Plasmodium (Schleimpilze)

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Als Plasmodium wird bei Schleimpilzen eine vielkernige, gehäuselose Protoplasmamasse bezeichnet, die sich per Phagozytose ernährt. Es geht aus dem ersten Stadium als einkernige Zelle hervor und stellt die wichtigste Phase des trophischen Stadiums im Lebenszyklus der Schleimpilze dar. Ausgereift geht aus ihm die sporentragende Fruktifikation hervor.[1]:

Folgende Typen sind verbreitet [2]:

  • Protoplasmodium: Es ist nur mit dem Mikroskop sichtbar und unauffällig. Es ist bei basalen Formen der Myxogastrien verbreitet, den Echinosteliida.
  • Aphanoplasmodium: Es wird ein feines Netzwerk gebildet, das durchaus größere Flächen bedeckt. Vertreter dieses Types sind die Stemonitidae. [3]
  • Phaneroplasmodium: Es ist mit bloßem Auge sichtbar und ist sowohl morphologisch und als auch funktionell klar differenziert. Er ist somit der am höchsten entwickelte Typ. Die Physarida und die Liceida bilden Phaneroplasmodien.[3]

Bei der Unterklasse der Dictyostelia wird ein sogenanntes Pseudoplasmodium gebildet[3]. Dieses entsteht durch Zusammenkriechen der zellwandlosen Myxamöben. Jede Zelle behält aber dennoch ihre Eigenständigkeit. Es wird auch Aggregationsplasmodium genannt.[2]

Nachweise[Bearbeiten]

  1.  Henry Stempen, Steven L. Stevenson: Myxomycetes. A Handbook of Slime Molds. Timber Press, 1994, ISBN 0-88192-439-3, S. 161 ff..
  2. a b H. O. Schwantes: Biologie der Pilze. Stuttgart 1996, ISBN 3-8252-1871-6, S. 308-311.
  3. a b c Michael J. Dykstra, Harold W. Keller: Mycetozoa In:  John J. Lee, Gordon F. Leedale, Phyllis Bradbury (Hrsg.): Illustrated Guide to the Protozoa, 2nd Edition. Bd. 2, Society of Protozoologists, Lawrence, Kansas 2000, ISBN 1-891276-23-9, S. 960-961.