Julianischen Kalender
15. Februar Nationalfeiertag Dan državnosti Srbije 1835: erste Verfassung Serbiens
Beweglicher Feiertag Ostern Uskrs (kirchlich: Vaskrs)
1. Mai Tag der Arbeit Praznik rada  
9. Mai Tag des Sieges Dan pobede Ende des Zweiten Weltkrieges 1945
28. Juni Vidovdan Dan Srba palih za Otadžbinu Tag der für das Vaterland gefallenen Serben

Sport[Bearbeiten]

Die beliebtesten Sportarten in Serbien sind Basketball, Fußball, Handball, Wasserball, Volleyball und Tennis. Einige serbische Basketballspieler spielen in der amerikanischen Basketballliga (NBA). Im Tennis gewann Serbien 2010 den Davis-Cup.

Nach dem Zerfall der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien gründeten die beiden Teilrepubliken Serbien und Montenegro 1992 die Bundesrepublik Jugoslawien („Restjugoslawien“), welche die Erfolgsserie des alten Jugoslawiens fortführte und zweimal Weltmeister (1998 und 2002) sowie dreimal Europameister (1995, 1997 und 2001) wurde.

Serbien war zusammen mit Montenegro Gastgeber der Basketball-Europameisterschaft 2005.

Auch im Volleyball verzeichneten Serbien und Montenegro bisher große Erfolge. 2000 holte die Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen in Sydney die Goldmedaille. 1998 wurde Serbien-Montenegro Vize-Weltmeister. Bei Europameisterschaften wurde das Team bisher dreimal Dritter (1995, 1999 und 2005) einmal Zweiter (1997) und zweimal Erster (2001 und 2011).

Serbien und Montenegro war zusammen mit Italien Gastgeber der Volleyball-Europameisterschaft 2005.

Die Wasserball-Nationalmannschaft gewann die Weltmeisterschaften 2005 und 2009, 2001 wurde sie Zweiter, 1998 und 2003 Dritter. 1991, 2001, 2003 und 2006 wurde Serbien Europameister und 1997 Vize-Europameister. Bei den Olympischen Spielen holte das Team dreimal Gold, viermal Silber und dreimal Bronze (zuletzt Bronze 2008 in Peking).

Die Wasserball-Europameisterschaft 2006 wurde in Belgrad ausgetragen.

Der erfolgreichste serbische Tennisspieler ist Novak Đoković. Nach seinem Sieg bei den Wimbledon Championships 2011 stand er von Juli 2011 bis Juli 2012 auf Rang eins der Tennis-Weltrangliste. 2010 konnte die Tennis-Nationalmannschaft der Herren den Davis Cup erringen. Ana Ivanović und Jelena Janković, die im Jahr 2008 jeweils für einige Wochen an der Spitze der Tennis-Weltrangliste standen, waren auch sehr erfolgreich.

Ein Halbfinale und das Endspiel der Fußball-Europameisterschaft 1976 wurde in der Hauptstadt Belgrad ausgetragen. Das Finale ging als die Nacht von Belgrad in die Geschichte ein.

Der größte Erfolg des serbischen Fußballs war der Sieg des FK Roter Stern Belgrad beim Europapokal der Landesmeister 1991. Die Nationalmannschaft konnte sich für die Fußball-Weltmeisterschaften 1998 (noch als Jugoslawische Fußballnationalmannschaft), 2006 (noch als Serbisch-montenegrinische Fußballnationalmannschaft) und 2010 sowie für die Fußball-Europameisterschaft 2000 qualifizieren.

Die serbische U-21-Nationalmannschaft erreichte 2007 das Finale der Europameisterschaft. Die serbische U-19-Nationalmannschaft holte 2013 den Titel des Europameisters.[115]

Kultur[Bearbeiten]

Die Architektur des Katholikons im Klosters Visoki Dečani zeigt die Verschmelzung gotisch-romanischer wie byzantinischer Stilelemente in der Architektur. (um 1335)
Osmanischer Konak des Fürsten Miloš in Topčider, erste Hälfte des 19. Jahrhunderts
Die monumentale Bronze Miloš Obilićs eines der mythischen Helden vom Amselfeld, vom kroatischen Bildhauer Ivan Meštrović geschaffen, zeigt die Auseinandersetzung der serbischen Kunst mit der historischen Vergangenheit. Nationalmuseum Belgrad, 1908.

Bereits in der Frühzeit war das Gebiet des heutigen Serbien besiedelt. Hierbei spielte insbesondere die Vinča-Kultur, die eines der ältesten bekannten Schriftsysteme hervorbrachte, eine wichtige Rolle. Am archäologischen Fundort Lepenski Vir an der Donau wird die bislang älteste bekannte sesshafte Population von Ackerbauern und Viehzüchtern in Europa vermutet.

In der Vergangenheit war Serbien häufig Grenzland wichtiger Imperien. So verlief einst die Grenze zwischen Westrom und Ostrom an der Drina entlang durch serbische Gebiete. An Save, Donau und entlang der Via militaris lagen mehrere bedeutende römische Legionslager (Singidunum), Großstädte (Sirmium, Viminatium) und Kaiserresidenzen (Sirmium, Naissus, Mediana, Felix Romuliana) der Spätantike. In byzantinischer Zeit gründete Justinian I. hier eine Bischofsstadt (Justiniana Prima), die letzte bedeutende antike Stadtgründung und zugleich erste rein christliche urbane Stiftung der Balkanhalbinsel. An der Donau verlief seit der zweiten Wiener Türkenbelagerung ebenfalls die Grenze zwischen dem Osmanischen Reich und Österreich-Ungarn. Dies hat seine Spuren hinterlassen. Der Norden Serbiens ist mitteleuropäischer als der Süden des Landes geprägt.

Den größten Einfluss auf die serbische Kultur hatte das Byzantinische Reich über die Vermittlung des Christentums, die Einführung des byzantinischen Ritus und der kyrillischen Schrift sowie über die Prägung von Hofzeremoniell, Literatur, Malerei und Architektur. Daher bekennen sich die Serben bis heute zum größten Teil zur orthodoxen Kirche. Einen besonderen Stellenwert in der serbischen Kultur haben auch die vielen Klöster, von denen ein großer Teil bereits als Stiftungen der Herrscherdynastien im Mittelalter erbaut wurde. Dabei sind die Kirchen oftmals aus einer Synthese sowohl romanischer als auch byzantinischer Architekturstile errichtet worden. Berühmt sind die zahlreichen Fresken serbischer Klöster, von denen beispielsweise der antikisierende „Weiße Engel“ im Kloster Mileševa sowie die großformatigen, mit ausgesprochen nuancierter Farbgebung ausgeführten Fresken in Sopočani zu den bedeutendsten Malereien des Hochmittelalters gehören. Ein halbes Jahrhundert vor ähnlich bedeutenden Werken im italienischen Trecento entstanden, weisen sie durch ihren humanistischen Geist und Realismus weit in die Renaissance vorweg (Palaiologische Renaissance). Der byzantinischen Kunst kommt damit insgesamt auch die zentrale Position im originären Kunstschaffen Serbiens zu. Serbien selbst hatte sich allgemein auch zu einem der großen Zentren byzantinischer Kunst entwickelt.[116] In vielfachen Bezügen hat sich diese Tradition hier bis in die Moderne erhalten, was besonders prominent für die Errichtung sakraler Bauwerke wie beispielhaft im Tempel des Heiligen Sava gilt.

Die osmanische Eroberung Serbiens zwischen 1371 und 1459 bildete die zentrale Zäsur im Kulturschaffen des Landes. Das Zentrum der serbischen Kultur verlagerte sich sukzessive in den Süden des Königreichs Ungarn nach Syrmien an die Hänge der Fruška Gora. Als Nachblüte der großen mittelalterlichen serbischen Architektur entstanden die Klöster der Fruška Gora seit dem 15. Jahrhundert und waren neben dem Athos-Kloster Hilandar wichtigste Bewahrer serbischer Tradition und Kultur. In den altserbischen Ländern dominierten fortan durch die veränderten politischen, kulturellen und ethnischen Verhältnisse über die folgenden Jahrhunderte das Kunstschaffen der islamischen Welt. Die Islamische Kunst, die sich auf dem Gebiet Serbiens verbreitete, war insbesondere durch die klassische Osmanische Kultur und Kunst vertreten. Moscheen, Hammāme, Türben, Konaks und insbesondere osmanische Bogenbrücken sind beredtes Zeugnis des jahrhundertelangen Erbes osmanischer Kultur. Das reiche osmanische Handwerk hatte sich insbesondere im Stil der Innendekoration, Gartengestaltung, Kleidung und allgemein der Angewandten Kunst niedergeschlagen. Piroter Kelime standen im 19. Jahrhundert in besonderer Blüte und genossen sogar in den Zentren des Osmanischen Reiches einen exzeptionellen Status.

Mit den serbischen Epischen Gesängen bildete sich seit dem 15. Jahrhundert eine eigenständige serbische Volksdichtung, die, oral tradiert und durch die Gusle begleitet, Erinnerung an die Amselfeldschlacht sowie die Haiduken wachhielt.

Die Serbischen Aufstände zu Beginn des 19. Jahrhunderts brachten Serbien schrittweise seine Eigenständigkeit zurück. Damit fasste die europäische Moderne sukzessive über Wien (Dositej Obradović, Vuk Karadžić) in Serbien Fuß.

Literatur[Bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten]

Religiöse Literatur[Bearbeiten]
Miroslav-Evangelium, zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts
Radoslav-Evangelium mit der Miniatur des Evangelisten Johannes, erste Hälfte des 15. Jahrhunderts

Die Anfänge der serbischen Literatur hängen auf engste mit der byzantinischen theologischen Literatur und der byzantinischen Zivilisation zusammen. Dabei bildete die Neuplatonische Schule die bestimmende Dominante für das philosophische Grundgerüst der christlichen Orthodoxie. Die Bildung wurde durch die Vermittlung religiöser Inhalte geprägt, in der Heiligenlegenden, Geschichte, Mythologie sowie Grammatik und Philosophie Bestandteile stellten. Klöster fungierten als Zentren des Literaturschaffens, insbesondere Visoki Dečani, Manasija sowie Hilandar. Aus der unter den serbischen Klöstern führenden Stellung Hilandars diente dieses auch als Zentrum der monastischen Ausbildung des serbischen Klerus und war gleichzeitig die Ausbildungsstätte aller großen serbischen mittelalterlichen Literaten, unter anderen Domentijan, Teodosije Hilandarac und Danilo II.[117]

Ältestes in kyrillischer Schrift und auf kirchenslawisch verfasstes Buch ist die nationale Reliquie Serbiens, das Miroslav-Evangelium von 1180. Es wurde 2005 in die UNESCO-Liste des Gedächtnisses der Menschheit aufgenommen. Die serbisch-orthodoxen Evangelien des Spätmittelalters wurden wie im serbischen Psalter und Radoslav-Evangelium insbesondere zur Zeit der Morava-Schule mit humanistischen Miniaturen ausgeschmückt.

Hagiographien und Herrscherbiographien[Bearbeiten]

Neben den Annalen (letopisi) und den Genealogien (rodoslovi) bildete sich seit dem 14. Jahrhundert eine sekuläre serbische Stilrichtung der Historiographie in den Herrscherbiograpien aus, die Hagiographie, Chroniken und Vita vereinte. Bedeutende serbische Herrscherbiographien entstanden unter anderen durch Erzbischof Danilo II., Danilo III. und Grigorij Camblak. Die serbische Lyrik trat erstmals durch Jefimija in Erscheinung. Als Literat betätigte sich selbst der Despot Stefan Lazarević, eine der eminenten Erscheinungen unter den slawischen Orthodoxen im 15. Jahrhundert, von dem u. a. der Text der Marmor-Säule auf dem Amselfeld stammte.

Am Hofe Stefan Lazarevićs entstand auch das bei weitem bedeutendste Werk seines Genres in der mittelalterlichen slawischen Literatur Südosteuropas, die Vita Stefan Lazarevićs (Житија деспота Стефана Лазаревића) des bulgarischen Emigranten und Neuplatonikers Konstantin Kostenezki, die in fast moderner Form die Biographie des Despoten umfasst.[118] Auf Konstantin Kostenezki, dem herausragenden Schriftsteller der drei aktiven serbischen Schreibschulen (Belgrad, Manasija und Hilandar) in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts ging zudem eine Redigierung der kirchenslawischen Schrift serbischer Redaktion (Resava Schreibschule, rezavski pravopis dt. Resava Rechtschreibung), die auf den grammatischen Regeln des byzantinischen Philologen Manuel Moschopulos basierte, sowie u. a. die Übersetzung von Werken des Universalgelehrten Michael Psellos ins Serbische, zurück.

In der Tradierung klassischer Werke stellte die Weitervermittlung der, für die damalige Epoche revolutionären Erkenntnisse der antiken Naturwissenschaft, wie beispielsweise das Wissen über die Idee der Kugelform der Erde in der Psellos-Übersetzung Konstantins im Kapitel O zemli supsanii o klubnom videni obraza jeje (dt. Beschreibung der sphärischen Form der Erde),[119] eine wesentliche Leistung der paläologischen Renaissance für die Wiedergeburt antiken Wissens in Europa dar.

Im Spätwerk der Resava-Schule unter vollendeter osmanischer Herrschaft fand sich in der Synthese der slawo-byzantinischen Literatur unter Demetrios Kantakuzenos (Wladislaw-Grammatik) und neben anderen anonymen Autoren im letzten serbischen mittelalterlichen literarischen Zentrum Novo Brdo, noch Ende des 15. Jahrhunderts die letzte Anknüpfung an die byzantinische Literaturtradition (u. a. Abschriften von Pindars Olympischer Oden sowie Prometheus und Sieben gegen Theben von Aischylos).

Feudale Bugarštice und serbische Volksepik[Bearbeiten]
Vuk Stevanović Karadžić

Mit dem Niedergang der serbischen Eigenstaatlichkeit erlag diese gebildete literarische Tradition der osmanischen Eroberung. Die feudalen serbischen Balladen und Epen im Genre der Bugarštice wurden aber mit der Emigration des serbischen Adels im 15. Jahrhundert durch serbische Barden in die dalmatinischen Küstenstädte sowie die südungarischen Länder nördlich der Save in anderen Umgebungen weitergepflegt.[120] Diese auf die feudale serbische Gesellschaft zurückgehende Dichtung überlebte so eine Zeitlang den Zerfall des serbischen Staates. Unter den Bugarštice konnten sich aber keine aus der Zeit des serbischen mittelalterlichen Reiches erhalten, da keine Aufzeichnungen vor dem Ende des 15. Jahrhundert überliefert wurden.[121] Alle Niederschriften der Bugarštice, die in den dalmatinischen Städten in Dubrovnik, Hvar, Perast und Kotor durch kroatische, slowenische, ungarische, italienische und deutsche Literaten gemacht wurden, waren zu dem Zeitpunkt schon so durch die sprachliche Blüte der zehnsilbigen serbischen Volksepik in den Schatten gestellt worden, so dass die Bugarštice in der überlieferten anachronistischen sprachlichen Form nicht mehr die epische, imaginative und narrative Kraft der Volksdichtung besaßen.

Die Volksdichtung übernahm ihre Geschichten, dutzende der Motive, ihre narrativen und stilistischen Muster und hunderte ihrer formelhaften Sprachmittel aus den epischen Vorgängern der Bugarštice-Barden.[120] Über Jahrhunderte entwickelte sich daraus in der bäuerlichen patriarchalen Gesellschaft des einfachen serbischen- und kroatischen Landvolkes eine überaus reiche epische Gattung, die von Mitte des 15. Jahrhunderts bis ins 19. Jahrhundert eine ungewöhnlich lange Zeit als eigenständige Dichtung andauerte. Damit stellt sie alle anderen europäischen Volkslieddichtungen in ihrer historischen Konstanz und der Bedeutung für die nationale Literatur in den Schatten und stellt das weitaus bedeutendste poetische Erbe des serbischen Volkes.

Die Epen reichen bis in die Zeit vor Ankunft der osmanischen Eroberer auf dem Balkan und enthalten noch heidnische Überreste alter mythologischer Vorstellungen wie denen von Naturgeistern (u. a. die Vila, im Volksglauben ein übernatürliches Wesen mit Pferdebeinen und dem Körper einer jungen schönen Frau, die aus einer Pflanze ode Tau geboren wurde und in Bergen, Bäumen, Seen oder den Wolken lebt).[122]

Der Hauptteil stammt aber aus der Periode, als Edirne Residenz der Osmanen in Europa wurde, und schildert den Kampf der christlichen Balkanvölker gegen das Vordringen der osmanischen Eroberer. Thematisch finden sind daher häufig Heldenlieder, insbesondere die des „serbischen Herkules“ Marko Kraljević,[123] für die sowohl Anachronismen wie Anatopismen charakteristisch sind[124] Die Lieder des Kraljević Marko-Zyklus folgten zeitlich den Epen zur Amselfeldschlacht, dem historischen Fixpunkt des serbischen Volksliedschaffens. Die Gesänge dieses Kosovo-Zyklus (nach dem Austragungsort der Schlacht auf dem 'Kosovo-Polje') besitzen hingegen auch eine bedeutende historische Dimension, da sich in ihnen vielfältige Bezüge zum eigentlichen historischen Kontext finden. Nicht epischer Natur sind die lyrische Liebes- und Frauenlieder, welche meist von Frauen gedichtet, beim Reigentanz (kolo) gesungen werden. Während die Heldenlieder vorwiegend zehnsilbiges trochäisches Versmaß besitzen, wird in den Tanzliedern trochäische und daktylische Metrik genutzt.

Aus der deutschen Übersetzungen der von Alberto Fortis 1774 in Dalmatien aufgezeichneten "Asan-Aginice" durch Johann Wolfgang von Goethe 1775 und der Veröffentlichung in Johann Gottfried Herders Volkslieder wurden die serbokroatischen zehsilbigen Lieder erstmals in Europa bekannt. Die Goethesche Übersetzung wurde bald von Walter Scott ins englische, Prosper Mérimée ins französische und Alexander Puschkin ins russische übertragen.[125] Eine intensive Rezeption erfuhren die Volkslieder aber erst aus den Aufzeichnungen und Veröffentlichungen des Volksliedsammlers Vuk Karadžić (ab 1814). Dieser hatte den Hauptteil der serbischen Epen zwischen 1814 und 1815 in Syrmien von entweder blinden Frauen, die am Rande der Gesellschaft ihre Existenz fristeten (Blinde Živana aus Zemun, Blinde Jeca aus Zemun, Blinde Stepanija aus Jadar, Blinde aus Grgurevci),[126] oder von aus dem Herzland der Epischen Dichtung aus den patriarchalischen Dinarischen Gebieten Bosniens und der Herzegowina vertriebenen Outlaws aufgezeichnet (Karadžić bester „Singer“, in diesem Fall Rezitator, Tešan Podrugović war ein herzegowinsischer Outlaw der 1813 nach Niederschlagung des serbischen Aufstandes nach Syrmien geflohen war und 1815 neuerlich dem Ruf zum Freiheitskampf folgend, nach vielen tödlichen Scharmützeln mit den Osmanen zwischen Bosnien und Serbien letztlich ums Leben kam; ebenfalls aus der Herzeogowina stammte der Alte Milija, der durch von Kämpfen gegen die Osmanen erlittenen Narben am ganzen Kopf entstellt war)[127] .

Marko, Miloš und die Vila, bildliche Darstellung zum Epos „Marko und die Fee“ von Paja Jovanović 1898, Nationalmuseum Belgrad

Die Entdeckung der in einer illiteraten Gesellschaft nur mündlich überlieferten serbischen Epen im 19. Jahrhundert bildete das eigentliche Rätsel in der Literatur des 19. Jahrhunderts, und schon 1816 wurden diese daher von Kopitar in Beziehung zu Homers Ilias und Odyssee und der Entstehung der Griechischen Epik gestellt.[128] Bis ins 20. Jahrhundert blieben die Anschauungen zur stilistischen Methodik und formelhaften Sprachtechnik der mündlich überlieferten Serbischen Epik grundlegend zur literaturgeschichtlichen Forschung in der Homerischen Frage. Insbesondere Milman Parry und Albert Lord sammelten dafür in den 1930er Jahren die letzten verbliebenen authentischen Belege in illiteraten Gemeinschaften Jugoslawiens.[128] Aus den Tonaufnahmen dieser Forschungsreisen entstand in der Harvard University das „Millman Parry Archiv“ die wichtigste Tonaufnahmen-Sammlung Südslawischer Heldenlieder,[129] die dort von Béla Bartók 1940–1942 auch überhaupt erstmals musikalisch transkribiert wurden.[130]

Durch die Unterstützung und Übersetzung von Karadžićs Veröffentlichung durch Jernej Kopitar, Jacob Grimm, Clemens Brentano und insbesondere Talvj (Therese von Jacob) erlebten die Epen bei der europäischen Leserschaft der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine teilweise so überschwängliche Rezeption, dass die Talvj-Ausgabe der Volkslieder der Serben für einige Jahre den kleineren klassischen Status im Kurzgeschichten-Kanon erreichte (es fand sich beispielsweise auch in der Hausbibliothek von Karl Marx Tochter Eleanor).[131] Goethe, der insbesondere von der Einfachheit und Kraft der poetischen Bilder der serbischen lyrischen Lieder berührt war,[132] veröffentlichte in seinem späteren Schaffen 1827 lange nach seiner Jugendübersetzung der Asan-Aginice eine neue eigenständige Version (Klaggesang von den edlen Frauen des Asan Aga').[133]

Auch zeitgenössische Autoren erkennen die literarischen Qualität dieser Dichtung an, wie der Pulitzer-Preisträger und amerikanische Poeta laureatus Charles Simic:

„Jeder im Westen der diese Dichtung kennen gelernt hat, hat sie zu Literatur der höchsten Ordnung erklärt, die viel besser bekannt sein sollte.“

Charles Simic (1987): Vorwort zur englischen Übersetzung von John Matthias and Vladeta Vuckovic The battle of Kosovo – Serbian Epic Poems[134]

sowie der Dichter, Literaturhistoriker, Kritiker und ehemalige Professor für Dichtkunst an der Universität Oxford Peter Levi:

„Sie sind eine der mächtigsten und unerkannten Vers-Flüsse in Europa. Sie tragen den eigenen Geschmack ihrer heimatlichen Gebirge, die Kraft ihrer unruhigen Zeiten und die moralische Größe einer oral vermittelten Art der Poesie, die berechtigt heroisch genannt wird.“

Peter Levi (1984): Vorwort zur englischen Übersetzung von Anne Pennington und Peter Levi Marko the Prince – Serbo-Croat Heroic Songs.[135]

Levi beantwortete auch die Frage was in seiner professionellen Arbeit seiner Einschätzung nach die wertvollste und vergnüglichste Arbeit war damit, das dies die Übersetzung der Lieder des Kraljević Marko gewesen ist.[136]

Moderne[Bearbeiten]

Im 18. Jahrhundert erfolgte durch den Schriftsteller und Philosophen Dositej Obradović ein entscheidender Umbruch in der serbischen Literatur: Er forderte die Verwendung der Volkssprache in der Literatur. Dieses Ziel verfolgte auch der Philologe Vuk Stefanović Karadžić, der zu den wichtigsten Vertretern der serbischen Sprachreform des 19. Jahrhunderts gehört.

Nach 1860 orientierte sich die serbische Literatur an russischen und französischen Vorbildern und vollzog eine Hinwendung zum Realismus. Vertreter der realistischen Prosa im 19. Jahrhundert waren unter anderem Milovan Đ. Glišić und Simo Matavulj.

Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelten sich mit Autoren wie Marko Ristić, Moni de Buli und Dušan Matić insbesondere in Belgrad experimentelle und surrealistische Strömungen. Für die Generation nach dem Ersten Weltkrieg war zudem der Expressionismus prägend, wie dies bei Miloš Crnjanski 1920 beispielhaft im Poem Sumatra,[137] in dem menschliche Erfahrung des Krieges in einem theoretisch programmatischen Stil thematisiert wurden, geschehen ist.[138] Mit der Veröffentlichung der eigentlichen Lesart dieses als Manifest der serbischen expressionistischen Poesie erachteten Gedichts durch Crnjanski selbst, wurde die weitere expressionistische serbische Lyrik mit dem Begriff Sumatraismus belegt (Crnjanski nutzte im Titel des Gedichts die durch Silbentrennung offensichtliche Lesart S-Uma-Tras dt. Vom Sinn heruntergestiegen). Nach 1945 ist die serbische Literatur überwiegend vom sozialistischen Realismus geprägt – eine Thematisierung der politischen Umwälzungen in Serbien während des Zweiten Weltkriegs findet erst Jahre später statt. Neben Crnjanski (Roman o Londonu) entwickeln sich Ivo Andrić (Die Brücke über die Drina) und Meša Selimović (Der Derwisch und der Tod) zu den Hauptvertretern des klassisch erachteten serbischen Romans.

Die jüngere Nachkrieggeneration nahm moderne Romantendenzen des Westens auf. Bora Ćosić (Die Rolle meiner Familie in der Weltrevulotion) und Milorad Pavić ( Das Chasarische Wörterbuch) wurden international viel beachtet. Das Oevre Danilo Kišs (Ein Grabmal für Boris Dawidowitsch, Anatomiestunde, Enzyklopedie der Toten) wird allgemein als das bedeutendste der modernen serbischen Nachkriegsliteratur angesehen.[139][140] Daneben thematisierteAleksandar Tišma in einem als sogenannten Pentateuch genannten Zyklus Holocaust und das Schicksaal der Nachkriegsgeneration. Einen kritischen Blick auf Belgrad in den 1940er Jahren bietet zum Beispiel die Autorin Svetlana Velmar-Janković in ihrem Roman „Lagum“, der 1990 in Serbien veröffentlicht wurde.

In der Lyrik finden sich auch nach dem Zweiten Weltkrieg weiterhin surrealistische Tendenzen, unter anderem in den Werken des Schriftstellers Vasko Popa, der in seinen Gedichten mit Soziolekten und Dialekten spielt.

Musik[Bearbeiten]

Bronze des Guslenspielers Filip Višnjić
Die Gusle

Die ältesten bekannten Aufzeichnung über die Verwendung von Musikinstrumenten unter den Slawen der Balkanhalbinsel datieren aus einer byzantinischen Chronik aus der ersten Hälfte des 7 Jh.[141] Die Nutzung der Gusle wurde später im 10. Jahrhundert von arabischen Reisenden vermerkt.[141] Bis ins 12. Jahrhundert wurden selbst in Ungarn professionelle Musikanten mit dem slawischen Ausdruck ‚igici‘ benannt. Damit ist, bevor überhaupt Gesänge bei den Slawen und Serben aufgezeichnet worden wurden, deren Beschäftigung mit Musik schon über mehrere Jahrhunderte belegt.[141]

Von Domentijan wurden im 13. Jahrhundert erstmals auch epische Gesänge zum Leben des Heiligen Sava beschrieben. In der Regierungszeit Stefan Uroš III. Milutins berichtete Teodosije über epische Gesänge klassischer antiker Stoffe. Dazu schrieb er über die instrumentale Nutzung von Trommeln und Guslen am Hofe.[142] Die epischen Volksgesänge entfalteten sich auch in den nachfolgenden Jahrhunderten und integrierten in ihrem Kern die Erzählungen zur Kosovoschlacht zu einem zusammenhängenden Volksepos. Die serbischen Barden verbreiteten sich mit diesem Genre über die zentraldinarischen Länder bis nach Ungarn und Polen aus.[143] Serbische Guslenspieler wurden selbst namentlich bekannt und der ungarische Lautenspieler Tinódi berichtet darüber, dass Dimitrije Karaman der beste unter ihnen war.[144] Diese Form des Instrumentenspiels wurde auch als „Serbischer Stil“ bekannt (im 17. Jahrhundert wurde dieser noch als modi et styli Sarbaci referenziert.)[145] Die Gusle blieb bis ins 19. Jahrhundert das bekannteste Musikinstrument der Serben; Vuk Karadžić schrieb 1814–1815, dass jedes Haus in Bosnien und der Herzegowina, Montenegro und dem gebirgigen Westserbien eine Gusle besaß.[146] Als bedeutendster Guslenspieler galt der blinde Seher Filip Višnjić, einer der zentralen Sänger zur Niederschrift serbischer Volkslieder in Karadžićs Volksliedsammlung.[147] Die Guslen-Spieler im Zeitalter der serbischen Befreiungskämpfe fanden sich Großteils unter der Aufständischen und viele darunter waren selbst Outlaws.[148]

In Serbien gibt es eine lange Folkloretradition, die besonders im Balkan Brass deutliche Einflüsse der jahrhundertelangen Zugehörigkeit zum Osmanischen Reich zeigt. Diese Einflüsse sind auch im Turbo Folk hörbar, der in Serbien und anderen Gebieten des ehemaligen Jugoslawien die Populärmusik mitbestimmt. Bedeutendster serbischer Jazzmusiker ist Dusko Goykovich (Dušan „Duško“ Gojković), der besonders in seinem Frühwerk die balkanische Folkloretradition in den Jazz eingebunden hatte (u. a. Swinging Macedonia). Der Multiinstrumentalist Slobodan Trkulja verbindet Jazzrock mit Elementen der balkanischen Folklore und byzantinischer Kirchenchoräle. In den von christlicher Spiritualität geprägten musikalischen Arrangements Trkuljas werden Big Band, Fusion und moderne, klassische und traditionelle Instrumente mit vokalen Elementen der Volkslyrik gekonnt verbunden.

In traditionalistischer serbischer Musik findet vor allem das Akkordeon Verwendung. Für die traditionelle Musik werden hauptsächlich Nationalinstrumente wie z. B. die Gusle verwendet. Das „Kolo“ (Reigen) ist ein Gruppentanz, der von Region zu Region unterschiedlich aufgeführt wird. Das bekannteste serbische Kolo ist das „Užičko kolo“ (Užicer Kolo).

Außerdem besteht in Serbien eine reichhaltige „Independent“-Musikszene, die an die Jugendszenen im ehemaligen Jugoslawien anknüpfen kann, die zur Zeit des Miliošević-Regimes zurückgedrängt worden waren.[149] Darunter befinden sich Electronica-Acts wie Darkwood Dub oder Indierock-Combos wie die Partibrejkers.

Die größten jährlich stattfindenden Musikfestivals in Serbien sind das Trompeten-Festival „Dragačevski sabor trubača“ in Guča und das Pop-Festival Exit in Novi Sad.

2007 belegte Serbien den ersten Platz beim Eurovision Song Contest mit dem Lied Molitva von Marija Šerifović. Erfolgreich war Serbien und Montenegro auch im Jahr 2004 durch das Erreichen des zweiten Platzes in diesem Wettbewerb mit dem Lied Lane Moje von Željko Joksimović.

Bekannte serbische Sänger sind Đorđe Balašević, Lepa Brena, Neda Ukraden, Željko Joksimović, Mile Kitić, Aca Lukas, Marija Šerifović, Zdravko Čolić, Divna Ljubojević (geistliche und byzantinische Musik) und Ceca.

Architektur[Bearbeiten]

Kloster Gračanica - sakrales Meisterwerk der spätbyzantinischen Renaissance, erste Hälfte 14. Jahrhunderts
Plan des Wehrklosters und Grablage des Despoten Stefan Lazarević, Manasija
Burg von Golubac, erste Hälfte des 14. Jahrhunderts
Ein Kleinod der bulgarischen sakralen Architektur, Muttergotteskirche Donja Kamenica bei Knjaževac, Anfang des 14. Jahrhunderts

Die Architektur in Serbien ist genauso vielfältig wie die Geschichte des Landes. Bedeutend ist die byzantinische Baukunst, vor allem in den zahlreichen serbischen Klöstern, von denen einige in die Weltkulturerbeliste der UNESCO aufgenommen wurden.

Als wichtigste Mäzene der Architektur traten insbesondere die Mitglieder der Nemanjiden-Herrscherdynastie auf. Seit der Errichtung der Grabeskirche des dynastischen Gründers Stefan Nemanja im Kloster Studenica wirkten alle weiteren serbischen Könige als Förderer der Künste und insbesondere der religiösen Architektur. Einen Gipfelpunkt erreichte dieses Mänzenatentum wurde unter Stefan Uroš II. Milutin. Nicht nur entwickelte sich unter Milution der Serbisch-byzantinische Stil im Hauptwerk im Kloster Gračanica zu einer ausgewogenen Synthese des Zentralbaus einer byzantinischen Kreuzkuppelkirche und vertikaler Akzentuierung und Dynamik, wie sie bis dato in der byzantinischen Kunst unbekannt war, sondern auch eine räumlich ausgreifende Bautätigkeit, in der der serbische mittelalterliche Staat die künstlerische Vorreiterschaft im byzantinischen Kulturkreis übernahm. In rascher Folge wurden neue Klosterkirchen (Staro Nagoričane, Banjska, Königskirche Kloster Studenica, Katholikon des Klosters Hilandar sowie die Stadtkathedralen Bogorodica Ljeviška, Exonarthex der Kirche der Heiligen Sofia in Ohrid u. a.) errichtet, die mit entsprechenden Malereien aufwendig ausgestattet wurden. Die bedeutendsten Bauwerke waren insbesondere den Grabkirchen der Herrscher vorbehalten, Dazu gehören das größte spätmittelalterliche religiöse Gebäude Serbiens, das Kloster Visoki Dečani oder das Kaisergrab Stefan Dušans, das Erzengelkloster.

Mit der höfischen Kunst der Lazarevići etablierte sich ein durch die aufwendige Fassadengestaltung auffälliger neuer Stil innerhalb dieser Stilrichtung, die Morava-Schule, die als Epilog der serbischen mittelalterlichen Architektur im Kloster Kalenić zur Vollendung reifte.

Für die serbische Architektur des Mittelalters bis ins 18. Jahrhundert ist daneben auch die Wehrarchitektur augenfällig.[150] Diese umfasst Burgen, Wehrklöster, Festungen und auch befestigte Ortschaften. Frühe Burganlagen wurden zumeist an strategischen Wegabschnitten und Flussengen (u. a. Burg Maglić, Burg Zvečan, Golubac), später auch als Kerne von Ortschaften und Residenzen der Herrscher und Befestigung von Ortschaften gebaut (Burg Kalaja Prizren, Burg Kruševac, Burg von Novo Brdo, Stadtmauer von Kotor). Mit dem Vordringen der Osmanen wurden auch die wichtigen Klöster mit teilweise mehrtürmigen Wällen umgeben oder als Wehrklöster konzipiert (Manasija, Ravanica, Erzengelkloster). Der Befestigungsbau wurde seit dem 14. Jahrhundert aufwendiger (Smederevo). Maßstab der spätmittelalterlichen Wehrarchitektur Serbiens wurde die Festung von Belgrad, die aus drei ineinanderliegenden Verteidigungsringen aufgebaut war und als einzige dem ersten großen osmanischen Ansturm standhielten. Typisch für die serbischen Wehrbauten des Mittelalters waren ein Donjon als Kern der Verteidigungsanlage (bekanntester war der Donjon Nebojša im Schloss von Belgrad, 1688 zerstört) sowie die auf der Innenseite offen gebauten Stockwerke der Wehrtürme.

Durch österreichische Vermittlung erreichte der Barock seit dem 17. Jahrhundert den Norden des Landes. Südlich der Save und Donau wurde der orientalische Baustil beherrschend (Sandschak und Kosovo). Vor allem in der Hauptstadt Belgrad finden sich auch zahlreiche Bauten der Zwischenkriegszeit im Stile des Klassizismus, Moderne und des Art Deco. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Novi Beograd mit seinen Blockbauten nach städtebaulicher Ideologie Le Corbusiers konzipiert. Neben dem sozialistischen Realismus als Grundschema für öffentliche Gebäude war insbesondere in der Hauptstadt auch die Monumentalarchitektur zahlreicher Bauwerke bemerkenswert (u. a. Große Halle der Belgrader Messe, Palata Srbije, Gazela-Brücke, Kathedrale des Heiligen Sava). Die aktuelle Architektur entspricht der internationalen Stilrichtung von Bürogebäuden mit anonymen Glasfassaden (Beograđanka, Ušće).

Malerei[Bearbeiten]

Verkündung Mariae, Fresko 1 Hälfte 13. Jahrhundert, Meister von Mileševo

Fresken[Bearbeiten]

Die mittelalterliche serbische Malerei entwickelte sich seit dem 12. Jahrhundert aus dem dominierenden Einfluss der byzantinischen Malerei. Die ersten Maler der monastischen Grablagen der Nemanjiden kamen aus den griechischen Kulturbereich. Die Künstler blieben durch fehlende Signaturen aber gänzlich unbekannt, erst Anfang des 14. Jahrhunderts wurden in der sogenannten Milutinschen Malerschule erstmals einige Fresken-Autoren überliefert. Die Monumentalmalerei erreichte schon Anfang des 13. Jahrhunderts in der Muttergotteskirche von Studenica (1207) einen ersten Höhepunkt. Es dominieren großformatige Fresken auf blauen Grund. Die Entwicklung gipfelte um die Mitte des 13. Jahrhunderts in den antikisierenden Fresken auf Goldgrund der Klöstern Mileševa (Beli Anđeo, dt. Der Weiße Engel) und Sopoćani. Die großfigurigen, freien und plastischen Darstellungen in der Dreifaltigkeitskirche des Klosters Sopoćani (1263–1268) gehören zu den Höhepunkten byzantinischer Kunst und greifen mit ihrer humanistischen Darstellung weit in die Renaissance voraus. Neben den antikisierenden Stil dieser höfischen Fresken wurden mehr erzählende Freskenprogramme von monastischen Künstlern ausgeführt. Sie sind am reinsten in der Apostelkirche des Patriarchats von Peć (um 1250) entwickelt.

Unter dem Patronat König Milutins wurde eine dem byzantinischen Einfluss verpflichtete Zelebrierung der Frömmigkeit für die Entwicklung der altserbischen Kunst spürbar, insbesondere da sich König Milutin in der Nemanjidendynastie auch als Fortsetzer der byzantinischen kaiserlichen Tradition verstand. Die Freskenmaler entwickelten daraus einen besonderen Stil und einen bestimmten Inhalt, der sich sowohl von der Thematik in den serbischen Kirchen des 13. Jahrhunderts als auch vom ikonographischen Gehalt jener großen Ensembles unterscheidet, die um die Mitte des 14. Jahrhunderts entstanden, sichtbar abgrenzt.[151] In der zur sogenannten Palaiologische Renaissance gehörenden Milutinschen Malerschule arbeitete ein ganzes Heer von Malern, von denen sich die Namen der griechischen Hofmaler Michail Astrapas und Eutychios überliefert haben, an der Freskengestaltung der zahlreichen Stiftungen Milutins in Serbien, Thessaloniki, Konstantinopel, dem Heiligen Berg Athos und Jerusalem.[152] Sie vollendeten u. a. die Fresken der Bogorodica Ljeviška (1310–1313), der Königskirche in Studenica (1314), Staro Nagoričano (1317) sowie im Kloster Gračanica (1321). Die Freskenmaler sollten darin eine sehr gelehrte Frömmigkeit, die aus Konstantinopel übernommen worden war, in die Bildprogramme der Kirchen überführen. Ein neuer Szenereichtum, farbige Vielfalt und figürliche Lebendigkeit sowie allgemeine Innovationen bei der erzählerischen Darstellung traditioneller Themen wie in den Malprogrammen der Mariä Entschlafen, im Urteil des Pilatus[153] aber auch im Aufkommen der genealogischen Darstellung der Namnjiden-Dynastie in der Wurzel der Nemanjiden (Loza Nemanjiča) treten hervor.

Mit dem größten erhaltenen mittelalterlichen serbischen Freskenzyklus im Kloster Visoki Dečani (1335–1350) wurden dann überwiegend Künstler der dalmatinischen Küste beauftragt (wahrscheinlich der Malerschule Kotor entstammend). Es handelt sich dabei um das einzige vollständig erhaltene byzantinische Fresekendekoration der Balkanhalbinsel im 14. Jahrhundert. Die weithin durch eine zunehmend überladene Szenevielfalt und kräftigen, wie statischen Malstil gekennzeichnete Ausführung der Dečani-Fresken findet sich noch bis etwa 1370. Dem Typus gehören auch noch die Fresken in Lesnovo und dem Markov Manastir (1371) bei Skopje an.

Danach begannen sich allmählich gotische Einflüsse bemerkbar zu machen, die durch langgezogene, feingliedrige Figuren, eine feinere Linienführung und größerer Intimität gekennzeichnet sind. Die Hauptwerke entstanden nun im Morava-Serbien und der Šumadija. Höhepunkt sind die Fresken von Kalenić[154] (1407) und Resava (1421), die im Stifter-Porträt von Stefan Lazarević sowie den Darstellungen der Heiligen Krieger und der Hochzeit von Kanaa (Kalenić) durch intime Darstellung in differenzierter Charakterisierung und subtiler Farbgebung Hauptwerke der serbischen Malerei bilden.

Ikonen[Bearbeiten]

Ikonostase und Choros in Visoki Dečani, um 1350
Ikone des Christus Pantokrator, Hilandar um 1260

Ähnlich wie die Freskenmalerei etabliert sich die Tafelmalerei in Form der Ikone aus dem prägenden Einfluss Byzanz. Ab dem ersten Jahrzehnt des 13. Jahrhunderts wurde im Aufbau der neuen, durch den Heiligen Sava initiierten serbischen kirchlichen Organisation auf Grundlagen der Orthodoxie auch der Import byzantinischer Ikonen und Ikonenmaler sowie allgemein der Ikonenkult etabliert.[155] Die auf dem Gebiet des mittelalterlichen serbischen Reiches zwischen dem 13. und 17. Jahrhundert angefertigten Ikonen entstammen dabei zweier Provenienzen, den griechisch-byzantinischen als vorbildgebenden und den innerbalkanischen imitierenden und oft eigenen Idiomen folgenden Entwicklungen. Ikonen als bewegliche Kultbilder trugen dabei schon früher als dies Fresken vermochten neue darstellerische Tendenzen und Innovationen der byzantinischen Kunstzentren in die serbische Provinz.

Nach 1262, als das byzantinische Kaiserreich in Konstantinopel wiedererrichtet wurde, blühte der künstlerische Impuls in der Ikonenmalerei nachhaltig auf. Aus dieser Epoche datiert die große Christusikone im Kloster Hilandar, eines der Hauptwerke der byzantinischen Tafelmalerei. Serbien selbst war aber durch seine Lage auch stärker den Strömungen der Adriaküste ausgesetzt und die serbische Peter-und-Paul-Ikone aus dem Besitz der Königin Beloslava (Gemahlin König Vladislavs), die sich heute in der Schatzkammer des Petersdoms befindet, zeigt starke westliche Einflüsse und wurde vermutlich in Kotor gemalt. Mit dem Bedeutungszuwachs der Ikone bekam die Ikonostase eine immer größere Rolle für die Ausschmückung serbischer Kirchen. Ikonen entwickelten sich ab dem 14. Jahrhundert so zum wesentlichen Element der Kirchendekoration. Der Typus der „großen Ikonen“, die jetzt links und rechts der Altarschranke angebracht wurden, entstanden nun als Brustbilder, die mit kostbaren Geweben geschmückt wurden. Als Festikonen wurden sie zudem bei den großen Feiertagen aus den Kirchen hinausgetragen. Eine vollständig erhaltene Ikonostase aus der Mitte des 14. Jahrhunderts, die wegen ihrer authentischen Erhaltung aller ihrer stilistisch hervorragenden Ikonen auch das bedeutendste Werk der mittelalterlichen Tafelmalerei in Serbien stellt, findet sich im Kloster Dečani. Die Ikonen gehören hier schon in die Nähe des Typus der Maniera graeca, zeigen eigenständige Interpretation Konstantinopoler Vorbilder und werden durch feinste Nuancierungen der Farbgebung begleitet.[156] Die Ikonen Dečanis wurden wohl von griechischstämmigen Künstlern aus Kotor angefertigt. Nach der osmanischen Eroberung kam es mit der Wiedererrichtung des Patriarchats von Peć (1561) zu einer kurzen Blüte der Tafelmalerei. Bedeutendster Ikonen-Maler der Epoche war Longin (u. a. Ikone Stefan Dečanskis).

Die heute bedeutendste serbischen Ikonensammlung ist im Kloster Hilandar auf dem Athos erhalten, wo Ikonen vom 12. bis 19. Jahrhundert aufbewahrt werden.

Film[Bearbeiten]

Der bekannteste serbische Regisseur ist Emir Kusturica. Weitere wichtige Regisseure sind Goran Paskaljević (Anđeo čuvar), Ljubiša Samardžić (Jesen stiže, Dunjo moja) und Zdravko Šotra (Zona Zamfirova, Pljačka trećeg Rajha…).

UNESCO-Weltkulturerbe[Bearbeiten]

Daneben zählen vier mittelalterliche Klöster bzw. Kirchen in Kosovo zu den Welterbestätten, die von Serbien als Teil des Landes angesehen werden.

Küche[Bearbeiten]

Hauptartikel: Serbische Küche

Bräuche[Bearbeiten]

Piroter Kelime als zentraler Bestandteil traditioneller serbischer und balkanischer Wohnkultur (Ethnographisches Museum Belgrad)
Historische Brauttracht aus Prizren, 19. Jahrhundert (Ethnographisches Museum Belgrad)
Opanken sind Teile der serbischen Volkstracht

Brauchtümer sind Teil der kulturellen Vielfalt und des immateriellen Erbes Serbiens. Regionale Bräuche als Teil der Volkskultur werden von Vereinen in ganz Serbien aufrechterhalten. Zu den Bräuchen gehören verschiedene tradierte Ausdrucksformen in Musik, Tanz, Volksdichtung sowie im traditionellen Handwerk. Eine große Anzahl von lokalen Bräuchen und Riten steht in Zusammenhang mit den religiösen Festtagen.

Handwerk[Bearbeiten]

Opanken Werkstatt (Ethnographisches Museum Belgrad)

In Serbien hatte traditionelles Handwerk eine lange Tradition. Dabei gehören einzelne Handwerksformen und -produkte zum serbischen Volksbrauchtum.[157] Zur Zeit des Osmanischen Reiches war das Handwerk in den größeren serbischen Čaršijen und Şehern auch in geschlossenen Zünften, sogenannten Esnafs organisiert. Dabei haben sich durch die weite Verbreitung der ehemaligen Handwerksberufe die türkischen Begriffe bis heute erhalten können.[158] Noch in den 60er Jahren des Zwanzigsten Jahrhunderts existierten in einzelnen Städten Serbiens noch bis über 60 unterschiedliche Handwerksberufe. Der in den Volkstrachten balkanischer-Frauen eingearbeiteten Filigran-Silberschmuck blieb beispielsweise für das Handwerk Prizrens im Kosovo bis heute in einer für das Stadtbild der Altstadt auffälligen Konzentration von sogenannten Filligran-Geschäften erhalten. Auch die traditionelle Teppichweberei in Pirot hatte sich nach der Befreiung von der osmanischen Herrschaft weiter entwickeln können.

Einzelne Handwerksprodukte besonderer künstlerischer Qualität erreichten auch im Enterieur der Stadtbevölkerung den Rang von Statussymbolen oder waren traditionelle Brautbeigaben. Im Falle des Piroter Kelims kam diesem auch die repräsentative Funktion als „quasi“ Staatsinsignie vergleichbar französischer Tapisserie zu.[159][160]

Die handwerklichen Berufe werden dabei anhand ihrer verarbeitenden Rohstoffe unterteilt: Ton, Stein, Holz, Leder, Metall, Glas oder Textilfasern. Zu den Handwerken – zanat – die eine größere Bedeutung in der serbischen Volkstradition erlangt haben, zählen:

  • Grnčarski zanat (Töpferei, insbesondere Keramikzentren in tonreichen Berggebieten wie im Ponišavlje um Pirot – Pirotska grnčarija)[161][162]
  • Opančarski zanat (Lederhandwerk für die Herstellung des traditionellen Opanken-Schuhwerks)[163]
  • Kazandžijski zanat (Metallhandwerk für Haushaltsgegenstände aus Kupfer, Bronze und Zinn)[164]
  • Ćilimarstvo (Kelim-Weberei aus Schafwolle an Vertikalen Rollenwebstühlen um Pirot)[165]
  • Mutavdžijski zanat (Ziegenwollweberei für den Haushaltsbedarf der Landbevölkerung)[166]

Einzelne typische Gegenstände der traditionellen Volkskultur wie der čutura als Gefäß zur Aufbewahrung der Šljivovica oder der testija als Gefäß für Wasser oder Wein wurden auch aus unterschiedlichen Materialien oder einer Kombination aus Ton, Porzellan, Kupferblech oder Holz gefertigt.[167][168]

Literatur[Bearbeiten]

  • Katrin Boeckh: Serbien und Montenegro. Geschichte und Gegenwart. Ost- und Südosteuropa – Geschichte der Länder und Völker. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2009, ISBN 978-3-7917-2169-9.
  • Konstantin Jireček: Geschichte der Serben. 2 Bände. Hakkert, Amsterdam 1967 (1911).
  • Konstantin Jireček: Staat und Gesellschaft im mittelalterlichen Serbien: Studien zur Kulturgeschichte des 13.–15. Jh. Teile 1–4, Hölder, Wien 1912–1919.
  • Malte Olschewski: Der serbische Mythos: die verspätete Nation. Herbig, München 1998, ISBN 3-7766-2027-7.
  • Steven W. Sowards: Moderne Geschichte des Balkans. Der Balkan im Zeitalter des Nationalismus. Books on Demand, Norderstedt 2004, ISBN 3-8334-0977-0.
  • Holm Sundhaussen: Geschichte Serbiens: 19.–21. Jahrhundert. Böhlau, Wien u. a. 2007, ISBN 978-3-205-77660-4.
  • Gordana Ilic Markovic (Hrsg.): Veliki Rat. Der Erste Weltkrieg im Spiegel der serbischen Literatur und Presse. Promedia, Wien 2014, ISBN 978-3-85371-368-6.

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Serbien – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Serbien

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikimedia-Atlas: Serbien – geographische und historische Karten
 Commons: Serbien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Serbien – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikisource: Serbien – Quellen und Volltexte
 Wikivoyage: Serbien – Reiseführer

Offizielle Seiten[Bearbeiten]

Sonstige Seiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel 10 der Serbischen Verfassung
  2. a b Gesamtergebnis der Volkszählung vom Oktober 2011 (serbisch/englisch) (PDF; 2,3 MB)
  3. World Economic Outlook Database, April 2012 des Internationalen Währungsfonds
  4. Human Development Index, abgerufen am 10. Oktober 2013.
  5. www.rnids.rs – Линкуј као што говориш! deutsch: verlinke so wie du sprichst (serbisch)
  6. EU-Erweiterungsprozess: Länderinformation Serbien
  7. Offizielle Anmerkung auf der Webseite der UNO (Member States of the United Nations): „In a letter dated 3 June 2006, the President of the Republic of Serbia informed the Secretary-General that the membership of Serbia and Montenegro was being continued by the Republic of Serbia, following Montenegro’s declaration of independence.“ Vgl. Vereinte Nationen: UN Member States – On the Record: Serbia.
  8. Wirtschaftswachstum – Serbien. Arndt Management Consulting, Mai 2010 (PDF; 279 kB)
  9. Tagesschau.de: Visapflicht ist abgeschafft – Die Serben kommen! (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.)[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.tagesschau.de → Erläuterung
  10. Serbien beantragt EU-Beitritt
  11. Serbien erhält EU-Kandidatenstatus, abgerufen am 1. März 2012.
  12. Karst Srbije
  13. Fehlender Parameter „zugriff“ (Hilfe) — Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatSerbia and Montenegro: Country Environmental Analysis. Site du ministère de la Protection de l’environnement de la République de Serbie, 7. März 2007.
  14. Prime Butterfly Areas: A tool for nature conservation in Serbia – Deliblato Sands
  15. Dragana Ostojic & Marina Vukin 2009: Protection of Serbian spruce (Picea omorika) habitats in Serbia. In: Abstracts of the 5th Balkan Botanical Congress, Belgrade 7-11th September 2009, S. 133, Belgrade.
  16. Vladimir Stevanovic, Jasmina Sizar-Sekulic: Important plant area country reports – Serbia. In: Radford & Ode (Hrsg.): Consverving important plant areas – Investing in the grean gold of South East Europe. Plantlife international, Salisbury 2009.
  17. Republik Serbien, Ministerium für Raumplanung, Spezielles Naturreservat Suva Planina Prostorni plan područja posebne namene specijalnog rezervata prirode Suva Planina PDF, S. 28.
  18. Fehlender Parameter „zugriff“ (Hilfe) — Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatThe List of Wetlands of International Importance. Ramsar-Konvention, 6. März 2008.
  19. Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung: Roma in Europa
  20. Volkszählung 2011, Religionszugehörigkeit (PDF; 285 kB)
  21. Jovan Cvijić: The Zones of Civilization of the Balkan Peninsula. In: American Geographical Society: Geographical Review, Vol. 5, No. 6 (Juni 1918), S. 470–482 (online).
  22. Ivan Bertic (Hrsg.): Veliki geografski Atlas Jugoslavije. Zagreb 1987, 272 S.
  23. РАДМИЛА МИЛЕТИЋ: ПОЛАРИЗАЦИЈА У ДУНАВСКО-МОРАВСКОМ РАЗВОЈНОМ ПОЈАСУ. In: Bulletin of the Serbian Geographical Society. Vol. LXXXV/ 1, Belgrad 2005 (PDF).
  24. Branka Tošić: Dunavsko-moravski koridor – naselja, Geografski Institut Jovan Cvijic. Posebna Izdanja, Vol. 62, Belgrad 2004.
  25. БРАНИСЛАВ СТОЈАНОВИЋ, МАРИНА ТОДОРОВИЋ: ЗНАЧАЈ И ПОТЕНЦИЈАЛИ КОРИДОРА XУ ЕВРОПСКОМ САОБРАЋАЈНОМ СИСТЕМУ. In: Bulletin of the Serbian Geographical Society. Vol. LXXXIV/2, Belgrad 2004 (PDF).
  26. Ivan Bertic (Hrsg.), ibid.
  27. Politika, 9. Februar 2009 Vojna industrija preporodjena
  28. Politika, 24. November 2011 Kako je porastao Novi Sad
  29. Politika, 25. November 2011 Galija bi potonula u Nisu
  30. Blic, 2. November 2011 Novi Sad raste, a odumiru vojvođanska sela
  31. Politika (15. November 2011): Srbija spala na 7.1 milion Stanovnika
  32. Ersten Resultate der Volkszählung 2011 (PDF; 2,3 MB)
  33. Volkszählung 2011
  34. Zakon o državnoj upravi („Gesetz über die Staatsverwaltung“), Artikel 39–42.
  35. Wahlkommission der Autonomen Provinz Vojvodina (serbisch)
  36. Zählen mit Muße, auf Europe Online Magazine, veröffentlicht und abgerufen am 7. Mai 2012.
  37. Zeitenwende in Serbien, in: Europe Online Magazine, abgerufen am 21. Mai 2012.
  38. Blic, 4. Februar 2010 Šutanovac: Građani će odlučiti o saradnji Srbije s NATO
  39. Patriarch Irinej, Blic, 29. Januar 2010 Nema potrebe da zaziremo od Evropske unije
  40. World Politics review, 19. November 2009 Serbia moves back to center stage
  41. Aleksandar Kozunin, Botschafter Rußlands in Belgrad, Vecernje Novosti, 4. Februar 2010 NATO nije jedini put Srbije
  42. Wien International (4. November 2009): Serbia “Russia’s best friend”
  43. The Economist, 4. Februar 2010, ibid.
  44. Stratfor intelligence report, 23. Oktober 2009, Online-Abschrift, Real Clear Politics Serbia: Russia’s Eyes on the Balkans
  45. Erweiterung: Serbien und Montenegro rücken näher. Europäische Kommission, abgerufen am 12. Oktober 2011.
  46. Gutachten des Internationalen Gerichtshofs (PDF; 3,6 MB)
  47. Declaration on Establishing the Assembly of the Community of Municipalities of the Autonomous Province of Kosovo and Metohija
  48. Pressemitteilung der UNMIK vom Juli 2002
  49. Minister of Defense holds a press conference, Verteidigungsministerium der Republik Serbien, 18. Mai 2011.
  50. Die Euro-Atlantischen Integrationen Serbiens 12. Februar 2009.
  51. srbija.gov.rs
  52. a b c AMNESTY REPORT 2011 Serbien. Abgerufen am 22. Mai 2011.
  53. diestandard.at
  54. Corruption Perceptions Index 2011
  55. Politika.rs – Systematische Korruption in Serbien (serbisch)
  56. Vgl. „Neuer Job für Strauss-Kahn – 'Ich habe keinen Zauberstab'“, SZ, 18. Sept. 2013.
  57. a b c  Momčilo Spremčić: Vuk Branković i Kosovska bitka. In: Glas, Odeljenje istorijskih nauka. Nr. 9, Serbische Akademie der Künste, Belgrad 1996, S. 85–108.
  58. Jan N. Lorenzen: Die großen Schlachten. Mythen, Menschen, Schicksale, Campus, Frankfurt a.M./New York 2006, S. 22.
  59. Slavka Mihaljovic: Tagebuch einer Ärztin - Belgrad. In: Gordana Ilic Markovic (Hrsg.): Veliki Rat. Der Große Krieg. Der Erste Weltkrieg im Spiegel der serbischen Literatur und Presse. Promedia, Wien 2014, ISBN 978-3-85371-368-6, S. 106ff.
  60. Stipe Suvar, ehemaliges Mitglied des Jugoslawischen Politbüros und führendes Mitglied der Kommunisten Kroatiens, Radio Slobodna Evropa, 27. Februar 2008 Svjedoci raspada: Stipe Šuvar: Moji obračuni s njima
  61. a b c d Omer Karabeg: Svjedoci raspada. Vasil Tupurkovski: Raspad je bio neminovan, ali ne i rat, Radio Slobodna Evropa im Interview mit Vasili Tuporkovsk, ehemaliges Mitglied Mazedoniens im Staatspräsidium Jugoslawiens, 27. Februar 2008.
  62. Stjepan Mesic, ehemaliger Präsident Kroatiens, Radio Slobodna Evropa, 27. Februar 2008 Svjedoci raspada. Stjepan Mesić: Ja sam dogovorio sastanak u Karađorđevu
  63. Branka Mihajlović: Borisav Jović: Svako rešenje je bilo bolje od rata, Radio Slobodna Evropa im Interview mit Borisav Jović, einstmals Vorsitzender des jugoslawischen Staatspräsidiums, 27. Februar 2008.
  64. Michael Martens: Randalieren für das Serbentum, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 14. Oktober 2010.
  65. Constitutional Watch – A country-by-country update on constitutional politics in Eastern Europe and the ex-USSR, New York University School of Law, Vol. 8, No. 1–2, 1999.
  66. Thomas Breitwieser: Internationales Engagement im Spiegel des Völkerrechts. In: Bernhard Chiari, Agilolf Keßelring (Hrsg. im Auftrag des MGFA): Wegweiser zur Geschichte: Kosovo. Paderborn 2008, ISBN 978-3-506-75665-7, S. 137.
  67. srbija.sr.gov.yu: Proglašeni konačni rezultati referenduma
  68. Tobias Pflüger, Martin Jung: Krieg in Jugoslawien. 2. Auflage. 1994, ISBN 3-9803269-3-4, S. 29.
  69. nach BIP/Einwohner, nach Der Fischer Weltalmanach. 1989, ISBN 3-596-19090-8.
  70. Ernst Lohoff: Der Dritte Weg in den Bürgerkrieg. Jugoslawien und das Ende der nachholenden Modernisierung. Horlemann Verlag, Unkel/Rhein, Bad Honnef 1996, ISBN 3-89502-055-9, S. 154–156.
  71. a b c d IHK München, Serie: Neue Märkte: Serbien – Auf dem Weg in die EU. Abgerufen am 2. April 2011.
  72. KfW-Landesinformation: Serbien. Abgerufen am 2. April 2011.
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  74. N-TV:Ein Land im Aufbruch- Serbiens Wirtschaft ist auf dem richtigen Weg. Abgerufen am 2. April 2011.
  75. IHK: Geschäftschancen in Serbien. Abgerufen am 2. April 2011.
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  77. Wirtschaftskammer Österreich: Serbien verbessert sich bei Risikoeinstufung der OECD. Abgerufen am 2. April 2011.
  78. Wirtschaftsblatt: Serbien zählt zu stabilsten Bankenmärkten. Abgerufen am 2. April 2011.
  79. a b c World Economic Outlook Database, April 2011. Abgerufen am 14. Juni 2011.
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  81. Botschaft der Bundesrepublik Deutschland Belgrad. Abgerufen am 2. April 2011.
  82. How many people are poor in Serbia? abgerufen am 5. August 2011.
  83. Euroactiv – Statistik: Armut in Europa, abgerufen am 5. August 2011.
  84. Statistisches Amt Serbien (.pps)
  85. a b B92 Online: Dosije Srbija, 1. Oktober 2008.
  86. Germany Trade & Invest:Serbien – Freihandelsabkommen mit Kasachstan
  87. SECO:Freihandelsabkommen
  88. Glassrbije: Serbien und Weißrussland unterzeichneten Freihandelsabkommen
  89. Germany Trade & Invest:Serbien schließt weiteres Freihandelsabkommen ab
  90. Europäische Kommission: Landwirtschaftliche und ländliche Entwicklung Länderprofil Serbien (PDF; 65 kB)
  91. a b Coface Country Report Serbien Juli 2009
  92. weinkenner.de
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  94. RIA Novosti, Meldung zu Transitknoten
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  97. srbija.gov.rs
  98. Webseite der serbischen Regierung
  99. Blic.rs vom 22. September 2011
  100. GT&I:Serbien plant kleine Wasserkraftwerke. Abgerufen am 17. Mai 2011.
  101. a b KfW: Projekt – Wasserkraftwerk Bajina Basta. Abgerufen am 4. April 2011.
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  103. a b c Deutsches Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie: Serbien will erneuerbare Energiequellen stärker nutzen. Abgerufen am 4. April 2011.
  104. a b Konferenz „Biomasse in Südosteuropa“. Abgerufen am 4. April 2011.
  105. Bloomberg: Seci Energia, Serbia’s EPS Sign Hydroelectric Development Accord, 11. Februar 2011
  106. Germany Trade & Invest: Serbien plant Wasserkraftwerke-Gemeinschaftsprojekte mit italienischem Partner, 17. Februar 2011
  107. Novosti.rs – Djerdap 3 (Chance für Serbien)
  108. Putna mreža Republike Srbije
  109. Mrkonjić: Gradimo autoput za južni Jadran
  110. PORR und ALPINE bauen große Serbien-Autobahn
  111. Politika Online: Grčka daje 100 miliona za južni krak
  112. Dinkić: Srbija uvodi vinjete 2010.
  113. Senderreichweiten laut der privaten Meinungsforschungsfirma TNS
  114. BBC Serbian language service waves goodbye, BBC Online: abgerufen am 27. Februar 2011.
  115. UEFA.com - Member Associations - Serbia - Honours
  116. Vizantija vera i moc – Vizantija u Njujorku, Vreme, Nr. 691, 31. März 2004.
  117. Svetozar Koljević: The Epic in the making. Oxford University Press, Oxford 1980, S. 98.
  118. Ivan Dujcev: Rapports litteraires entre les Byzantins, les bulgares et les Serbes aux XIVe et XVe siecles. In: Vojislav J. Duric (Hrsg.): L’ecole de Morava et son age, Belgrad 1971, S. 97.
  119. C. Giannelli: Di alcune verioni e rielaborazioni serbe delle Solutiones breves quastionum naturalium attribuite a Michele Psello. In: Studi bizantini e neoelenici. V (1939), S. 445–468.
  120. a b Svetozar Koljević: The Epic in the making. Clarendon Press, Oxford 1980, S. 91.
  121. Svetozar Koljević, ibid., 1980, S. 27.
  122. Svetozar Koljević, ibid., 1980, S. 347.
  123. Erika Beerman (Hrsg.): Serbische Heldenlieder. Stefan Schlotzer (Übersetzer), Marburger Abhandlungen zur Geschichte und Kultur Osteuropas. Osteuropastudien der Hochschulen des Landes Hessen, Reihe II, Im Auftrag der Philipps-Universität Marburg herausgegeben von Hans-Bernd Härder und Hans Lemberg, Band 37, Otto Sagner, München 1996, ISBN 3-87690-627-X, Vorwort Hans-Bernd Härder, S. V.
  124. Anne Pennington, Peter Levi: Marko the Prince – Serbo-Croat Heroic Songs. Mit einer Einführung von Svetozar Koljević, UNESCO collection of representative works, European Series, Duckworth, London 1984, ISBN 0-7156-1715-X, S. 47.
  125. Svetozar Koljević, Vorwort zu Anne Pennington & Peter Levi 1984, S. XV
  126. Svetozar Koljević: The Epic in the Making. Clarendon Press, Oxford 1980, S. 319–320.
  127. Svetozar Koljević: The Epic in the Making. S. 311–314.
  128. a b Svetozar Koljević: The Epic in the Making. S. 7.
  129. Webseite des Millman Parry Archivs an der Universität Harvard
  130. Bela Bartok in einem Brief an die New York Times (28. Juni 1940): Parry Collection of Yugoslav Folk Music – Eminent Composer, Who Is Working on It, Discusses Its Significance – By Béla Bartók
  131. Svetozar Koljević: The Epic in the Making. S. 6.
  132. Erika Beerman, Stefan Schlotzer, ibid.: Im Vorwort von Hans-Bernd Härder, S. IV.
  133. Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht: Klaggesang von der edlen Frauen des Asan Aga von Johann Wolfgang von Goethe Klaggesang von den elden Frauen des Asan Aga
  134. John Matthias, Vladeta Vuckovic: The Battle of Kosovo. University Press Athens, Swallow Press, Athens/Ohio 1987, ISBN 0-8040-0896-5, S. 4 (online).
  135. Anne Pennington, Peter Levi: Marko the Prince – Serbo-Croat Heroic Songs. UNESCO collection of representative works, European Series, Duckworth, London 1984, S. 1.
  136. Nachruf für Peter Levi von Peter Forbes, The Guardian (3. Februar 2000): Orbituary for Peter Levi.
  137. Sumatra
  138. gimnazijaso.edu.rs
  139. Jean-Pierre Morel, Sorbonne Nouvelle – Paris III Le cercle des assassins disparus. A propos de : Borges, “ Thème du traître et du héros ” ; Nabokov, Feu pâle ; Danilo Kiš, “ Le livre des rois et des sots ”
  140. Vecernje novosti, 16. September 2013 "Enciklopedija mrtvih" - 30 godina od prvog objavljivanja
  141. a b c Svetozar Koljević, ibid., S. 11.
  142. Svetozar Koljević, ibid., 1980, S. 13.
  143. Svetozar Koljević, ibid., 1980, S. 125.
  144. Svetozar Koljević, ibid., 1980, S. 25.
  145. Svetozar Koljević, ibid., 1980, S. 26.
  146. Vuk Stefanović Karadžić: Pjesnarica. ed. V. Nedić, 1965, S. 529.
  147. Svetozar Koljević, ibid., 1980, S. 306–301.
  148. Svetozar Koljević, ibid., 1980, S. 311–314.
  149. Eric D. Gordy: The Culture of Power in Serbia: Nationalism and the Destruction of Alternatives. Pennsylvania State University Press, Philadelphia 1999.
  150. Seite der Gesellschaft der Wehrbauten und Burgen Serbiens
  151. Svetozar Radojčić (1970): Die Reden des Johannes Damaskenos und die Koimesis-Fresken in den Kirchen des Königs Milutin. In: Jahrbuch der Österreichischen Byzantinistik 22 (1973), S. 301–312 (online).
  152. Svetozar Radojčić, Die Reden des Johannes Damaskenos und die Koimesis-Fresken in den Kirchen des Königs Milutin, ibid., 1970.
  153. Svetozar Radojčić (1971): ПИЛАТОВ CУД У ВИЗАНТИЈСКОМ СЛИКАРСТВУ РАНОГ XIV ВЕКА. In: Хиландарски зборник (Recueil de Chilandar) 13 (1971), S. 293–312 (online).
  154. Svetozar Radojčić (1964): Die Fresken von Kalenić.
  155. Svetozar Radojčić (1970): Frühe Ikonen: Ikonen aus Jugoslawien vom 13. bis zum Ende des 17. Jahrhunderts (online).
  156. Svetozar Radojčić, Frühe Ikonen: Ikonen aus Jugoslawien vom 13. bis zum Ende des 17. Jahrhunderts.
  157. Ethnografisches Museum Beograd, traditionelles Handwerk in Serbien (engl.)
  158. Nema više abadžija i mutavdžija
  159. Pirotski cilim po narudzbini odbrane
  160. Jin i Jang na Balkanu
  161. Grncarstvo
  162. Živeli, kume! Po piroćanski
  163. Opancarski zanat
  164. Kazandžijski zanat
  165. Ćilimarstvo
  166. Mutаvdžijski zаnаt
  167. PIROTSKI GRNČARIJA
  168. Izložba grnčarije u Muzeju „Ponišavlja“

43.9520.933333333333Koordinaten: 43° 57′ N, 20° 56′ O