Parieren
Der Begriff parieren wird in mehreren Zusammenhängen verwendet, wie unter anderem im Bereich des Kampfes, der Kampfkunst, des Sports und der Rhetorik. Allgemein wird „Parieren“ meist als Abwehr und/oder Gegenangriff bzw. Reaktion auf eine Einwirkung von anderer Seite verstanden.
Außerdem ist es ein Fachausdruck in der Küchensprache.
Inhaltsverzeichnis |
Kampf und Kampfkunst [Bearbeiten]
Kampfkunst [Bearbeiten]
In der Kampfkunst, wie zum Beispiel beim chinesischen Shaolin Kung Fu und beim japanischen Karate, wird Parieren als Abwehr eines gegnerischen Angriffs verstanden.
Fechten [Bearbeiten]
Die Abwehr der gegnerischen Schläge mit einem Schild oder einer Blankwaffe beim Schwertkampf oder Fechtsport wird ebenfalls als Parieren bezeichnet.
Bereich des Sports [Bearbeiten]
Außer im vorstehend bereits genannten Fechtsport findet der Begriff Parieren im Bereich des Sports vielfach Verwendung, insbesondere bei Sportarten mit Kampf- oder Wettbewerbscharakter, wie zum Beispiel im Kampfsport und im Mannschaftssport.
Fußball [Bearbeiten]
Der Torwart pariert; ein typischer Begriff wenn der Torwart einen Schuss hält.
Reitsport [Bearbeiten]
Parieren, eine Parade geben; beim Reiten eine Einwirkung auf das Pferd, bei der mit vortreibenden Schenkeln und vermehrter Gewichtseinwirkung kurzzeitig ein Zügelanzug von wenigen Zentimetern mit zumeist sofortigem Wiedernachgeben des Zügels durchgeführt wird. Man unterscheidet halbe Paraden und ganze Paraden. Ganze Paraden führen immer zum Halten. Halbe Paraden gibt es für unterschiedliche Zwecke mit unterschiedlichen Ausführungen (siehe Tabelle).
| Halbe Paraden: | Schenkel | Gewicht | Zügel |
|---|---|---|---|
| aufmerksam machen | treibend | treibend | innerer kurz annehmend, dann wieder nachgebend |
| herabsetzen von Tempo | treibend | treibend | durchhaltend |
| herabsetzen von Gangart | verwahrend | treibend | durchhaltend |
| verbessern der Anlehnung | treibend | treibend | gegenhaltend und plötzlich nachgebend |
Durchparieren (zum Trab, Schritt oder Halten) wird das Parieren genannt, das zum Wechsel in eine niedrigere Gangart bzw. zum Halten führt.
Die Parade soll mit möglichst geringer Krafteinwirkung im empfindlichen Pferdemaul und nur für einen kurzen Moment erfolgen. Eine Parade kann, wie jeder Zügelanzug, nur dann gegeben werden, ohne das Pferd zu stören, wenn das Hinterbein auf der Seite, auf der die Parade gegeben wird, gerade im Vorschwingen begriffen ist, und bevor es den Boden berührt. Damit kann eine Parade auch nur dann gegeben werden, wenn zugleich der Schenkel des Reiters auf der gleichen Seite treibt.
Von der Parade zu unterscheiden sind der durchhaltende Zügel und der verwahrende Zügelanzug.
Kochen [Bearbeiten]
Das Parieren bezeichnet in der Küchensprache die Bearbeitung von Fleischstücken, um sie von Sehnen, Häuten und Fett zu befreien, bevor sie zubereitet werden. Die dabei anfallenden Parüren werden oft für die Herstellung von Fonds und Soßen verwendet.[1]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Vgl. Manfred Rohatsch u. a.: Technologie der Speisenproduktion. 1. Auflage. VEB Fachbuchverlag, Leipzig 1987, ISBN 3-343-00305-0.