Nostrokonto

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Nostrokonto ist im Bankwesen die Bezeichnung für ein Bankkonto, das die Bank A als Korrespondenzbank für Bank B führt. Aus Perspektive der Bank A handelt es sich dabei um ein Lorokonto der Bank B. Die Bezeichnungen kommt aus dem Italienischen (nostro = „unser“, loro = „ihr“).

Kontoführung[Bearbeiten]

Für die Unterscheidung von Nostro- und Lorokonten kommt es also auf die Kontoführung an. Ein Konto führt die Bank, die es in ihren eigenen Büchern eröffnet, über das sie selbst Gutschriften und Lastschriften verbucht und Kontoauszüge versendet. Aus ihrer Sicht handelt es sich um ein Lorokonto. Die andere Bank, die dieses Konto für sich führen lässt, verbucht spiegelbildlich synchron im Rahmen der so genannten Nostrokontrolle über ein Nostrokonto, das als „Schattenkonto“ (Skontro) kontrollieren soll, ob die Buchungen und Salden auf dem Lorokonto aus eigener Sicht nachvollziehbar sind.

Salden[Bearbeiten]

Die Buchungen und Salden sind dabei auf dem Loro- und Nostrokonto gegensätzlich. Weist das Lorokonto einen debitorischen Saldo aus, besteht korrespondierend beim Nostrokonto ein kreditorischer Saldo und umgekehrt. Ein debitorisches Nostrokonto bedeutet, dass das entsprechende Lorokonto einen Habensaldo ausweist. Entsprechend liegt beim kreditorischen Nostrokonto ein Sollsaldo auf dem Lorokonto vor.

Bedeutung[Bearbeiten]

Nostro- und Lorokonten werden üblicherweise zur Abwicklung von Verrechnungsbuchungen im Zahlungsverkehr oder zur kurzfristigen Geldanlage im Interbankengeschäft verwendet. Sie kommen ausschließlich im bilateralen Interbankenhandel und bilateralen Auslandszahlungsverkehr der Kreditinstitute untereinander vor und werden zunehmend durch multilaterale zentralisierte Verrechnungssysteme wie TARGET2, EBA CLEARING, Continuous Linked Settlement oder Central Counterparty abgelöst.

In der Schweiz werden sie auch Vostrokonto genannt.