Octavia (Oper)

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Werkdaten
Titel: Octavia
Originaltitel: Die römische Unruhe, oder Die edelmütige Octavia
Form: Singspiel
Originalsprache: Deutsch, Italienisch
Musik: Reinhard Keiser
Libretto: Barthold Feind
Uraufführung: 1705
Ort der Uraufführung: Hamburg
Personen

Die römische Unruhe, oder Die edelmütige Octavia ist eine Barock-Oper in drei Akten mit Prolog von Reinhard Keiser. Das Libretto verfasste Barthold Feind.

Die Oper war nach Georg Friedrich Händels Nero die zweite über den römischen Kaiser Nero 1705 in Hamburg gezeigte. Keiser betrachtete seine Arbeit als Antwort auf Händels Frühwerk und ließ dessen Textbuch von Feind umgestalten. Die Handlung beider Werke unterscheidet sich jedoch stark. Später nahm Händel eine Abschrift des Werks mit nach England und verwendete viele Motive daraus in seinen eigenen Werken.[1]

Octavia war das erste Libretto Feinds. Damit begann eine Serie von acht Gemeinschaftsarbeiten mit Keiser. Die Oper ist bekannt für ihre aufwendige Instrumentierung. So wird hier erstmals ein Waldhorn in einer Oper verwendet.[2] Die von fünf Fagotten begleitete Arie der Octavia Geloso sospetto ist das bekannteste Stück der Oper.[3] Sie wurde mehrfach separat auf Tonträger aufgenommen, so 2012 von Joyce DiDonato.[4]

Die Oper ist vorwiegend in deutscher Sprache geschrieben, enthält aber auch einige Arien in italienischer Sprache.

Titelblatt des Librettos von 1705

Handlung[Bearbeiten]

Tiridates, der König von Armenien wurde zusammen mit seiner Frau Ormoena als Gefangener nach Rom gebracht. Kaiser Nero verliebt sich in sie. Damit er sie heiraten kann, befiehlt er Octavia, sich selbst zu töten. Sie wird jedoch von Piso daran gehindert. Piso startet darauf eine Rebellion gegen Nero, der vorsichtshalber die Stadt verlässt. Auf Senecas Rat verkleidet sich Octavia als ihr eigener Geist, erscheint Nero und beschuldigt ihn des Mordes. Davon bewegt, bedauert er sein Verhalten. Nachdem die Rebellion von Fabio niedergeschlagen wurde, erfährt er, dass Octavia noch lebt und vergibt Piso, weil dieser sie gerettet hatte. Außer Nero und Octavia kommen auch die drei anderen Paare der Oper, Tiridates/Ormoena, Lepidus/Clelia und Fabius/Livia zusammen. Tiridates erhält seine Krone zurück.[5]

Aufführungsgeschichte[Bearbeiten]

Die Uraufführung fand am 5. August 1705 in der Oper am Gänsemarkt in Hamburg statt.

In neuerer Zeit wurde sie im Badischen Staatstheater Karlsruhe im Rahmen der 27. Händel-Festspiele 2004 wieder aufgeführt. Die musikalische Leitung hatte Andreas Spering, Regie führte Ulrich Peters (Regisseur).[3] [6] [7]

Die Besetzung war:

Octavia: Claudia Barainsky
Nero: Stephan Genz
Fabius: Patrick Henckens
Piso: Klaus Schneider
Lepidus: Edward Gauntt
Seneca: Christof Fischesser
Davus: Hans-Jörg Weinschenk
Tiridates: Klemens Geyrhofer
Ormoena: Ina Schlingensiepen
Livia: Susanne Cornelius
Clelia: Soojin Moon

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Octavia (Oper)‎ – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Max Seiffert: Vorwort zur Partitur-Ausgabe im Supplement-Band der Händel-Werkausgabe, hrsg. v. Friedrich Chrysander u. Max Seiffert, Leipzig 1902.
  2. Ernst Euting: Zur Geschichte der Blasinstrumente im 16. Und 17. Jahrhundert. Let Me Print, 2012, ISBN 978-5-88015-893-5, S. 37. (Originalausgabe 1899 bei Google Books)
  3. a b Bericht über die Aufführung bei den Händel-Festspielen von 2004 im Online Musik Magazin, abgerufen am 29. Juli 2014.
  4. Rezension der CD Drama Queens von Joyce DiDonato auf gramophone.co.uk (engl.), abgerufen am 29. Juli 2014.
  5. John H. Roberts: Octavia in Grove Music Online (kostenpflichtig; freie Vorschau).
  6. Rezension der Karlsruher Aufführung bei operabaroque (französisch), abgerufen am 29. Juli 2014.
  7. Sammlung von Pressestimmen auf der Webseite des Regisseurs Ulrich Peters, abgerufen am 29. Juli 2014.