O.tel.o communications

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o.tel.o communications GmbH & Co.
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Rechtsform GmbH & Co.
Gründung 1997
Auflösung 2001
Auflösungsgrund Übernahme durch Arcor am 1. April 1999
Sitz Düsseldorf, Deutschland
Leitung ab Juni 1999
  • Christian Ulrich Ehrentraut (CFO, Sprecher)
  • Siegfried Römer (CMO)
  • Heiko Harms (CTO)

bis Mai 1999

Mitarbeiter 3.500 (1998)
Branche Telekommunikation
Produkte Sprach-, Internet- und DatendiensteVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte

Die o.tel.o communications GmbH & Co. (auch kurz „Otelo“) war ein 1997 im Zuge der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes gegründeter deutscher Telekommunikationsanbieter. Das Unternehmen wurde am 1. April 1999 von seinem Konkurrenten Arcor übernommen, der die Geschäftstätigkeit in das eigene Unternehmen integrierte und das Unternehmen o.tel.o nach nur wenigen Jahren seiner Existenz wieder auflöste.

Das o.tel.o-Firmenlogo blieb jedoch markenrechtlich bestehen, und wird heute in veränderter Form von Vodafone genutzt. (Zur Markengeschichte →Otelo (Marke))

Geschichte[Bearbeiten]

Das Unternehmen o.tel.o wurde 1997 durch Verschmelzung von Vebacom und RWE Telliance gegründet. Neben Viag Interkom und Arcor galt o.tel.o zunächst als einer der drei potentiellen Hauptkonkurrenten der Deutschen Telekom für Festnetztelefonie nach der Liberalisierung und Deregulierung des deutschen Telekommunikationsmarktes.

Bereits zwei Jahre nach der Gründung wurde o.tel.o am 1. April 1999 für 2,25 Milliarden DM (ca. 1,15 Milliarden Euro) von Mannesmann Arcor übernommen. Die Firma erfüllte offenbar die Erwartungen der Muttergesellschaften an die wirtschaftliche Entwicklung durch Öffnung des Marktes für Festnetz-Telefondienstleistungen in Deutschland nicht. Daneben wollten sich RWE und Veba auf das vermeintlich profitablere Geschäft mit dem Mobilfunk bei E-Plus konzentrieren.[1] o.tel.o hatte in den drei Jahren seiner Existenz einen Verlust von 5,8 Milliarden Mark angehäuft.[2]

Zum Zeitpunkt der Übernahme hatte o.tel.o über eine Million Pre-Selection-Kunden und mit seiner Tochtergesellschaft germany.net (Callisto) 600.000 Onlinekunden.

Arcor nutzte den Namen o.tel.o noch bis November 2001. Die ehemaligen o.tel.o-Kunden wurden in den eigenen Geschäftsbetrieb übernommen und erhielten seither die Rechnungen unter der Firmierung Arcor, die Firma war damit vom Markt verschwunden.

Die Marke o.tel.o wurde auch nach Untergang des Unternehmens durch Arcor aufrechterhalten, wurde aber nach 2001 mit Unterbrechungen mehrere Jahre nicht mehr genutzt. Die Rechte gingen mit Arcor schließlich an Vodafone über, die sie ab 2010 erneut nutzte, um Discount-Mobilfunktarife anzubieten.

Produkte[Bearbeiten]

Das erste marktreife Produkt der o.tel.o war Mitte 1997 die Callingcard mit der Bezeichnung „o.tel.o card“, mit der über eine kostenfreie 0800er Nummer besonders ins Ausland verbilligt telefoniert werden konnte. o.tel.o bot ab April 1998, vier Monate nach der Marktöffnung, Call-by-Call und Preselection an.

Die Netzbetreibervorwahl für o.tel.o lautete 01011. Unter dieser Vorwahl wurden noch bis Juni 2006 Gespräche von Arcor abgewickelt. Seit dem 1. Juli 2006 wird die Vorwahl 01011 von der Steinhagener PAIXAS GmbH genutzt.

Als einer der ersten deutschen Netzbetreiber war o.tel.o in der Lage einen ISDN-Anschluss alternativ zur Telekom anzubieten.

Noch im Oktober 2000 wurde unter dem Namen „o.tel.o mobil“ ein Mobilfunktarif und ein Konvergenzprodukt aus Festnetz und Mobilfunk mit dem Namen „o.tel.o take 2“ angeboten. Netzpartner beider Produkte war D2 Privat/Vodafone.

Technik[Bearbeiten]

Otelo besaß 1999 Rechte an 11.000 km Glasfaserkabel, die mit der Firma an Arcor übergingen.[1]

Ein technisches Problem aller neuen Alternativanbieter zur Telekom war die Tatsache, dass die Teilnehmeranschlussleitung von der Vermittlungsstelle zum Endkunden, die sogenannte „letzte Meile“, zwar flächendeckend vorhanden war, aber im Eigentum der Telekom stand. Ein konkurrierender Neubau hätte sich wirtschaftlich nicht gelohnt. Um diese letzte Meile dennoch zu überbrücken, nutzte o.tel.o nach eigenen Angaben folgende Techniken:

Besonderes[Bearbeiten]

  • Kostenlose Servicenummer: „o.tel.o 0800 contact“: Jeder o.tel.o Preselection- und ISDN-Kunde erhielt auf Wunsch eine kostenlose und einfach zu merkende 0800-Rufnummer. Diese „o.tel.o 0800 contact“-Nummer konnten Familien oder kleinere Unternehmen an einen von ihnen ausgewählten Anruferkreis, beispielsweise an die eigenen Kinder oder ihre Mitarbeiter, weitergeben. Für die Anrufer war das Gespräch damit kostenlos, der Angerufene übernahm die Gesprächsentgelte, die ähnlich aufgebaut waren wie die o.tel.o Preselectiontarife.
  • Werbefinanzierte Telefonie („Gratistelefon“)
  • Telefonkonferenz ohne Anmeldung: „o.tel.o Telefonkonferenz“ bot spontane Telefonkonferenzen mit bis zu 15 Teilnehmern.
  • „o.tel.o internet for free“: Unternehmen hatten mit „o.tel.o internet for free“ die Möglichkeit, ihren Kunden einen kostenlosen Zugang zu ihrer Website anzubieten. Die Kunden konnten damit ohne Zeit- und Kostendruck beispielsweise das Shopping-Angebot des Unternehmens nutzen und in Ruhe auswählen.
  • Internet und Telefonie via Coax-Breitbandkabel, Projekt „Infocity-NRW
  • Bereits zum 1. Juni 2001 hatte o.tel.o Flatrates angeboten: den breitbandigen Internet-Zugang „Otelo DSL-Flat“ und die ISDN-Flatrate „Otelo flat“.

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Bereits kurz nach der Gründung wurde otelo Hauptsponsor des Bundesligisten SV Werder Bremen (von 1997 bis 2000). In der Saison 2000/01 war otelo Hauptsponsor des Hauptstadtclubs Hertha BSC.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Mannesmann Arcor kauft Otelo (2. April 1999). Managermagazin, abgerufen am 6. Juni 2014.
  2. Focus: Schrumpfkur verordnet vom 15. März 1999, abgerufen am 6. August 2008

51.23673186.7267536Koordinaten: 51° 14′ 12″ N, 6° 43′ 36″ O