PL-9

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
PL-9
Allgemeine Angaben
Typ: Infrarotgelenkte Luft-Luft-Rakete für Kurzstrecken
Heimische Bezeichnung: PiLi-9, PL-9 (Pi Li: Blitz oder Peng Lung: Luftdrache)
Herkunftsland: Volksrepublik China
Hersteller: - China National Aviation Import and Export Corporation [1]
- Beifang Industrial Company [2]
Entwicklung: 1986–1989
Indienststellung: Auf dem Exportmarkt angeboten seit 1989[1]
Technische Daten
Länge: 2,90 m[1] - 2,99 m[3]
Durchmesser: 0,157 m[1] - 160 mm[3]
Gefechtsgewicht: - 115 kg (PL-9),
- 123 kg (PL-9C)[1]
Spannweite: 0,65 m[1] - 0,81 m[3]
Antrieb: einstufiger Feststoffraketenmotor
Geschwindigkeit: Mach 2,1[1] - Mach 2[3]
Reichweite: - 0,5 bis 5 km (PL-9);
- 0,5 bis 22 km (PL-9C)[1]
- "15 km Maximum effective range"[3]
Ausstattung
Lenkung: kleinere Flächen am Vorderende und Sidewinderartige "Rollerons" an den hinteren Flossen
Zielortung: mit flüssigem Stickstoff gekühlter Infrarotsuchkopf mit All-Aspect-Zielerfassungsfähigkeit, Sucherschwenkwinkel 40°
Fähigkeit zur Nutzung eines Helmvisieres, dann bis zu 60° Seitenblickwinkel[1]
Gefechtskopf: 10 kg Hochexplosiv (PL-9),
12 kg (PL-9C)[1]
Waffenplattformen: F-7 (hier mit Helmvisier)[1] u.a.
Maximale Beschleunigungslast:

35g (PL-9),
40 g (PL-9C)[1]

Listen zum Thema

Die PL-9 ist Chinas modernste infrarotgelenkte Luftkampflenkwaffe für kurze Kampfentfernungen der dritten Generation.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Entwicklung der Lenkwaffe begann 1986 parallel zur Entwicklung der technisch vergleichbaren PL-8 und baut auf den Vorgängermodellen PL-5 und PL-7 auf. Die Tatsache, dass sich China die Entwicklung zweier sehr ähnlicher Lenkwaffen geleistet hat, ist vermutlich der Tatsache geschuldet, dass das Abkommen zur Lizenzproduktion der israelischen Python 3 als Basis der PL-8 den Export der Waffe untersagte, so dass der Infrarotsucher der PL-8 in ein Flugwerk heimischen Entwurfs eingebaut wurde.[1] Auf dem Exportmarkt wird die PL-9 seit 1989 angeboten; es kam bislang aber zu keinem Geschäft. Es steht – wenn überhaupt – nur eine geringe Zahl Luftkampf-Flugkörper im heimischen Dienst.
Auf Basis der PL-9 entstand bei der „Beifang Industrial Company“ eine Boden-Luft-Rakete, die das erste Mal öffentlich bei der Pariser Luftfahrtschau 1991 vorgeführt wurde und von der in der danach verbesserten Version PL-9C (oder auch DK-9[2]) eine geringere Zahl in den Dienst der chinesischen Luftverteidigung gestellt sowie ebenfalls erfolglos auf dem Exportmarkt angeboten wurde.

Technische Daten[Bearbeiten]

Äußerlich ist die PL-9 der Python 3 ähnlich, besitzt aber nur rund ein Drittel der Reichweite der israelischen Waffe und unterscheidet sich bei Art und Anordnung der Steuerflächen, die eher der Anordnung an der amerikanischen AIM-9 Sidewinder ähneln. Die Lenkung der PL-9 funktioniert auf ähnliche Art und Weise wie bei der Sidewinder mit Steuerflächen vorne und das Rollen steuernde Massen in den Heckflossen.
Sie besitzt einen mit flüssigem Stickstoff gekühlten Infrarotsuchkopf, der eine Erfassung eines Zieles unter jedem Aspekt (von hinten, vorne, den Seiten und allen Winkeln dazwischen) ermöglicht.

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l m PiLi-9 Short-Range Air-to-Air Missile (EN, HTML) SinoDefence.com.. 12. Oktober 2008. Abgerufen am 20. April 2010.
  2. a b PL-9 / DK-9 (EN, HTML) Globalsecurity.org.. 17. Juli 2006. Abgerufen am 20. April 2010.
  3. a b c d e PL-9 / DK-9 Specifications (EN, HTML) Globalsecurity.org.. 17. Juli 2006. Abgerufen am 20. April 2010.