Orthopantomographie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Orthopantomogramm
Ein OPT-Gerät in Startposition

Ein Orthopantomogramm (OPT oder umgangssprachlich OPG, seltener OPTG), auch Panoramaschichtaufnahme (PSA) genannt, ist ein ursprünglich von der Firma Palomex, Finnland eingeführtes und vom Hersteller so genanntes Verfahren einer dentalen Röntgenaufnahme. Sie ist heute ein Standardverfahren der dentalen Radiographie und erlaubt eine diagnostisch aussagekräftige Röntgen-Aufnahme der Ober- und Unterkiefer des Menschen. Es werden alle Zähne, die angrenzenden Kieferbereiche, beide Kiefergelenke und ebenso die rechte und die linke Kieferhöhle abgebildet. Das OPT erfasst auch den seitlichen Halsbereich, so dass auch Arterienverkalkungen der großen Halsschlagadern sichtbar sind. Der mittlere Bereich der Aufnahme wird durch eine verfahrenstechnisch bedingte Projektion der Halswirbelsäule teilweise verschattet (undeutlich).

Das OPT-Gerät[Bearbeiten]

Das Aufnahmegerät, Orthopantomograph oder OPT-Gerät genannt, benutzt die in der Medizin weit verbreitete Röntgen-Technologie der Röntgentomographie: Dabei fährt die Aufnahmeeinheit mit einer Filmkassette oder einer digitalen Zeilenkamera während der Aufnahme von links hinten kommend um das Gesicht des Patienten herum und beschreibt auf diese Weise etwas mehr als einen Halbkreis. Dazu synchron umfährt die Röntgenröhre den Kopf von rechts nach links um den Hinterkopf herum. Die Röntgenröhre ist so gebaut, dass sie ein keilförmiges, senkrechtes Strahlenbündel aussendet, welches sich von etwa 0,25 mm auf ca. 3 mm erweitert. Dieses Strahlenbündel durchleuchtet die Kieferabschnitte und passiert schließlich einen senkrechten Spalt in einem der Filmkassette vorgelagerten Abschirmblech aus Blei. Dahinter befindet sich die feststehende Zeilenkamera bzw. bewegt sich die Kassette in ihrer Fahrtrichtung etwas langsamer als die restliche Apparatur, wodurch auf dem Film das Bild senkrechter Streifen für senkrechter Streifen aufgezeichnet wird. Am Ende der Fahrt ist die Kassette schließlich um ihre eigene Länge hinter dem Träger zurückgeblieben, wodurch ihre gesamte Länge durch den Spalt belichtet wurde. Die einzelnen Zeilen der Zeilenkamera werden alternativ zu einem digitalen OPT zusammengesetzt. Es handelt sich also um eine Tomographie, bei der keine ebene, sondern eine gekrümmte, etwa halbellipsenförmige Fläche auf die Filmebene projiziert wird.

Strahlenbelastung[Bearbeiten]

Die natürliche und zivilisatorische Strahlung führt in der Schweiz zu einer jährlichen durchschnittlichen Exposition von 4 mSv pro Kopf. Die Zahnmedizin ist mit lediglich 0,01 mSv (1% der med. Röntgendiagnostik) an der Gesamtexposition beteiligt.[1] Der Anfertigung eines Röntgenstatus mittels analoger Zahnfilme stand die höhere Strahlenbelastung gegenüber dem OPG entgegen. Die Strahlenbelastung einer einzelnen Zahnfilmröntgenaufnahme beträgt etwa 2,1 bis 5,5 µSv. Bei digitaler Aufnahmetechnik beträgt die Strahlenbelastung nur noch etwa 0,2 bis 1,0 µSv, wonach sie etwas geringer ist, als die eines OPGs mit etwa 19 µSv.[2] Auch wenn die effektive Dosis beim 14-Bild Zahnfilm-Status und deren Anteil an der Gesamtexposition sehr gering ist, muss berücksichtigt werden, dass relativ hohe lokale Dosen (insbesondere an der Haut) appliziert werden, welche durch die Errechnung der effektiven Dosen verschleiert werden.[3]

Zum Vergleich: Bei Flugreisen in 10 bis 12 km Höhe beträgt die Strahlenbelastung etwa 5,5 µSv pro Stunde.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. A. Aroua, B. Burnand u. a.: Nation-wide survey on radiation doses in diagnostic and interventional radiology in Switzerland in 1998. In: Health physics. Band 83, Nummer 1, Juli 2002, S. 46–55, ISSN 0017-9078. PMID 12075683.
  2. Michael Hülsmann: Endodontie. Georg Thieme Verlag, 8 October 2008, ISBN 978-3-13-156581-5, S. 85–.
  3. J. Th. Lambrecht, Strahlenexposition von analogen und digitalen Zahnstangen und Panoramaschichtaufnahmen Schweiz. Monatsschr. Zahnmed 114: 687–693 (2004)
  4. Claus Grupen: Grundkurs Strahlenschutz. Springer-Verlag, 2008, ISBN 978-3-540-75849-5, S. 176–.