Pikrit

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Pikrit des Vulkans Piton de la Fournaise

Pikrite sind vergrünte fein- bis grobkörnige Vulkanite, die zur Gesteinsfamilie der Basalte zählen.[1] Pikrite sind Melabasalte mit einem Anteil von über 50 % Olivin.[2] Pikrite treten häufig zusammen mit Diabasen auf und sie haben zumeist ein porphyrisches Gefüge. Im Mineralbestand führen sie das grüne Olivin und dunkles Augit. Ferner können sie Hornblende, Bronzit und Biotit beinhalten. Akzessorische Gemengteile unter einem Prozent Anteil sind Apatit und Magnetit. Pikrite sind sehr dichte und dunkle (ultramafische) Gesteine.

Vorkommen und Verwendung[Bearbeiten]

Eine der wenigen in Europa abgebauten Sorten befinden sich in Hirzenhain in Hessen. Die dort abgebauten Natursteine werden für Skulpturen und für Grabdenkmäler verwendet. Dieser Hessisch Neugrün genannte Stein lässt sich polieren und ist frostfest. Im 20. Jahrhundert wurde ein Pikrit bei Seibis (heute ein Ortsteil von Schlegel (Thüringen) in der Region von Bad Lobenstein) abgebaut und für regionale sowie überregionale Bauvorhaben verwendet. In Russland befinden sich mehrere Pikrit-Lagerstätten.

Natursteinsorten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Dietmar Reinsch: Natursteinkunde. Eine Einführung für Bauingenieure, Architekten, Denkmalpfleger und Steinmetze. Enke, Stuttgart 1991, ISBN 3-432-99461-3.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dietmar Reinsch: Natursteinkunde, S. 125, siehe Lit.
  2. Wolfhard Wimmenauer:Petrographie der magmatischen und metamorphen Gesteine. Stuttgart (Enke) 1985 ISBN 3-432-94671-6.