Piton de la Fournaise

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Piton de la Fournaise
Satellitenaufnahme des Piton de la Fournaise

Satellitenaufnahme des Piton de la Fournaise

Höhe 2631 m
Lage Réunion, Indischer Ozean
Koordinaten 21° 13′ 48″ S, 55° 43′ 1″ O-21.2355.7172631Koordinaten: 21° 13′ 48″ S, 55° 43′ 1″ O
Piton de la Fournaise (Réunion)
Piton de la Fournaise
Typ Schildvulkan
Alter des Gesteins 380.000 Jahre
Letzte Eruption Dezember 2010
Erstbesteigung 1751

Der Piton de la Fournaise ist ein 2621 m hoher Vulkan auf dem französischen Übersee-Departement La Réunion. Er ist vor 380.000 Jahren an der Südseite des Piton des Neiges entstanden und ist einer der aktivsten Vulkane der Erde. Seit 1950 wurden 47 Eruptionen[1] registriert, seit 1640 finden sich Hinweise auf fast 180 Ausbrüche.

Charakteristik[Bearbeiten]

Der Vulkan ist der letzte aktive Vulkan auf La Réunion, es gibt immer wieder kleinere Eruptionen, die jedoch relativ ungefährlich sind. Dabei tritt ähnlich wie bei den Vulkanen auf Hawaii dünnflüssige Lava aus und bahnt sich ihren Weg Richtung Meer, größere Gas-Explosionen gibt es dabei nicht. Im Gegensatz zu Vulkanen wie dem Mount St. Helens, dem Ätna oder dem Vesuv mit ihren plötzlichen und unkalkulierbaren Ausbrüchen sind die Eruptionen am Piton de la Fournaise recht vorhersehbar und daher relativ ungefährlich.

Zwar wird bei den Ausbrüchen des Öfteren die Küstenstraße beschädigt, gleichzeitig zieht das Schauspiel der Ausbrüche, das etwa alle zwei Jahre stattfindet, Schaulustige unter dem Slogan: « le volcan il pète » („der Vulkan furzt“) von der ganzen Insel an.

Am Fuße des Berges steht die Kirche von Sainte-Rose, die 1977 fast von einem Lavastrom zerstört wurde. Die Lava drang durch das Portal in die Kirche ein, der Lavastrom kam aber in der Mitte des Kirchenschiffes zum Stehen. Seit diesem Tag heißt die Kirche Notre-Dame-des-Laves.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Besteigung, von der schriftliche Aufzeichnungen vorhanden sind, wurde am 21. September 1751 von Andoche Dolnet de Palmaroux[2] vorgenommen.

Eine andere Expedition im Oktober 1768 führte zur Entdeckung des Passes Pas de Bellecombe, welcher nach dem damaligen Gouverneur benannt wurde, welcher persönlich an der Besteigung teilnahm, jedoch umkehrte, bevor der Pass gefunden wurde.

Die ersten Expedition mit wissenschaftlichen Charakter wurden 1771 und 1772 von dem französischen Botaniker Philibert Commerson in Begleitung vom Chevalier de Saint Lubin, de Crémont und Jean-Baptiste Lislet Geoffroy[3] durchgeführt.

Seit Beginn der ersten Beobachtungen im Jahre 1640 wurden fast 180 Ausbrüche beschrieben. Systematisch erfolgt dieses erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts, seit 1950 kam es zu fast 50 Ausbrüchen[4].

Jüngere Eruptionen[Bearbeiten]

Ein Ausbruch am 2. April 2007 war so gewaltig, dass der Hauptkrater des Vulkans eingebrochen ist. Der Boden des 1000 Meter langen und 500 Meter breiten Kraters sank um 300 Meter.[5] Am 6. November 2009 gab es eine erneute kleine Eruption, die allerdings nur wenige Stunden anhielt. Trotzdem bleibt der innere Teil des Kraters für die Öffentlichkeit gesperrt.

Am 14. Oktober 2010 brach der Vulkan gegen 19:00 Uhr an einem Nebenkrater im Bereich Château Fort südöstlich des Hauptkraters aus. Die Eruptionen endeten am 31. Oktober 2010.[6]

Am Abend des 9. Dezember 2010 kam es zum dritten Mal im laufenden Jahr 2010 zu einem Ausbruch, diesmal an der nordöstlichen Flanke des Hauptkraters Dolomieu.[6]

Panorama des Piton de la Fournaise.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Piton de la Fournaise – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. www.vulcano.si.edu - Ausbruchsstatistik Piton de la Fournaise - (auf englisch)
  2. Mémoires de la société royale des arts et belles lettres de Nancy tome troisième (französisch)
  3. * BiographieJean-Baptiste Lislet Geoffroy (auf französisch)
  4. www.vulcano.si.edu - Ausbruchsstatistik Piton de la Fournaise - (auf englisch)
  5. Global Volcanism Program der Smithsonian Institution (englisch)
  6. a b Informations publiques de l'OVPF (Observatoire volcanologique du Piton de la Fournaise). Institut de physique du globe de Paris, abgerufen am 15. Dezember 2010 (französisch).