Oberquartiermeister

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Oberquartiermeister waren im preußischen Großen Generalstab sowie im Generalstab des Heeres der Wehrmacht die Leiter der einzelnen Abteilungen (im Generalsrang), außerdem in beiden Weltkriegen die Leiter der Heeresversorgung (heute Logistik) bei den Armeeoberkommandos.[1]

Begriffsbildung[Bearbeiten]

Der Begriff kann auf den Wortstamm Quartier [(alt)frz. quartier] als Teil eines Heerlagers, auch in der Bedeutung Viertel, zurückgeführt werden. Im Militärwesen steht Quartier für die Unterkunft von Truppen in der Kaserne oder Privathäusern (Einquartierung). Das Standortquartier ist die Garnison oder der Standort.[2]

Einführung[Bearbeiten]

Die Einführung der Stellung war nötig, um den Chef des Generalstabes von den Aufgaben der Überwachung der Arbeit der sich immer weiter vermehrenden Abteilungen des Generalstabs zu entlasten. In Friedenszeiten waren jeweils mehrere dieser Abteilungen je einem Oberquartiermeister unterstellt. Gleichzeitig sollten sich die Oberquartiermeister auf die Verwendung im Krieg als Chef des Generalstabs beim Oberkommando einer Armee vorbereiten. Der rangälteste Oberquartiermeister wurde als Generalquartiermeister bezeichnet. Eine frühere Bezeichnung der Oberquartiermeister war Generalquartiermeister-Leutnants.

Weitere Ränge[Bearbeiten]

Neben diesen Oberquartiermeistern im Generalstab existierte in den einzelnen Truppenkörpern die Stelle des Quartiermeisters bzw. Zweiten Generalstabsoffiziers. Generalquartiermeister heißt in einzelnen Armeen der dem Chef des Generalstabs zunächst stehende Generalstabsoffizier.

Dienstgrad
niedriger:
Quartiermeister

Oberquartiermeister
höher:
Generalquartiermeister

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. BROCKHAUS, Die Enzyklopädie in 24 Bänden (1796–2001), Band 16: 3-7653-3676-9, S. 100.
  2. BROCKHAUS, Die Enzyklopädie in 24 Bänden (1796–2001), Band 17: 3-7653-3677-7, S. 668

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans-Albert Hoffmann: Die deutsche Heeresführung im Zweiten Weltkrieg. Fakten und Momente aus dem Hauptquartier des Oberkommandos des Heeres. Steffen, Friedland 2011, ISBN 978-3-942477-08-6.