Orangenrauten

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Orangenrauten
Orangenraute (Murraya paniculata): Blätter und Früchte

Orangenraute (Murraya paniculata): Blätter und Früchte

Systematik
Eurosiden II
Ordnung: Seifenbaumartige (Sapindales)
Familie: Rautengewächse (Rutaceae)
Unterfamilie: Aurantioideae
Tribus: Aurantieae
Gattung: Orangenrauten
Wissenschaftlicher Name
Murraya
L.

Die Orangenrauten (Murraya) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Rautengewächse (Rutaceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Illustration der Orangenraute (Murraya paniculata).
Fünfzählige Blüte der Orangenraute (Murraya paniculata).

Erscheinungsbild und Blatt[Bearbeiten]

Murraya-Arten wachsen als immergrüne[1] oder selten laubabwerfende (Murraya alternans)[2] Sträucher oder Bäume. Sie enthalten essenzielle Öle. Sie sind unbewehrt und es ist keine zottige Behaarung (Indument) auf den End- und Seitenknospen oder an jungen Blütenständen vorhanden.

Die wechselständig an den Zweigen angeordneten[3] Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert.[2] Die ledrige oder häutigen, aromatischen[2] Blattspreiten sind meist unpaarig gefiedert, manchmal sind sie paarig gefiedert oder auf ein Fiederblatt reduziert[3] und drüsig punktiert.[2] Die seitlichen Fiederblätter sind an der Blattrhachis meist wechselständig, seltener fast gegenständig angeordnet. Die Fiederblätter sind eiförmig, länglich, verkehrt-eiförmig, kreisförmig oder dreieckig. Es liegt Fiedernervatur und Netznervatur vor oder es ist nur ein Blattnerv vorhanden. Die Blattränder können je nach Art glatt, gekerbt oder gesägt sein. Wenn Nebenblätter vorhanden sind dann sind sie zu Drüsen umgebildet.[2]

Blütenstand und Blüte[Bearbeiten]

Die Blüten stehen einzeln[2] oder zu wenigen bis vielen in end- und/oder seitenständigen, rispigen oder zymösenn beziehungsweise wenigblüten traubigen Blütenständen. Die Blütenknospen sind ellipsoid, breit bis schmal verkehrt-eiförmig oder fast zylindrisch.[3] Über kleinen bis großen Deckblättern stehen die gestielten Blüten.[2]

Die duftenden, zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch bis schwach zygomorph[2] und vier- oder fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die vier oder fünf behaarten[2] Kelchblätter sind an ihrer Basis oder bis mehr oder weniger der Hälfte ihrer Länge untereinander becherförmig[2] verwachsen. Die vier oder fünf freien[1] Kronblätter überlappen sich in der Blütenknospe dachziegelartig. Es sind selten fünf, meist acht oder zehn Staubblätter vorhanden, die der zwei Kreise sind unterschiedlich lang. Die freien, behaarten oder kahlen[2] Staubfäden sind mehr oder weniger linealisch und mehr oder weniger gerade. Die Staubbeutel öffnen sich mit einem Längsschlitz.[2] Der Diskus ist ring-, polster-, oder säulenförmig. Der zwei bis fünf Fruchtblätter sind zu einem zwei- bis fünfkammerigen Fruchtknoten verwachsen. Die Fruchtwände sind gerade. Jede Fruchtknotenkammer enthält nur ein oder zwei Samenanlagen. Die drei bis sieben Griffel sind so lang wie der Fruchtknoten,[3] können teilweise verwachsen sein[2] und enden in kopfigen oder lappigen Narben.[1]

Die Bestäubung erfolgt durch Insekten (Entomophilie).[2]

Frucht und Samen[Bearbeiten]

Die Beere enthält schleimige Fruchtpülpe, aber keine Saftschläuche. Das Endokarp ist fleischig. Manchmal ist auf der Frucht der basale Teil des Griffels noch vorhanden.[3]

Die Samen besitzen kein Endosperm.[3] Die häutige oder fleischige Samenschale[3] ist behaart oder kahl.[1] Der gerade Embryo besitzt zwei elliptische, plano-convexe Keimblätter (Kotyledonen), die weder zusammengerollt noch gefaltet sind. Das Hypokotyl ist teilweise von den Keimblättern eingeschlossen.[3] Die Beeren enthalten nur einen bis wenige Samen.[1]

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Murraya wurde 1771 durch Carl von Linné in Mantissa Plantarum, 2, S. 554–555 aufgestellt.[4] Synonyme für Murraya L. sind: Murraea J.G.Koenig ex L., Chalcas L..

Die Gattung Murraya gehört zur Subtribus Merrilliinae aus der Tribus Aurantieae in der Unterfamilie Aurantioideae innerhalb der Familie Rutaceae.[5][6]

Der Umfang der Gattung Murraya wurde mehrmals geändert. Die Gattung Murraya enthält je nach Autor vier bis zwölf Arten:[5]

  • Murraya alata Drake
  • Murraya alternans (Wall. ex Kurz) Swingle (Syn.: Limonia alternans Wall. ex Kurz)
  • Murraya crenulata (Turcz.) Oliv. (Syn.: Chalcas crenulata (Turcz.) Tanaka, Glycosmis crenulata Turcz.)
  • Murraya euchrestifolia Hayata (Syn.: Chalcas euchrestifolia Tanaka, Clausena euchrestifolia (Hayata) Kanehira)
  • Murraya ovatifoliolata (Engl.) Domin (Syn.: Murraya paniculata var. ovatifoliolata Engl.)
  • Orangenraute (Murraya paniculata) (L.) Jack (Syn.: Chalcas exotica (L.) Millsp., Chalcas paniculata L., Murraya exotica L.)

Murraya sect. Bergera (J.Koenig ex L.) But & Y.C.Kong besitzt heute den Rang einer Gattung Bergera J.Koenig (vier bis neun Arten):[6]

  • Murraya caloxylon Ridl. ist Merrillia caloxylon (Ridl.) Swingle
  • Murraya koenigii (L.) Spreng. wird wieder als Currybaum (Bergera koenigii) L. angesehen.[7]

Quellen[Bearbeiten]

  • Dianxiang Zhang & Thomas G. Hartley: Murraya, S. 85 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven & Deyuan Hong (Herausgeber): Flora of China, Volume 11 - Oxalidaceae through Aceraceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 18. April 2008. ISBN 978-1-930723-73-3 (Beschreibung und Bestimmungsschlüssel der chinesischen Taxa)
  • Randall J. Bayer, David J. Mabberley, Cynthia Morton, Cathy H. Miller, Ish K. Sharma, Bernard E. Pfeil, Sarah Rich, Roberta Hitchcock & Steve Sykes: A molecular phylogeny of the orange subfamily(Rutaceae: Aurantioideae) using nine cpDNA sequences, In: American Journal of Botaty, Volume 96, Issue 3, 2009, S. 668-685. doi:10.3732/ajb.0800341 Volltext online.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Eintrag in der Flora of Pakistan.
  2. a b c d e f g h i j k l m n H. R. Coleman, 2008: Eintrag bei der Western Australian Flora.
  3. a b c d e f g h Dianxiang Zhang & Thomas G. Hartley: Murraya, S. 85 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven & Deyuan Hong (Herausgeber): Flora of China, Volume 11 - Oxalidaceae through Aceraceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 18. April 2008. ISBN 978-1-930723-73-3
  4. Murraya bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis. Abgerufen am 26. Mai 2013.
  5. a b Murraya im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  6. a b Randall J. Bayer, David J. Mabberley, Cynthia Morton, Cathy H. Miller, Ish K. Sharma, Bernard E. Pfeil, Sarah Rich, Roberta Hitchcock & Steve Sykes: A molecular phylogeny of the orange subfamily(Rutaceae: Aurantioideae) using nine cpDNA sequences, In: American Journal of Botaty, Volume 96, Issue 3, 2009, S. 668-685. doi:10.3732/ajb.0800341 Volltext online.
  7. Bergera koenigii im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Orangenrauten (Murraya) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Ergänzende Literatur[Bearbeiten]

  • Sasitorn Siriseree: Toxonomic Clarification of the Genus Clausena Burm.f., Micromelum Blume and Murraya Koen.ex L. (Aurantioideae, Rutaceae) in Thailand, Doktorarbeit 2010 an der Kasetsart University: Volltext-PDF.