Pinne (Schiffbau)

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Pinne (Holz) auf einer Jolle; sie ist mit dem beweglichen Ruderblatt (weiß, links unten) verbunden; sichtbar außerdem der blaugraue Ausleger
unmittelbare Verbindung der Pinne mit dem Ruder (rechts im Wasser) auf einer Feluke
Der Segler kann in dieser Körperhaltung die Pinne nicht mehr erreichen und benutzt deswegen den Ausleger (zum Vergrößern Bild anklicken)

Die Pinne (auch Helmstock oder Ruderstock, im englischen auch Tiller) ist auf Wasserfahrzeugen der Hebel, mit dem das Ruder bedient wird um das Fahrzeug zu steuern. Sie ist mit dem Ruderschaft verbunden.

Auf Jollen und kleineren Yachten bis etwa 35 Fuß (ca. 10,5 Meter) besitzt die Pinne meistens einen Pinnenausleger (oder einfach Ausleger): Auf dem Ende der Pinne ist mit einem drehbaren Gelenk ein Stock befestigt, so dass die Pinne über diese Verlängerung bewegt werden kann. Sie kann dadurch beispielsweise auch dann noch bedient werden, wenn sich der Steuermann zur stärkeren Gewichtsverlagerung nach außen lehnt („Ausreiten“). Ausleger sind meist aus faserverstärktem Kunststoff oder Aluminiumrohr gefertigt und enden in einem Quergriff.

Bei Aussenbordmotoren wird die Stange, die zum Schwenken des Motors dient als Pinne bezeichnet. Dabei wird mit dem Hebel dann nicht das Ruder, sondern der Außenbordmotor bewegt; außerdem kann sich an der Pinne der Gasgriff und ein Schalthebel, mit denen die Geschwindigkeit und Richtung des Schubs gesteuert werden, befinden.

Das Steuerrad überträgt die Ruderbefehle mittels eines Seils oder einer Kette auf die Pinne, die das Ruder bewegt

Auf größeren Fahrzeugen wird zur Bedienung des Ruders zumeist ein Steuerrad verwendet. Das Steuerrad wirkt über Seilzüge, Schubstangen oder Hydraulik auf die Pinne oder einen Ruderquadranten und ermöglicht eine flexible Positionierung des Steuerstandes. Bis ins 18. Jahrhundert wurde der Kolderstock benutzt, um dem Rudergänger eine bessere Position zu geben.

Siehe auch[Bearbeiten]