Knorpelstil

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Altar im Knorpelstil von Hans Gudewerth, Eckernförde
Hauptaltar und Seitenaltäre im Knorpelstil, Pfarrkirche St. Stephanus in Offenhausen (Oberösterreich)

Als Knorpelstil (auch: Knorpelbarock, Ohrmuschelstil) bezeichnet man einen Stil in der plastischen Kunst des 17. Jahrhunderts, der in der Nachfolge des Manierismus eine ausgeprägte Ornamentik pflegt.

Der Knorpelstil entstand aus dem niederländischen Knorpelwerk, in dem seit der Spätrenaissance symmetrisch angeordnete Ornamente in Form knorpelartiger, ineinander übergehender Verdickungen verwendet wurden. Das Knorpelwerk seinerseits ging aus dem Rollwerk hervor.

Hauptbestandteil sind ohrmuschelartig angeordnete Akanthusblätter. In manchen späten Beispielen wird der Gesamteindruck völlig vom wuchernden Ornament beherrscht, in dem der eigentliche Bildinhalt unterzugehen scheint.

Besonders in Norddeutschland, in Skandinavien und im Baltikum war der Stil von ca. 1630 bis 1680 in Kirchen und Herrenhäusern weit verbreitet. Im Knorpelstil wurden zahlreiche Altäre, Kanzeln, Epitaphien und Möbel gefertigt.

Zu seinen Hauptvertretern zählt Hans Gudewerth der Jüngere (Altäre in Eckernförde und Kappeln).

Literatur[Bearbeiten]

  • Rudolf Zöllner: Deutsche Säulen-, Zieraten- und Schild-Bücher 1610 bis 1680: ein Beitrag zur Entwicklungsgeschichte des Knorpelwerkstils.Kiel, Univ., Diss., 1959

Weblinks[Bearbeiten]